Eintracht Frankfurt Frauen zeigen in Mainz erst Schwächen und dann Charakter
Die Eintracht Frankfurt Frauen waren nach der Leistungssteigerung und den drei Punkten in Mainz zufrieden. Das neu gewonnene Selbstvertrauen soll nun mit ins Gepäck für die weite Reise im Europapokal.
- 3 min read
Service Navigation
Comeback vor toller Kulisse in Mainz Eintracht zeigt erst Schwächen und dann Charakter
Die Eintracht Frankfurt Frauen waren nach der Leistungssteigerung und den drei Punkten in Mainz zufrieden. Das neu gewonnene Selbstvertrauen soll nun mit ins Gepäck für die weite Reise im Europapokal.
Ereleta Memeti und Paulina Krumbiegel feiern den Eintracht-Sieg in Mainz. Bild © IMAGO / HMB-Media
Bild © imago / Eibner
Es blieb eine schöne Momentaufnahme: Nach dem 3:2-Sieg in Mainz am Freitagabend durften die Eintracht Frankfurt Frauen als Tabellenführerinnen der Fußball-Bundesliga übernachten. Um dann am Samstagmittag wie erwartet wieder von Bayern München einkassiert zu werden. Und trotzdem blieb vom Nachbarschaftsduell viel Positives hängen.
Arnautis schwärmt von Atmosphäre in Mainz
"Die Atmosphäre hat uns sehr große Freude gemacht", schwärmte Eintracht-Trainer Niko Arnautis nach der Partie in der Pressekonferenz und konnte sich eine Spitze in Richtung Männer-Bundesliga nicht verkneifen: "So eine Gästekurve schaffen hier vielleicht manche Mannschaften im Herrenbereich nicht." 16.500 Fans waren in der Arena, darunter auch sehr viele, die es mit den Frankfurterinnen hielten.
Die kamen mit den Aufsteigerinnen aus Mainz, die zuvor in vier Spielen überhaupt erst ein Tor erzielt hatten, zunächst gar nicht zurecht. "Wir waren überhaupt nicht in den Duellen", beschrieb es Nina Lührßen bei Magenta Sport. Ihr Coach schimpfte: "Du kannst nicht so leicht Gegentore kassieren." Zweimal traf Mainz, die Eintracht zeigte als großer Favorit erschreckende Schwächen in Sachen Aggressivität und Willen.
Eintracht zeigt "Mentalität und Charakter"
Das änderte sich im zweiten Durchgang komplett. "Es ging darum, dass wir unser wahres Gesicht zeigen", so Lührßen. "In der zweiten Halbzeit haben wir einfach unseren Fußball gespielt." Während die Nullfünferinnen zunehmend platt wirkten, schnürte die Eintracht sie regelrecht am eigenen Strafraum ein. Folgerichtig drehten Marthine Östenstad (58.), ein Eigentor von Johanna Berg (65.) und Rebecka Blomqvist (70.) die Partie zugunsten der Hessinnen.
"Die Mannschaft hat Mentalität und Charakter gezeigt", war Arnautis mit den zweiten 45 Minuten wieder komplett zufrieden. Bereits am vorherigen Spieltag gegen Hoffenheim war sein Team nach Rückstand zurückgekommen. "Es sind kleine Weckrufe, die vielleicht wichtig sind für die Saison."
Die Bundesliga-Ausbeute, die die Frankfurterinnen wie erwähnt zwischenzeitlich bis ganz nach oben gebracht hatte, kann sich tatsächlich sehen lassen. "Fünf Spiele, 13 Punkte, das muss man mit Umbruch erstmal machen", sagte Arnautis. Lührßen ergänzte: "Wir können mit enorm viel Selbstvertrauen in die nächsten Spiele gehen."
Für die Eintracht gehts nach Island
Das nächste Spiel findet erneut auswärts statt. Allerdings ist die Reise dieses Mal deutlich weiter: Am Mittwoch (18 Uhr) wartet Hafnarfjördur auf Island im Europa Cup. "Es wird dunkel, regnerisch und windig sein, darauf müssen wir uns einstellen", prognostizierte der Eintracht-Coach. Aber: "Es ist ein toller Wettbewerb und wir wollen sehr weit kommen, vielleicht sogar weiter als letztes Jahr." In der vergangenen Saison waren die Frankfurterinnen bis ins Halbfinale vorgedrungen.
Obwohl der Europa Cup auch dieses Mal nur das Trostpflaster nach der verpassten Champions-League-Qualifikation ist, hat die Eintracht ihrem Trainer zufolge "Bock". Am Wochenende wurde durchgeatmet, am Montag geht die Vorbereitung auf Hafnarfjördur los. "Wir wollen da den ersten Schritt für die nächste Runde machen und mit einem guten Ergebnis nach Hause kommen."