Elektroschiff EMS Gmund getauft – und das zweite ist schon bestellt
Das erste vollelektrische Motorschiff für den Tegernsee ist in Seeglas in Betrieb genommen worden. Finanzminister Albert Füracker verkündete bei der Taufe: Ein baugleiches zweites Schiff soll 2027 folgen.
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Stand: 01.09.2026, 19:00 Uhr
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Das erste vollelektrische Motorschiff für den Tegernsee ist in Seeglas in Betrieb genommen worden. Finanzminister Albert Füracker verkündete bei der Taufe: Ein baugleiches zweites Schiff soll 2027 folgen.
Gmund – Mit einem Festakt ist am Dienstag (1. September) am Schiffsanlegesteg in Seeglas die EMS Gmund, das erste vollelektrische Motorschiff für den Tegernsee, in Betrieb genommen und mit Charlotte Knobloch als Patin getauft worden. Finanz- und Heimatminister Albert Füracker überraschte mit der Nachricht: „Das nächste Elektroschiff ist bestellt.“
Albert Füracker (CSU) schwärmte in den höchsten Tönen. „Das ist ein Termin, den sich ein Finanzminister nicht schöner vorstellen kann. Noch dazu an einem der schönsten Orte der Welt und darüber hinaus.“ Viele Gäste waren gekommen. Angefangen vom Geschäftsführer der Staatlichen Seenschifffahrt, Michael Grießer, Tal-Bürgermeister oder deren Stellvertreter, Vize-Landrat Thomas Thomaschek und weitere Vertreter des öffentlichen Lebens, bis hin zu Einheimischen und Urlaubern, die vom Ufer aus zusahen. „Alle können miterleben, wie das Finanzministerium mit dem Geld umgeht“, sagte Füracker und ging ins Detail: „Die Investition von rund 4,2 Millionen Euro in dieses moderne Elektroschiff ist ein klares Bekenntnis zum Schutz unserer einzigartigen Natur am Tegernsee und zur Mobilität der Zukunft.“ Das E-Schiff, nahezu lautlos und komplett emissionsfrei, mit Platz für 180 Fahrgäste, sei ein starkes Zeichen für innovative Technik und nachhaltigen Tourismus. Das Geld sei gut investiert und ein wichtiger Schritt für die Region, so der Minister.
Nicht nur schöne Worte, sondern auch Fakten hatte der Minister dabei: Mit 25,40 Metern Länge, 6,25 Metern Breite, einer Batteriekapazität von 1150 kW/h und einem Gewicht von 66 Tonnen sei die EMS Gmund ein „echtes Schwergewicht“. Die lobenden Worte hörte einer gerne: Elmar Miebach-Oedkoven, Geschäftsführer der Lux-Werft in Niederkassel bei Bonn. Hier wurde die EMS Gmund nach einer Projektzeit von 24 Monaten gebaut. Und sie bleibt für den Freistaat weiter ein Partner. Denn Füracker überraschte mit der Nachricht, dass ein baugleiches zweites Schiff bei der Lux-Werft in Auftrag gegeben wurde. Bereits für 2027 sei die Lieferung geplant. „Das ist ein weiterer Schritt in die Zukunft“, sagte Füracker. „Wir sind voll auf Kurs.“

Als große Freude bezeichnete es der Minister, dass Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, die Rolle der Taufpatin übernahm. Die 93-Jährige fühlte sich geehrt: „Dass ich einmal Taufpatin für ein Schiff der Bayerischen Seenschifffahrt werden würde, hätte ich mir niemals träumen lassen.“ Sie versprach, einmal selbst mitzufahren, und dankte dem Freistaat, dass die Flotte beständig modernisiert werde. Es sei ein gutes Werk, wenn damit die überwältigende Schönheit der Landschaft für noch mehr Menschen ‚erfahrbar‘ gemacht werden könne. Knobloch wünschte dem Schiff, ihrer Besatzung und allen künftigen Passagieren „immer sichere Fahrt, gute Sicht und gute Laune“. Sie schloss mit dem hebräischen Wunsch „Masal tow“, „viel Glück“.
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Nach einem Grußwort des Gmunder Vize-Bürgermeisters Herbert Kozemko, folgte die Segnung durch ein Trio: den katholischen Pfarrer Stefan Fischbacher, seinen evangelischen Kollegen Andreas Kopp-von Freymann und den Rabbiner Shmuel Aharon Brodmann. Fischbacher drückte seine Freude über die interreligiöse Feier aus und besprengte das Schiff mit Weihwasser.
Das Singen der Bayernhymne, begleitet von den Gmunder Dorfmusikanten, stimmte auf den Höhepunkt ein: Charlotte Knobloch durchschnitt das weißblaue Band, und eine Flasche Sekt zerschellte an der Schiffswand. Mit einem Glas Sekt in der Hand betraten die Festgäste dann zum ersten Mal die frisch getaufte EMS Gmund, mit der Kapitän und stellvertretender Betriebsleiter Florian Fischbacher danach zur Rundfahrt ablegte.