Ein wahres Prunkstück Niedersachsens: Dieses Gebäude ist absolut hinreißend
StartseiteNiedersachsenEin wahres Prunkstück Niedersachsens: Die Gottesburg St. Michaelis war schon auf einer 2-Euro-MünzeStand: 17.09.2026, 08:00 UhrKommentareUns auf Google folgenSeit 1985 zählt St. Michaelis...
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Ein wahres Prunkstück Niedersachsens: Die Gottesburg St. Michaelis war schon auf einer 2-Euro-Münze
Stand: 17.09.2026, 08:00 Uhr
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Die „Gottesburg“ in Hildesheim beeindruckt. Nicht ohne Grund ist sie auf der UNESCO‑Welterbeliste. Besonders die Decke zieht Besucher in ihren Bann.
Wer Hildesheim besucht, kommt an ihr nicht vorbei: Die St. Michaeliskirche thront auf einem Hügel nördlich der historischen Altstadt und ist von Weitem zu sehen. Von außen wirkt die Basilika mit ihren markanten Türmen wehrhaft und geerdet – tritt man ein, öffnet sich ein großer Raum. Kein Wunder, dass die Hildesheimer sie schlicht „Gottesburg“ nennen.
Seit 1985 steht St. Michaelis gemeinsam mit dem Hildesheimer Dom auf der UNESCO-Welterbeliste – als außergewöhnliches Zeugnis religiöser Kunst und frühromanischer Architektur im Heiligen Römischen Reich. Hinter dem Bau steckt eine der prägendsten Persönlichkeiten des frühen Mittelalters: Bischof Bernward von Hildesheim, der auch ein berühmtes Tor in der Stadt vor 1000 Jahren in Auftrag gegeben hatte. Nach seinem Amtsantritt im Jahr 993 ließ er auf dem Hügel zunächst eine Kapelle errichten. Um 1010 begann er mit dem Bau der eigentlichen Kirche als Abteikirche für Benediktinermönche, die er aus Köln mitgebracht hatte.
St. Michaelis in Hildesheim: Die Gottesburg wird von vielen Menschen besucht
Bernward bestimmte die Westkrypta als seine eigene Grablege und weihte sie am 29. September 1015. Er selbst erlebte die Fertigstellung nicht mehr: Am 20. November 1022 starb er im Michaeliskloster und wurde in der Krypta bestattet. Sein Nachfolger Bischof Godehard weihte die vollendete Kirche 1033. Bernward wurde später heiliggesprochen – und die Krypta, die bis heute katholisch ist, trägt seinen Namen.
Was Besucher in St. Michaelis besonders in den Bann zieht, hängt buchstäblich über ihren Köpfen: die bemalte Holzdecke im Mittelschiff des Langhauses. Sie misst 27,6 mal 8,7 Meter und besteht aus rund 1.300 Eichenbohlen, auf denen der Stammbaum Christi – die sogenannte Wurzel Jesse – dargestellt ist. Die Decke entstand im 13. Jahrhundert und gilt als eine der ältesten Bilderdecken Mitteleuropas, nach jener in der Schweizer Kirche von Zillis. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie rechtzeitig ausgelagert und so vor der Zerstörung bewahrt – die Kirche selbst brannte 1945 aus. Von 1950 bis 1960 wurde das Gebäude wiederaufgebaut. Die UNESCO sah in der Bilderdecke eines der zentralen Argumente für die Aufnahme ins Welterbe.
St. Michaelis war bereits auf einer 2-Euro-Gedenkmünze
Eine besondere Ehrung erhielt St. Michaelis im Jahr 2014: Die Kirche wurde als Motiv für die deutsche Zwei-Euro-Gedenkmünze der Bundesländer-Serie ausgewählt und repräsentiert damit Niedersachsen auf Millionen von Münzen. Geprägt wurde die Münze in allen fünf deutschen Prägestätten – von Berlin bis Hamburg. In Hildesheim werden zudem viele Touristen in den Bann einer 1000-jährigen Rose gezogen, die nicht so alt ist, wie sie scheint.