"Feiglinge": Diplomaten verlassen den Saal – Netanjahu reagiert scharf

"Feiglinge" Diplomaten verlassen den Saal – Netanjahu reagiert scharfVon reuters25.09.2026 - 01:54 UhrLesedauer: 3 Min.Die Rede Benjamin Netanjahus vor den UN löst einen Eklat aus. Dutzende Diplomaten verlassen...

  • 2 min read
"Feiglinge": Diplomaten verlassen den Saal – Netanjahu reagiert scharf

"Feiglinge"

Diplomaten verlassen den Saal – Netanjahu reagiert scharf

Von reuters

25.09.2026 - 01:54 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Rede Benjamin Netanjahus vor den UN löst einen Eklat aus. Dutzende Diplomaten verlassen den Saal. Der israelische Ministerpräsident wählt daraufhin drastische Worte.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bei einer Rede vor der UN-Vollversammlung am Donnerstag den New Yorker Bürgermeister, westliche Regierungschefs sowie Katar und die Türkei scharf angegriffen. Zuvor hatten Dutzende Diplomaten aus Protest den Saal verlassen. Netanjahu bezeichnete sie daraufhin als "moralische Feiglinge". Mit Blick auf die militärischen Auseinandersetzungen seines Landes betonte der Regierungschef: "Wir werden gewinnen, wir haben keine andere Wahl."

In seiner rund 40-minütigen Rede warf Netanjahu dem New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani, der ihn als Kriegsverbrecher bezeichnet hatte, Antisemitismus vor. "An all jene, die diese Lügen über mein Land und über unsere tapferen Soldaten verbreiten, sei es in diesem Saal oder im Büro des antisemitischen Bürgermeisters von New York, sage ich: Schämen Sie sich!", erklärte Netanjahu. Den Staats- und Regierungschefs westlicher Länder warf er vor, "antisemitischen Mobs" nachzugeben.

Mamdani wies die Vorwürfe umgehend zurück. Netanjahu habe seine Rede genutzt, um "haltlose Lügen zu wiederholen, die dazu dienen sollen, seinen Völkermord an den Palästinensern reinzuwaschen", erklärte der Bürgermeister. Keine Lüge könne die Tatsache ändern, dass gegen Netanjahu ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorliege. Netanjahu hatte in seiner Rede erklärt: "Israel hat keinen Völkermord begangen. Israel hat einen Völkermord verhindert."

Wahlkampfauftritt für Netanjahu?

Die Rede, die in Israel zur besten Sendezeit übertragen wurde, galt weniger als fünf Wochen vor den Parlamentswahlen als Wahlkampfauftritt. Im Vorfeld hatte die israelische Regierung nach eigenen Angaben in Manhattan 500 Plakate und Dutzende Lastwagen mit Botschaften zur Unterstützung Israels finanziert. Wie schon bei früheren UN-Auftritten nutzte Netanjahu Requisiten. Er hielt einen Pager hoch, eine Anspielung auf einen Angriff auf Mitglieder der Hisbollah im Libanon, und zeigte einen Satelliten-Internetempfänger von Starlink.