Eine Familie mit acht Fäusten: Hier machen alle Karate
StartseiteWeltStand: 12.08.2026, 18:11 UhrKommentareUns auf Google folgenBijan Azadi ist in seiner Altersklasse Deutscher Meister im Karate, aber der 14-jährige will mehr. Er möchte Weltmeister werden. Diese Le...
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Stand: 12.08.2026, 18:11 Uhr
Bijan Azadi ist in seiner Altersklasse Deutscher Meister im Karate, aber der 14-jährige will mehr. Er möchte Weltmeister werden. Diese Leidenschaft kommt nicht von ungefähr, denn bei Bijan ist Karate Familiensache.
Hamburg – Der Hamburger Bijan Azadi ist erst 14, aber er hat schon ein klares Ziel: Er will Weltmeister im Karate werden. Sprungtritt aus der Drehung - für den Teenager kein Problem. Für seinen Traum trainiert er hart.“
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Als ich klein war, habe ich schon versucht, die verrücktesten Sachen zu machen. Ich habe immer probiert, der Beste zu sein, egal in was“, sagt Bijan. Er kämpft in der Gewichtsklasse über 70 Kilo, ist großgewachsen und durchtrainiert. „Wenn man vier, fünf Kämpfe hat, dann ist man am Ende einfach kaputt. Dann kommt es darauf an, wer am stärksten im Kopf ist.“

Leidenschaft liegt in der Familie
Bijan ist aktuell Deutscher Meister in der Altersklasse U16. Seine Leidenschaft für Karate liegt in der Familie. Sein Bruder ist Karateka, genau wie seine Mutter und sein Vater. Die ganze Familie trainiert die japanische Kampfkunst seit vielen Jahren. Vater Samad Azadi ist Träger des 7. Meistergrads im Shotokan-Karate, Präsident des Hamburger Karateverbands und ehemaliger Vize-Weltmeister.“
Karate ist Kampfkunst und Kampfsport zugleich und du hast sehr, sehr viele Möglichkeiten das zu erforschen. Eigentlich reicht ein Leben gar nicht dafür aus“, erzählt der 55-Jährige. Er hat 1984 mit dem Karate angefangen und nie aufgehört. Seit 2022 leitet er den Bundesstützpunkt Nord des Deutschen Karateverbands.
Frau beim Karate kennengelernt
“Es war immer meine Leidenschaft und ich bin dabeigeblieben. Ich habe auch meine Frau beim Karate kennengelernt. So hat es sich entwickelt, dass wir eine echte Karate-Familie geworden sind.“ Schon mit drei Jahren haben die beiden Söhne angefangen, ihre Eltern in das Dojo, wie die Trainingshalle im Karate genannt wird, zu begleiten.
Für Jahan Azadi, gerade 18 Jahre geworden, war das sogar fast zu spät, wie er sich erinnert.“ Ich habe immer gesehen, wie meine Eltern trainiert haben und wie da Action war. Aber ich durfte nie mitmachen. Und dann wurde mir gesagt, dass ich, wenn mein kleiner Bruder auf der Welt ist, anfangen kann mit Karate.“
Stolz auf die Söhne
Joanna Azadi hat lange in der polnischen Karate-Nationalmannschaft gekämpft und ist heute Landeskadertrainerin für den Nachwuchs in Hamburg. Dass ihre Söhne in die Fußstapfen der beiden Karate-Eltern treten, macht sie stolz.“ Geplant hatten wir das nicht, aber Karate ist unser ganzes Leben und das haben unsere Kinder mitbekommen“, sagt die 46-Jährige. Auch sie hat mehrfach bei Deutschen Meisterschaften gekämpft. „Die Jungs wollten dann mitmachen und das haben sie sich alles selbst erarbeitet. Die beiden leben ihren Traum, nicht unseren.“
Der älteste Sohn Jahan hat vor Kurzem das Training einer Kinder-Wettkampfgruppe übernommen und konnte direkt einen Erfolg feiern. Einer seiner Karate-Schüler wurde im Juni Deutscher Meister 2026 bei den unter 14-Jährigen.“ Das war Maksym Kychkyruk. Das war sehr, sehr emotional für mich. Ich habe mich richtig gefreut“, erzählt der junge Karatetrainer. „Ich habe es im Livestream verfolgt, mit meinem Bruder.“ Vater und Mutter Azadi waren mit zum Wettkampf nach Sachsen gefahren, Jahan aber musste in Hamburg bleiben, denn an dem Tag stand eine Abiturprüfung an.
Nächster Schritt Europameisterschaft
Für den jüngeren Bijan ist der nächste Zwischenschritt seiner Sportlerkarriere die Europameisterschaft Anfang 2027. Dafür trainiert er auch in den Sommerferien.“
Bei der Europameisterschaft wird das Niveau sehr hoch sein. Die werden alle stark und schnell sein und gute technische Skills haben“, meint der 14-Jährige. Für die Qualifikation muss Bijan in Herbst und Winter noch einige Ausscheidungsturniere bestreiten. Natürlich mit Unterstützung seiner ganzen Familie. (von Hagen Tronje Grützmacher)