Zermatter Ranger: Matthias (31) kämpft gegen Wildcamper und Güsel am 5-Seenweg

Aktualisiert4. Oktober 2026, 07:19Auf Tour in Zermatt«Einfach nur grusig»: Ranger Matthias (31) jagt WildcamperWildcamper, Feuchttücher und illegale Feuerstellen: Ranger Matthias Pfammatter (31) sorgt in Zermat...

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Zermatter Ranger: Matthias (31) kämpft gegen Wildcamper und Güsel am 5-Seenweg

Aktualisiert4. Oktober 2026, 07:19

Auf Tour in Zermatt«Einfach nur grusig»: Ranger Matthias (31) jagt Wildcamper

Wildcamper, Feuchttücher und illegale Feuerstellen: Ranger Matthias Pfammatter (31) sorgt in Zermatts Bergwelt für Ordnung. 20 Minuten hat ihn begleitet.

Fabienne Gnos

Zermatter Ranger Matthias (31) nimmt die 20-Minuten-Reporterin mit auf seinen Rundweg durch die Bergwelt.20min/Fabienne Gnos

Darum gehts

  • Ranger Matthias Pfammatter (31) patrouilliert in Zermatts Bergwelt und kontrolliert Wildcamper, Littering und illegale Feuerstellen.
  • Wildcampen ist in Zermatt verboten – auf seinen Morgenpatrouillierungen am 5-Seenweg trifft er jeweils rund fünf Wildcamper an.
  • Bussen ausstellen darf Matthias selbst nicht, regelmässig begleitet ihn deshalb die Regionalpolizei Zermatt.

«Hast du hier oben übernachtet?», fragt Ranger Matthias (31) einen Wanderer. «Nein, ich bin früh morgens hochgelaufen, um mir den Sonnenaufgang anzusehen, aber es war zu bewölkt», sagt er. Sein Rucksack ist verdächtig gross. Aber Matthias bleibt nichts anderes übrig, als ihm zu glauben.

Trotzdem erklärt er: «Wildcampen ist in Zermatt verboten.» Zudem fügt er an: «Wenn du mitten in der Nacht mit der Stirnlampe hochwanderst, störst du den Rhythmus der nachtaktiven Tiere.» Matthias’ Rundgang entlang des Zermatter 5-Seenwegs hat um 7.30 Uhr gerade begonnen – noch bevor die ersten Touristen mit der Bahn hochfahren. 20 Minuten begleitet ihn auf seiner Patrouille.

«Man kommt als Gast in die Berge – aber das verstehen viele nicht», sagt der Visper. Unterwegs ist er mit einem E-Bike. «So bin ich möglichst früh im Gebiet und gelange schnell von einem Ort zum nächsten.»

Littering ist in Zermatt ein Thema – vor allem entlang der fünf Seen. «Das sind die meistbesuchten Wege der Zermatter Bergwelt», sagt Matthias. Auf dem Rundgang trifft er hinter einem Gebüsch einen Haufen Feuchttücher an – jemand hat hier sein Geschäft verrichtet. Matthias ist fassungslos.

«Es ist einfach nur grusig.»

Matthias Pfammatter (31)

«Das ist Mikroplastik pur – sie brauchen mehrere Jahre, bis sie sich zersetzen und abgebaut haben», sagt er. Er hebt den Güsel auf. «Es ist einfach nur grusig.»

Eine kurze Velofahrt später sieht er eine von Menschen gemachte Feuerstelle. «Die muss ich jetzt zurückbauen», sagt er. Die Gefahr eines Waldbrands sei zu gross. «Es gibt genügend Feuerstellen, wo man seine Wurst bräteln kann.» Mitten in der Asche findet er alte, spitze Schrauben. «Das ist krass.»

Der gute Eisbrecher

Der Zeitpunkt des Rundgangs am Morgen ist entscheidend, denn: Wildcampen in Zermatt ist verboten. Während der frühen Morgenstunden treffe er pro Rundgang durchschnittlich fünf Wildcamper an, sagt Matthias.

Um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, habe er einen Trick: «Ich spreche sie an, wenn sie gerade die Landschaft fotografieren – das ist ein guter Eisbrecher.» Danach weist er sie auf das Campingverbot hin.

Büssen kann er Wildcamper nicht

Zwar haben die Camper zu diesem Zeitpunkt bereits oben auf dem Berg übernachtet, aber: «Wenn ich am Abend gehen würde, müssten sie noch herunterlaufen und eine Übernachtung suchen, das macht wenig Sinn.»

Wildcamping schade der Vegetation und störe nachtaktive Tiere, sagt Matthias. «Das ist fatal für die Tierpopulation.» Selber Bussen ausstellen dürfe er jedoch nicht. Deshalb begleitet ihn die Regionalpolizei Zermatt regelmässig auf seinem morgendlichen Rundgang.

1200 Franken Bussen

Laut Romy Biner-Hauser, Präsidentin der Gemeinde Zermatt, gab es im Sommer 2026 «einige» Verwarnungen für wildcampende Personen, wobei sechs Bussen ausgesprochen wurden. Die Höhe der Busse beträgt 200 Schweizer Franken.

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Fabienne Gnos

Fabienne Gnos (fgn), Jahrgang 2002, arbeitet seit Februar 2026 bei 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Bern.

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