Eintracht Frankfurt fällt beim 1:4 gegen Augsburg auseinander

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Eintracht Frankfurt fällt beim 1:4 gegen Augsburg auseinander

Stand: 06.09.2026, 20:34 Uhr

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Die Eintracht führt zur Halbzeit mit 1:0 und spielt manierlich. Dann fallen binnen 90 Sekunden zwei Gegentore – das zweite durch einen kapitalen Torwartfehler.

Eintracht Frankfurt ist schon auf dem Boden der Realität angekommen, ehe die Saison richtig begonnen hat. Im ersten Heimspiel der Saison kassierten die Hessen eine schmerzhafte 1:4 (1:0)-Klatsche gegen den FC Augsburg. Es war eine Niederlage, die die Frankfurter ins Mark trifft und nach den ersten 45 Minuten so nicht zu erwarten war.

06.09.2026, xpsx, Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt  - FC Augsburg v.l. Noah Atubolu (Eintracht Frankfurt) Enttäuscht, traurig, frustriert, ratlos, (DFL/DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS as IMAGE SEQUENCES and/or QUASI-VIDEO)

Sein Patzer ebnet den Weg in die Niederlage: Noah Atubolu. © Patrick Scheiber/Jan Hübner

Da führten die Platzherren mit 1:0, spielten zwar nicht die Sterne vom Himmel, aber doch sehr manierlich. Und wurden dann gnadenlos auf die Bretter geschickt. Ein Doppelschlag zu Beginn des zweiten Durchgangs ebnete den Augsburgern den Weg zum letztlich ungefährdeten Auswärtserfolg – und der Tabellenführung. Die Eintracht zerfiel in ihre Einzelteile, brach auseinander, sie geht am Stock. „Wir sind nicht stabil genug“, monierte Sportchef Markus Krösche. „Das hatten wir auch gegen Union Berlin. Daran müssen wir arbeiten.“ Mario Götze, plötzlich in der Startaufstellung, befand zerknirscht: „Wir dachten, wir hatten alles im Griff. Dem war aber nicht so. Wir haben aus dem Nix zwei Dinger kassiert.“ Und auf eine Saisonprognose angesprochen, antwortete er: „Wir wissen, wie schwierig es ist.“

Vor dem Spiel war die Stimmung gut, da war es Eintracht-Boss Axel Hellmann ein Anliegen, die Fans einzustimmen auf die neue Saison, die so viel besser werden soll als die alte. Er könne jetzt zwar keine Erfolge versprechen, er wisse nicht, ob wir „4:1 gewinnen oder 0:3 verlieren – doch diese Mannschaft und dieser Trainer haben Vertrauen verdient“, befand der mächtige Funktionär auf der Waldtribüne und streifte noch mal die zurückliegende Runde, die war nämlich nicht nur verkorkst. „Wir sind im Stadion auch eingeschlafen“, rief Hellmann launig aus. Das solle nun anders werden: „Der Impuls muss von der Mannschaft kommen.“

Eintrachts Baum indisponiert

Der kam auch, aber blöderweise nur eine Halbzeit lang. Zu Beginn sah das alles launig, vielversprechend und runderneuert aus. Und das Ganze brach dann in Durchgang zwei einfach wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Doch der Reihe nach.

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Es ging gut los, die Doppelspitze mit Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib, „zwei Frankfurter Jungs“ (Hellmann), legte los wie die Feuerwehr. Einen schönen Pass des pomadigen Can Uzun nahm Ebnoutalib auf, flankte in die Mitte, wo sich Jonny Burkardt im Luftduell mit Hennes Behrens wuchtig durchsetzte und zur frühen Führung einköpfte (6.). Die Eintracht blieb spielbestimmend, spielfreudig, giftig, spritzig, aggressiv. Nach schöner Kombination über Ritsu Doan und Ebnoutalib scheiterte Uzun an Keeper Finn Dahmen (11.). Genauso wie Raphael Onyedika mit einem satten Distanzschuss (28.) oder Ebnoutalib (39.). Der Stürmer war plötzlich ganz alleine durch, den muss er machen. Diese Großzügigkeit sollte sich rächen.

Von Augsburg war zwar bis dahin nichts, aber auch wirklich gar nichts zu sehen. Aber so ein Fußballspiel hat ja auch eine Halbzeitpause. Die kam den Gästen gerade recht.

Die Partie lief erst wenige Sekunden, als es im Eintracht-Kasten klingelte. Marius Wolf, früher im Adlerdress am Ball, schlug die Kugel einfach mal hoch rein, nicht mal besonders gefährlich, doch in der Mitte übersprang Arijon Ibrahimovic den indisponierten Elias Baum und köpfte ihm das Spielgerät auch noch auf den Schädel – zack, Ausgleich 1:1 (46.). Aus dem Nichts.

Eintracht-Keeper Atubolu patzt

Doch es kam noch schlimmer, und noch schneller. Einen harmlosen Schuss von Ibrahimovic ließ der neue Torwart Noah Atubolu zur Seite wegrutschen, Robin Fellhauer staubte ab, nur wenige Sekunden nach dem Ausgleich (47.). Das Spiel war nicht nur auf den Kopf gestellt. Alle Eintracht-Probleme ploppten auch wieder auf, im ICE-Tempo.

Das fängt an mit Atubolu, der geholt wurde, um Stabilität und Ruhe im Kasten zu haben, um wieder ein Fundament zu haben, auf dem aufgebaut werden kann. Doch dann solch ein kapitaler Bock, wie ihn Kaua Santos auch nicht schlimmer hätte produzieren können. Noah Atubolu, Kaua Santos 2.0. Das mag unfair sein und vielleicht auch nicht auf Dauer gelten, für dieses eine Spiel trifft es gleichwohl zu.

Und da wäre, zweitens, die allgemeine Verunsicherung, die dann in Windeseile um sich greift. Bei einem Gegentor verfällt die Mannschaft wieder in alte Muster, fällt auseinander. Sie hat keine Widerstandsfähigkeit, der kleinste Windzug pustet sie um.

Und da wäre, zum Dritten, die Gegentorflut, wie in der vergangenen Saison. Denn bei den beiden Gegentreffern blieb es nicht. Alexis Claude-Maurice (65.) und Fabian Rieder (89.) stellten auf 1:4. Der desillusionierende, in höchstem Maße frustrierende Endstand.

Insgesamt also sieben Gegentore gegen Union Berlin und den FC Augsburg. Willkommen in der Realität, Eintracht Frankfurt. Die ist bitter, es droht eine knüppelharte Saison. Von Europa braucht niemand mehr zu sprechen.