Volkswagen, BMW und Mercedes stecken im China-Dilemma

Als auf den Straßen in Peking und Shanghai immer mehr Elektroautos einheimischer Marken das Bild prägten, dämmerte es den deutschen Automanagern: Ihr jahrzehntelang florierendes Geschäftsmodell im einst profita...

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Volkswagen, BMW und Mercedes stecken im China-Dilemma

Als auf den Straßen in Peking und Shanghai immer mehr Elektroautos einheimischer Marken das Bild prägten, dämmerte es den deutschen Automanagern: Ihr jahrzehntelang florierendes Geschäftsmodell im einst profitabelsten Markt der Welt würde nicht mehr lange zu halten sein. Über Generationen waren Volkswagen, BMW und Mercedes mit ihren Verbrennermodellen im Reich der Mitte das Maß der Dinge. Nun sollten sie sich also der Transformation zur Elektromobilität stellen, und das taten sie auch.

Doch der Wandel in China überrollte sie mit einer Wucht und Geschwindigkeit, die selbst die pessimistischen Szenarien übertrafen. Heute geben die großen chinesischen Konzerne wie BYD oder Geely und Newcomer wie Aito oder Li Auto den Ton an – nicht nur bei billigen Steckdosenautos, sondern auch im elektrischen Premiumsegment, das Mercedes, BMW und Audi für sich beanspruchen.

Audi, BMW und Mercedes sitzen auf Ladenhütern

Bisher stehen die Deutschen der China-Herausforderung ratlos gegenüber. Einen elektrischen BMW bei einem chinesischen Joint-Venture-Partner bauen zu lassen, reicht nicht mehr, so viel steht fest. Doch selbst radikale Strategien schlugen fehl. Audi hat es mit einer neuen Submarke ohne die vier Ringe, aber mit chinaspezifischem Design und chinesischer Technik probiert. Aber der „Audi E5“, obwohl in nur 36 Monaten entwickelt und kostengünstig gefertigt, ist ebenso ein Ladenhüter wie die elektrischen Modelle von BMW und Mercedes.

Die Konsequenz aus dem China-Dilemma bleibt bestehen: Weil Autos in China schneller und effizienter produziert und entwickelt werden müssen, sind Anpassungen in den deutschen Fabriken und Entwicklungsabteilungen unerlässlich. „China Speed“ hat bei Audi schon zum Abbau von 2000 Ingenieurstellen geführt.

Die deutschen Autohersteller müssen eine Antwort finden

Wenn die chinesischen Autokonzerne, frustriert vom Preiskampf auf dem Heimatmarkt, in großem Stil auf die europäischen Automärkte drängen, wird das die Konzernzentralen in Wolfsburg, München und Stuttgart zu schmerzhaften Konsequenzen zwingen. Die deutschen Autohersteller wissen, was sie dann erwartet. Sie müssen eine Antwort finden. Viel Zeit haben sie vermutlich nicht.