„Vielleicht hätte man mehr Geduld mit ihm haben müssen“: Uli Stein schützt Eintracht-Torhüter Kaua Santos

StartseiteEintrachtEintracht-Torhüterlegende Stein über Santos: „Vielleicht unrecht getan“Stand: 15.10.2026, 13:53 UhrKommentareUns auf Google folgenKaua Santos musste im Sommer den Platz im Tor räumen. Die Geg...

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„Vielleicht hätte man mehr Geduld mit ihm haben müssen“: Uli Stein schützt Eintracht-Torhüter Kaua Santos

Eintracht-Torhüterlegende Stein über Santos: „Vielleicht unrecht getan“

Stand: 15.10.2026, 13:53 Uhr

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Kaua Santos musste im Sommer den Platz im Tor räumen. Die Gegentorflut konnte dennoch nicht minimiert werden. Ex-Profi Uli Stein kritisiert die Abwehr.

Frankfurt – Als Kaua Santos bei der Generalprobe von Eintracht Frankfurt in London beim FC Brentford (0:7) ein schwerer Patzer unterlief, entzog ihm Trainer Adi Hütter das Vertrauen. Die Hessen wurden auf dem Transfermarkt aktiv und verpflichteten Noah Atubolu vom SC Freiburg. Die Gegentorflut konnte auch er bislang nicht eindämmen. 16-mal musste Atubolu in fünf Bundesligapartien hinter sich greifen. Das sind schmerzhafte Zahlen.

Kaua Santos litt unter der wackeligen Abwehr von Eintracht Frankfurt

Kaua Santos litt unter der wackeligen Abwehr von Eintracht Frankfurt © Marc Schüler

Uli Stein absolvierte von 1987 bis 1994 insgesamt 224 Bundesligaspiele für die Eintracht. Er stellte im Gespräch mit dem kicker klar: „Das Problem bei der Eintracht sind nicht die Torhüter, sondern das Defensivverhalten.“ Als erschreckend bezeichnete Stein das, was in der Defensive der Hessen los ist. Die Schlussmänner würden dann „oft alleingelassen“.

Stein nimmt Eintracht-Torhüter in Schutz

Die Rechnung, mit Atubolu statt Santos werde alles besser, war zu einfach und konnte so nicht aufgehen. Nimmt man den zu Leeds United abgewanderten Michael Zetterer hinzu, dann haben drei Schlussmänner seit August 2025 in 50 Pflichtspielen 103 Gegentore kassiert. „Wenn du im Tor nicht wirklich ein knallharter Charakter bist, sondern vielleicht etwas sensibel, dann lässt du dich davon anstecken“, erklärte Stein.

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Bei der 0:6-Klatsche gegen Leipzig gab es viele Beispiele für schwache Verteidigungsarbeit. Obwohl die Eintracht im eigenen Strafraum genügend Spieler hatte, kam der Gegner verhältnismäßig einfach zu Abschlüssen und Toren. Es kommt der Zeitpunkt, an dem auch ein Schlussmann die Patzer nicht mehr ausbügeln kann. Stein vermutete bei Bild vor einigen Wochen noch ein „mentales Problem“ bei Santos.

Diese Einschätzung hat er im kicker korrigiert: „Im Nachhinein muss man sagen, dass man Kaua Santos vielleicht doch unrecht getan hat. Vielleicht hätte man mit ihm mehr Geduld haben müssen. Aber hinter so einer wackeligen Abwehr kannst du als junger Torwart keine Stabilität erlangen.“ Alle drei haben Fehler gemacht. Doch häufig konnten sie die Schwächen der Vorderleute nicht ausgleichen – die Gegentorflut lässt sich deshalb nicht allein an den Torhütern festmachen.

Vor ihnen passiert eine Art Kettenreaktion, die durch alle Mannschaftsteile geht. Ganz vorn beim Pressing fehlt teilweise die Abstimmung, dadurch werden die Löcher im Mittelfeld zu groß und hinten fehlt der Zugriff. Dadurch ist die Eintracht so unsortiert – und unberechenbar für den eigenen Schlussmann.

„Als Torwart weißt du gar nicht: Geht der jetzt hin? Bleibt er stehen? Verdeckt er dir vielleicht noch die Sicht?“, so Stein. Wenn Hütter nicht für die nötige Kompaktheit sorgt, wird die Anzahl der Gegentore wahrscheinlich nicht sinken. Die Eintracht benötigt eine stabile Achse, die Rückschläge besser verkraftet. Das letzte „Zu-Null-Spiel“ liegt saisonübergreifend 13 Partien zurück. So jedenfalls kann kein Torhüter der Welt Selbstvertrauen aufbauen.