Endstück oder dünn geschnitten?: Fleischkäseweck-Post – macht Anke Rehlinger jetzt den Söder?

Bayerns Regierungschef Markus Söder hat mit seinen Essens-Posts zweifelhafte Berühmtheit erlangt. Auch Anke Rehlinger hat jetzt ein Fleischkäseweck-Reel gepostet, das in Social Media kontrovers diskutiert wird.

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Endstück oder dünn geschnitten?: Fleischkäseweck-Post – macht Anke Rehlinger jetzt den Söder?

Endstück oder dünn geschnitten? Fleischkäseweck-Post – macht Anke Rehlinger jetzt den Söder?

Saarbrücken · Bayerns Regierungschef Markus Söder hat mit seinen Essens-Posts zweifelhafte Berühmtheit erlangt. Auch Anke Rehlinger hat jetzt ein Fleischkäseweck-Reel gepostet, das in Social Media kontrovers diskutiert wird.

10.08.2026 , 07:03 Uhr

Macht Anke Rehlinger (SPD) jetzt den Söder? Die Ministerpräsidentin des Saarlandes postete unlängst via Facebook, wie sie den Fleischkäs(e)weck am liebsten ist.

Foto: Scre/Screenshot Oliver Schwambach

Wann merkt man auch in der Politik, das Sommer ist? Spätestens, wenn Volksvertreter sich um Fragestellungen kümmern wie: Soll der Fleischkäse im Lieblingssnack vieler Saarländer vorzugsweise dick oder dünn geschnitten sein?

Anke Rehlinger jedenfalls bekommt gerade mit ihrem Facebook-Reel „Darf’s auch ein Endstück sein?“, worin die Regierungschefin vollmundig in einen Fleischkäseweck beißt, so richtig Social-Media-Resonanz. Garniert wird der regierungsamtliche Wurst-Verzehr mit dem Hinweis der Sozialdemokratin, „es gäbe wichtige Fragen, die geklärt werden“ müssten. Eben jene, wie man’s mit dem warmen Fleischkäseweck hält.

Manchem kommen angesichts solcher Bilder die diversen Essens-Posts von Rehlingers Amtskollegen Markus Söder hoch. Der CSU-Regierungschef propagierte im Netz über Monate oft, was der Hunger gerade so reintrieb. Ob Döner oder Nürnberger Bratwürste, der Franke verputzte vor laufender Kamera alles, Hauptsache Fleisch. Und wähnte sich so besonders volksnah. Sogar die Marke „Söder Kebab“ soll er sich gesichert haben. Mittlerweile hält Söder, auch wegen des Spotts und der Proteste, die er erntete, allerdings postmäßig eher Diät.

 Was Markus Söder (r, CSU) gerne isst, Döner zum Beispiel, das postet er auch gern. Der bayrische MP ist für seine Essens-Posts berüchtigt.

Was Markus Söder (r, CSU) gerne isst, Döner zum Beispiel, das postet er auch gern. Der bayrische MP ist für seine Essens-Posts berüchtigt.

Foto: dpa/Peter Kneffel

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Kundgebung zum Stahl-Aktionstag mit Anke Rehlinger und Reiner Calmund

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Foto: Ruppenthal

Doch Rehlinger wandelt nun offenbar auf Söders alten Spuren und beißt kraftvoll zu. Ob das Kurzvideo allerdings die erwünschten Reaktionen bringt – eher fraglich. Neben rund 950 Likes (Stand Sonntagabend. 9. August) hagelte es nämlich auch geharnischte Kommentare von Facebook-Nutzern, denen derartige Wurstigkeiten sauer aufstoßen.

„Liebe Frau Rehlinger, ich glaube, die Menschen in unserem Land haben andere Sorgen...“, bekundet etwa B.O. Klasen. Und Jörg Nicola merkt an: „Dicker Fleischkäse interessiert vor allem diejenigen, die ihre Industriearbeitsplätze unwiederbringlich verloren haben, weil sie sich sonst nicht mehr viel leisten können...“. Ein gewisser Chris Ehm kommentiert scharf: „Die Kosten sind dick, der Geldbeutel dünn und die Politik gibt ihren Senf ordentlich dazu!“ In einer weiteren Einlassung heißt es: „Wenn man mit solchen Videos von den eigentlichen Problemen im Land ablenken will, hat man es nicht mehr verdient, gewählt zu werden.“ Wohl zur Beschwichtigung heißt es auf dem Rehlinger-Account: „Das hier ist als humoristisches Video zwischendurch gedacht. Die allermeisten Beiträge befassen sich selbstverständlich mit ernsthaften politischen Angelegenheiten...“

Was von den Facebook-Nutzern auch nicht unbemerkt blieb, ist, wo Rehlinger das Reel aufnehmen ließ. Zwar wird „Globus“ nicht namentlich genannt. Die typischen Globus-Farben im Hintergrund lassen aber kaum Zweifel zu. „Wie mache ich Werbung für Globus, ohne Werbung für Globus zu machen?“, fragt ein User denn.

In der Staatskanzlei kümmern sich übrigens „vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ein Volontär – neben anderen Aufgaben etwa in der Pressestelle oder der Internetredaktion – um die Social Media Kanäle“, erklärt die Staatskanzlei auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung. Das reiche allerdings von den Kanälen „Staatskanzlei Saarland“ über „Saarland.de“, „Europa im Saarland“ bis zu „Interreg“. Auf TikTok gebe es zudem den Account „RegSprecherSaarland“, auf LinkedIn die Accounts „Staatskanzlei“ sowie „Saarland“ und den Youtube-Kanal des Saarlandes. Die Kanäle von Anke Rehlinger seien vor allem ihrer Person zugehörig, heißt es aus der Staatskanzlei. Rehlinger poste dort auch selbst – und entscheidet somit wohl selbst über reinbeißen oder nicht reinbeißen.

Neben den Personalkosten seien die Kosten, die exklusiv für Social Media anfallen, gering. „Im laufenden Jahr 2026 sind bislang 100 Euro für die Bewerbung eines Postings auf dem Facebook-Account der Staatskanzlei angefallen. Außerdem fielen für Wartung und Bereinigung von Zugriffsrechten aller Meta-Kanäle Kosten für einen externen Dienstleister im Umfang von rund 2.000 Euro an“, so die Rückmeldung vom Saarbrücker Ludwigsplatz, diese Kosten hätten aber nicht die Accounts von Anke Rehlinger betroffen. Wenn einem also beim Fleischkäseweck-Post der Appetit vergeht, war es zumindest nicht so teuer.