Bergedorfs „Ekelhaus“ bekommt eine zweite Chance
Hamburg „Ekelhaus“ in Hamburg: Jetzt soll es endlich umgebaut werden – mehr Wohnungen geplant Das Gründerzeithaus steht am Eingang zur Straße Reetwerder in Bergedorf. San...
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Hamburg
„Ekelhaus“ in Hamburg: Jetzt soll es endlich umgebaut werden – mehr Wohnungen geplant
Nach jahrelangem Leerstand wird das einstige „Ekelhaus“ in Bergedorf saniert. Der neue Eigentümer will Millionen investieren und mehr Wohnungen schaffen.
Jahrelang stand das Gebäude an der Alten Holstenstraße/Ecke Reetwerder in Bergedorf leer. 2018 wurde es nach einer Razzia für unbewohnbar erklärt. Rattenbefall, Schimmel und freiliegende Stromleitungen waren nur einige der festgestellten Mängel. Jetzt hat der neue Eigentümer seine Pläne für das „Ekelhaus“ bekannt gegeben.
In dem Haus in Bergedorf haben die Entkernungsarbeiten begonnen, berichtet das „Abendblatt“ – nach acht Jahren Leerstand und mehreren Versuchen einer Zwangsversteigerung. Am 15. April 2026 hat ein Geschäftsmann aus Lohbrügge das Gebäude für 1,7 Millionen Euro gekauft, heißt es in dem Bericht. Das Gründerzeithaus hat demnach einen geschätzten Wert von 5,8 Millionen Euro.
„Ekelhaus“ in Bergedorf – aus 13 Wohnungen werden 17
Drei Millionen Euro will er in die Immobilie investieren. Die Wohnflächen sollen wieder vermietet werden, aus den bisherigen 13 Wohnungen wolle er 17 machen. Auch die Gewerbeflächen im Erdgeschoss sollen bleiben. Möglich seien dort zwei bis vier Gewerbeeinheiten.
Die tragende Bausubstanz des Gebäudes sei in Ordnung, sagt der Geschäftsmann laut dem Bericht. Das Haus soll in einen vernünftigen Zustand gebracht werden. Die Haustechnik müsse neu installiert werden, die alten Teile seien marode. Anfang 2027 könne mit dem Um- und Ausbau begonnen werden, so der anonym bleiben wollende Geschäftsmann.
Im Mai 2018 wurde das Haus geräumt. Familien aus Bulgarien und Rumänien – insgesamt 158 Personen, darunter 67 Kinder – hausten dort unter unwürdigen Bedingungen in provisorisch abgeteilten Parzellen in den Wohnungen. Und das zu horrenden Preisen.
Verfahren wegen Mietwuchers: Die komplizierten Mietverhältnisse im „Ekelhaus“
Bei der Eigentümerin des Hauses und der Vermieterin der Wohnungen handelt es sich nicht um die gleiche Person. Die Vermieterin ist die ehemalige Schwiegermutter der Eigentümerin. Bei einem Gerichtstermin im März 2025 erschienen sowohl die Eigentümerin als auch der Insolvenzverwalter nicht. Die Vermieterin zeigte keinerlei Reue.
Die Staatsanwaltschaft hat im Juli 2024 Anklage gegen die Vermieterin und ihren Sohn wegen des Verdachts des Mietwuchers in fünf Fällen erhoben. „Die Angeschuldigten sollen als Vermieter eines Hauses in Hamburg-Bergedorf mit Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Einkommensverhältnisse auf dem Wohnungsmarkt keine Chance auf den Abschluss von Mietverträgen zu marktüblichen Preisen hatten, Mietverträge über einzelne Zimmer oder Wohnungen des stark sanierungsbedürftigen Hauses zu erheblich überhöhten Mieten abgeschlossen haben“, heißt es auf Anfrage bei der Staatsanwaltschaft.
Eine Pressesprecherin des Gerichts erklärt, dass das Hauptverfahren bislang nicht eröffnet wurde. Dagegen sei Beschwerde eingelegt worden. Eine Entscheidung darüber steht noch aus.