Einzigartige Seenlandschaft in Hessen – sie entstand erst in den 1980er Jahren

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Einzigartige Seenlandschaft in Hessen – sie entstand erst in den 1980er Jahren

Stand: 03.08.2026, 06:00 Uhr

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Beliebtes Ausflugsziel: Die Dietesheimer Steinbrüche in Südhessen.

Beliebtes Ausflugsziel: Die Dietesheimer Steinbrüche in Südhessen. © Andreas PulweyImago

Wo einst Basalt brach, glitzern heute tiefblaue Seen. Steile Felswände und 120.000 neue Bäume machen die Dietesheimer Steinbrüche zwischen Mühlheim und Steinheim einzigartig.

Mühlheim – Nur eine S-Bahn-Fahrt vom Frankfurter Hauptbahnhof entfernt liegt eines der ungewöhnlichsten Naherholungsgebiete der Region: die Dietesheimer Steinbrüche zwischen Mühlheim am Main und dem Hanauer Stadtteil Steinheim. Wo bis 1982 im großen Stil Basalt abgebaut wurde, ist inzwischen eine Landschaft aus tiefblauen Seen, steilen Felswänden und dichtem Laubwald entstanden – ein Ort, der Ausflügler ebenso anzieht wie Naturschützer auf den Plan ruft.

Bis zum Jahr 1982 fand in den Dietesheimer Steinbrüchen großflächiger Basaltabbau statt. Nach dem Ende der Abbautätigkeit stieg das Grundwasser in den ehemaligen Gruben, und es bildete sich nach und nach die heutige Seenlandschaft Dietesheimer Steinbrüche. Rund um die Gewässer wurden anschließend etwa 120.000 Bäume – vor allem Eichen und Erlen – sowie tausende Sträucher neu gepflanzt, wodurch über Jahrzehnte ein Naherholungsgebiet mit zahlreichen Wegen entstand, wie auf dem Blog „Wandern rund um Frankfurt“ beschrieben wird.

Dietesheimer Steinbrüche sind heute beliebtes Ausflugsziel

Das Areal wird von mehreren nebeneinanderliegenden Seen geprägt, die von teils bizarren, spektakulären Steilwänden gerahmt werden – ein Erbe des einstigen Basaltabbaus. Besonders eindrucksvoll ist der Blick von der fast 14 Meter hohen Canyon-Brücke, die einen der markanten Aussichtspunkte im Gebiet bildet. Wanderer beschreiben die schroffen Felsformationen entlang der Seeufer als ständig neue, beeindruckende Ausblicke, verbunden mit dem angenehmen Schatten des inzwischen dicht bewachsenen Laubwaldes, wie es bei „Wandern rund um Frankfurt“ heißt. Wer abseits der belebtesten Punkte unterwegs ist, kann die Natur nahezu ungestört erleben und begegnet dabei mitunter Eidechsen, die über die Wege huschen.

Ein rund sechs Kilometer langer Wanderweg führt um die Seen herum.

Ein rund sechs Kilometer langer Wanderweg führt durch das Areal. © Andreas Pulwey/Imago

Ein rund sechs Kilometer langer Wanderweg führt durch das Gebiet, das von der S-Bahn-Station Dietesheim aus in etwa 25 Minuten ab Frankfurt erreichbar ist. Die Tourismus- und Congress GmbH Frankfurt hebt mehrere Aussichtspunkte, Picknickplätze sowie einen Grillplatz entlang der Strecke hervor. Südlich schließen sich zudem die Streuobstwiesen am Gallenberg an – eine weitere, vom Menschen geprägte Landschaft in unmittelbarer Nachbarschaft.

Schutz für Flora und Fauna

Der Reiz der Landschaft bringt jedoch auch Verantwortung mit sich: Große Teile des Gebiets stehen unter Naturschutz, insbesondere das Naturschutzgebiet Oberwaldsee. Zum Schutz der Pflanzen- und Tierwelt ist das Verlassen der Wege dort untersagt.

Auch Schwimmen und Bootfahren sind wegen der Verletzungsgefahr an den steil abfallenden Felswänden im gesamten Naherholungsgebiet nicht erlaubt, das Betreten von Eisflächen zugefrorener Seen ist aus Sicherheitsgründen untersagt. Hunde müssen zum Schutz der Besucher sowie der besonderen Flora und Fauna an der Leine geführt werden. Im gesamten Naherholungsgebiet gilt zudem ein Grillverbot außerhalb der dafür vorgesehenen Plätze.

Ein Ausflugsziel mit Anziehungskraft

Die Beliebtheit des Gebiets zeigt sich auch daran, dass die meisten Besucher denselben, gut ausgetretenen Pfaden folgen – etwa rund um den Vogelsberger See oder zum Fotopunkt am Canyon-Steg Rundweg. Wer sich dagegen etwas abseits der Hauptrouten bewegt, findet ruhigere Abschnitte, etwa entlang des Oberwaldsees, dessen südwestliches Ufer mit wilden, kaum begangenen Pfaden und immer neuen Ausblicken aufwartet. Für die Einkehr bietet sich das Restaurant am Grünen See an, das direkten Blick auf das Wasser bietet, wie „Wandern rund um Frankfurt“ empfiehlt.