Ein Sieg mit Signalwirkung: Auch die zweite Reihe der DFB-Frauen kann international bestehen
Der 4:2-Sieg gegen Australien war für die DFB-Frauen mal wieder ein echter Gradmesser. Beim DFB-Team überzeugten zwar die neuen Gesichter, bis zur WM gibt es aber noch offene Baustellen.
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Es sollte nicht nur ein lockerer Test zum Warmwerden sein, sondern ein echter Gradmesser. Ein Spiel, das den DFB-Frauen Aufschluss darüber geben sollte, wo sie achteinhalb Monate vor der Weltmeisterschaft in Brasilien tatsächlich stehen. Aus dem 4:2 (2:1)-Sieg gegen Australien lassen sich wichtige Erkenntnisse ziehen – vor allem positive, aber auch negative.
Zunächst einmal gewinnt man nicht einfach so gegen eine Nation, die im März nur knapp im Finale des Asien Cups unterlag. Dazu braucht es Mut im eigenen Ballbesitz, Disziplin im Pressing und der Verteidigung und Phasen der Dominanz. All das konnte das Team von Christian Wück am Freitagabend in Karlsruhe in weiten Teilen auf den Platz bringen – mit Abstrichen in der zweiten Halbzeit und einigen Wechseln.
Zum Gesamtbild gehört aber auch, dass die Australierinnen nicht ihren besten Tag erwischten. Zwar behaupteten sich die deutschen Spielerinnen in vielen Zweikämpfen, leisteten sich im Ballbesitz aber immer wieder leichtsinnige Ballverluste. Diese Fehler nutzte das australische Team allerdings nicht aus.
Der letzte richtige Härtetest für das deutsche Team lag vor dem Duell mit Australien fast ein Jahr zurück. Im verlorenen Finale der Nations League musste sich die deutsche Elf im Dezember gegen Spanien beweisen. Seitdem hat es sich spielerisch durchaus weiterentwickelt, ist flexibler mit Ball und wirkt zudem resilienter. Das gilt auch für die eher neuen Gesichter im Nationalteam wie Debütantin Lisa Baum, Marie Müller oder Cora Zicai. Genau wie Torhüterin Ena Mahmutovic betrieben sie ordentlich Werbung für sich.
Sie alle hatten Anteil daran, dass das DFB-Team den Sieg letztlich über die Zeit bringen konnte – trotz der sieben Wechsel und in Abwesenheit von Leistungsträgerinnen wie Jule Brand und Klara Bühl in Halbzeit zwei. Damit ist das DFB-Team einem Wunsch von Bundestrainer Christian Wück ein Stück näher gekommen. Bei seinem Amtsantritt vor zwei Jahren hatte er angekündigt, bis zur WM einen deutlich größeren Pool an potenziellen Nationalspielerinnen aufbauen zu wollen.
Der Sieg ist damit ein positives Signal für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der DFB‑Frauen. Dass auch die zweite Reihe ihren Teil dazu beitragen kann, macht ihn mit Blick auf die WM umso wertvoller.