Ein Traum liegt in Schutt und Asche: Großbrand zerstört Wohnmobil von Paar
wa.deNRWStand: 16.08.2026, 08:15 UhrKommentareUns auf Google folgenFassungslos steht Heinz-Werner Linne vor den Überresten seines Wohnmobils. © Daniel Schröder Der Großbrand in Soest hat für ein Ehepaar dramati...
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Stand: 16.08.2026, 08:15 Uhr
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Der Großbrand in Soest hat für ein Ehepaar dramatische Folgen. Von ihrem liebevoll gestalteten Wohnmobil sind nur verkohlte Reste übrig. Für die beiden war es ein zweites Zuhause.
Soest – Als Heinz-Werner Linnes Blick am Mittwochmorgen auf das fällt, was der Großbrand im Soester Südosten von der Kuhnert-Halle übergelassen hat, platzt seine letzte Hoffnung. Erkaltet und verbrannt stehen dort die Reste von dem, was einmal das Wohnmobil von ihm und seiner Frau Monika Rosenthal war. „Ich habe Gänsehaut. Das kann ich nicht glauben“, sagt er und braucht einen Moment für sich.

Zeitgleich verschaffen sich die Brandermittlerin und der beauftragte Brandgutachter ein erstes Bild vor Ort. Es folgt ein kurzes Gespräch zwischen Heinz-Werner Linne und den Experten, die ihm raten, erst einmal die Versicherung anzurufen. Die Ursache des Brandes ist weiter unklar. Sie herauszufinden, dürfte angesichts der immensen Zerstörung zur Herkulesaufgabe werden.
Schock am Morgen: Das Wohnmobil ist zerstört
Erst am Dienstagabend hatte Monika Rosenthal im Internet von dem Brand der Kuhnert-Lagerhalle gelesen. Sofort hatte sie Sorge, dass das Wohnmobil Schaden genommen haben könnte, erzählt er. „Ich dachte nur: Das ist so ein großes Gelände, warum sollten ausgerechnet wir betroffen sein?“ Trotzdem macht sich der Soester am Mittwochmorgen auf den Weg: „Sicherheitshalber. Um festzustellen, dass dem Wohnmobil nichts passiert ist.“
Umso größer ist der Schock, als er die Trümmer des Carports sieht. Von dem Wohnmobil ist nur noch verkohltes Metall übrig. Das Fahrgestell des Fiat Ducato, die Rahmen der Sitze, Reste der Küche – viel mehr ist nicht zu erkennen. Der Eura-Mobil-Aufbau ist in Rauch aufgegangen. Der Anblick treibt Heinz-Werner Linne Tränen in die Augen. Schnell wischt er sie weg. Seit 10 Jahren sind er und seine Monika „Wohnmobilisten“. In Europa waren sie eigentlich schon überall. Er erzählt von Reisen nach Belgien, Frankreich, Spanien. „Bis runter an die Algarve – und über die Pyrenäen zurück.“ Immer dabei: das Golf-Equipment. Sie spielen überall – von der Lüneburger Heide bis Marokko.

Aus einer Überraschung wurde eine Leidenschaft
Sein ganzes Arbeitsleben checkte der ehemalige Unternehmensberater in Hotels ein und aus. Es waren wohl mehr als 10 000 Hotelübernachtungen, schätzt er. Für eine Wien-Reise hatte Monika ihn damals überrascht und für eine Woche ein Wohnmobil geliehen. „Wir sind sofort auf den Geschmack gekommen. Das hätte ich vorher nicht für möglich gehalten.“ Wenige Monate später kauften sie sich ein eigenes. Den Stellplatz dafür hatte der Vorbesitzer damals schon auf dem Areal am Friedrich-Bertram-Weg gemietet – sie übernahmen ihn.

Mit Zigtausenden Kilometern an Erfahrung entwarfen sie sich vor vier Jahren dann ein Wohnmobil ganz nach ihren Wünschen. Heller sollte es drinnen sein, die Möbel nicht so eckig. Heraus kam ihr Traum aus hellem Holz, cremefarbenen Elementen und Polstern in Braun- und Beigetönen. In den Schränken standen – untypisch in einem Wohnmobil – Glas und Porzellan. Das Essen wurde auf bis zu drei Gasflammen gekocht. „Es war für uns wie ein Zuhause“, sagt Heinz-Werner Linne. Und das ließen sie sich 100 000 Euro kosten. „Das ist viel Geld. Aber wir haben lange gearbeitet und es uns an die Seite gelegt“, sagt Linne und relativiert: „Seit wir Wohnmobilisten sind, haben wir keine Hotelkosten mehr. Wir fahren los und haben alles dabei.“
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
„Unterwegs und doch zu Hause“, lautete der Spruch, der in großen Buchstaben auf dem Camper von „Moni und HW“ klebte. Der größte Vorteil im Vergleich zum Hotelurlaub: „Wir müssen vorher nichts buchen und wenn das Wetter schlecht ist, fahren wir einfach weiter.“ Im kleinen Eigenheim auf Rädern sollte es für die beiden noch in diesem Monat bis September an verschiedene Seen Österreichs gehen. „Wir hatten eine schöne Tour geplant“, sagt der 73-Jährige. Die Pläne liegen wegen des Großbrandes in Schutt und Asche – ein geliehenes Wohnmobil, ohne dieses ganz bestimmte Gefühl des Zu-Hause-Seins, kommt nicht infrage. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Heinz-Werner Linne und Monika Rosenthal wollen „Wohnmobilisten“ bleiben.

Auf den Schreck bringt Philipp Bücker vom geretteten Dachdeckerbetrieb von nebenan Kaffee und kalte Getränke. „Sowas hätten wir auch servieren können, wenn es noch da wäre“, sagt Heinz-Werner Linne und atmet tief durch.