Emotionales Gemeindederby in Bönen: Schiedsrichter pfeift nach Rudelbildung vier Minuten früher ab

wa.deSportHammStand: 09.08.2026, 19:49 UhrKommentareUns auf Google folgenSorgten für ein intensives Gemeindederby: Der FC Bönen mit Deniz Caliktas (rechts) und die SpVg Bönen, hier Malik Öncül. © Verena Schaffl...

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Emotionales Gemeindederby in Bönen: Schiedsrichter pfeift nach Rudelbildung vier Minuten früher ab

Stand: 09.08.2026, 19:49 Uhr

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Fußball, Kreisliga B: FC Bönen - SpVg Bönen Malik Öncül (SpVg) gegen Deniz Caliktas

Sorgten für ein intensives Gemeindederby: Der FC Bönen mit Deniz Caliktas (rechts) und die SpVg Bönen, hier Malik Öncül. © Verena Schafflick

Hitzige Szenen statt Fußballfest: Nach Rudelbildung und Beschimpfungen beendet der Schiedsrichter das Bönener Derby vorzeitig. Am Ende steht ein 1:1.

Bönen – Vier Minuten früher als angezeigt endete das Gemeindederby zwischen dem FC Bönen und der SpVg Bönen. Schiedsrichter Niko Kemper hatte genug. Beim Stand von 1:1 (0:0) pfiff er das Fußballspiel zum Saisonstart in der Kreisliga B in der Nachspielzeit ab. Zuvor war die Partie zunehmend hitziger geworden.

Vorausgegangen war eine Rudelbildung an der Torauslinie der SpVg. Nach einem Zweikampf soll es von einem FCB-Spieler zu einer Tätlichkeit gekommen sein, die Situation drohte zu eskalieren, Spieler Deniz Caliktas wurde von einem Mannschaftsoffiziellen des FC weggezogen. Die SpVg forderte vehement einen Platzverweis. Als der Schiedsrichter diesen nicht gab, flogen Beleidigungen in seine Richtung. Statt die Partie abzubrechen und damit eine mögliche Neuansetzung zu verursachen, pfiff der Unparteiische frühzeitig ab.

FC Bönen gegen SpVg Bönen: Derby endet mit Eklat

FC-Trainer Tutku Tekkanat musste nach Abpfiff erstmal einige Minuten den Platz verlassen, um sich zu beruhigen, wie er selbst sagte. Nicht etwa wegen des Schiedsrichters, sondern wegen der übertriebenen Emotionalität seiner eigenen Mannschaft: „Wir haben uns selbst die vier Minuten genommen, um vielleicht noch einen Treffer zu erzielen.“ Im Großen und Ganzen sei die Partie fair gewesen, aber: „Einige Spieler waren teilweise übermotiviert und haben zu viel aus so einem Spiel gemacht. Klar, es ist ein Derby, aber letztlich gibt es auch dafür nur drei Punkte. Ich habe schon vor dem Spiel gespürt, dass die Partie sehr hochgepusht wird. Deshalb konnten einige Spieler heute auch nicht ihre normale Leistung zeigen.“

Gerade diese Emotionen prägten das Spiel primär, Chancen waren eher Mangelware – dafür hatten die es aber in sich. Bereits nach elf Minuten rettete FC-Keeper Yasin Aydeniz mit starken Reflexen zweimal auf der Linie. Auf der anderen Seite wehrte Fatih Cebar per spektakulärer Grätsche einen Schuss von Yakub Cengin ab (27.).

Fußball, Kreisliga B: FC Bönen - SpVg Bönen

Unschöne Szenen gab es zum Ende der Partie bei einer Rudelbildung. © Verena Schafflick

Auch in Hälfte zwei gab es wenige Chancen, so testete Atakan Iscan Aydeniz, schoss aber direkt auf den Mann (51.). Dann holte sich Malik Öncül (SpVg) nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte ab (54.). Ein vermeintlicher Vorteil für den FCB. Doch kurz danach erzielte die SpVg nach einem Konter über Sezgin Bektas das 1:0 (59.).

Die nächste Chance ergab sich erst 20 Minuten später – durch einen Foulelfmeter, den Cagatay Kaya verwandelte (79.). SpVg-Torhüter Emre Tuzcuoglu sollte zuvor Caliktas gelegt haben. „Für mich war das kein Elfmeter, weil unser Torwart am Kopf getroffen wird. Er hat dort auch eine Verletzung davongetragen“, kritisierte SpVg-Coach Hüseyin Senol, der die Gelbe Karte wegen Meckerns sah.

Danach ging es nur noch über Kampf – bis zum frühen Abpfiff. „Wenn man mit einem Mann mehr spielt, kann ich mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden sein“, so Tekkanat zum Ergebnis. Aber die SpVg habe sich den Punkt verdient. Anders sah es sein Gegenüber Senol: „Mit dem 1:1 müssen wir jetzt leben. Ich finde, wir waren die bessere Mannschaft, vor allem in der zweiten Halbzeit.“