Entgegen Bundestrend: Neue Hochzeitshochburg im Kreis Saarlouis – wo sich die meisten Paare das Ja-Wort geben
Im Saarland geben sich wie auch bundesweit immer weniger Paare das Ja-Wort. Im Landkreis Saarlouis gibt es jedoch auch Kommunen, in denen eine andere Entwicklung verzeichnet wird. Vor allem ein Ort entpuppt sich überraschend als neue Hochzeitshochburg in der Region.
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Entgegen Bundestrend Neue Hochzeitshochburg im Kreis Saarlouis – wo sich die meisten Paare das Ja-Wort geben
Saarlouis · Im Saarland geben sich wie auch bundesweit immer weniger Paare das Ja-Wort. Im Landkreis Saarlouis gibt es jedoch auch Kommunen, in denen eine andere Entwicklung verzeichnet wird. Vor allem ein Ort entpuppt sich überraschend als neue Hochzeitshochburg in der Region.
13.10.2026 , 07:13 Uhr
Im Saarland gehen die Zahlen der standesamtlichen Eheschließungen immer weiter zurück. Im Landkreis Saarlouis gibt es jedoch auch Orte, an dem ein anderer Trend zu verzeichnen ist.
Foto: dpa/Uwe Anspach
Der Sommer neigt sich dem Ende zu und somit auch die Hochsaison für Trauungen. Doch die Saarländer heiraten immer weniger. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gehen die Zahlen der standesamtlichen Eheschließungen hierzulande – wie auch generell in Deutschland – seit Jahren zurück. Sagten sich 2015 noch 4.861 Paare im Saarland das Ja-Wort, waren es 2025 nur noch 3.995 Paare. Ein Rückgang von rund 18 Prozent. Doch wie sieht es in den Kommunen des Landkreises Saarlouis aus? Wir haben bei den hiesigen Standesämtern nachgefragt – mit einem teils überraschenden Ergebnis.
Wie hat sich die Zahl der Trauungen in der Region entwickelt?
Der rückläufige Trend bei den standesamtlichen Hochzeiten lässt sich insgesamt auch im Landkreis Saarlouis beobachten. In Summe zeigen die Daten der hiesigen Standesämter für die vergangenen fünf Jahre ebenfalls einen Abwärtstrend. Heirateten im Jahr 2021 noch 821 Paare, waren es im Jahr 2025 nur noch 745. Auch die meisten Kommunen registrieren einen Rückgang bei den standesamtlichen Trauungen. So hat sich die Zahl der Hochzeiten in Rehlingen-Siersburg beispielsweise zwischen 2022 (120 Trauungen) und 2025 (69) beinahe halbiert. In Saarlouis und Wadgassen waren die Zahlen in den vergangenen Jahren hingegen eher stagnierend. In Lebach, Schmelz, Nalbach, Saarwellingen und Ensdorf ist überraschenderweise jedoch ein anderer Trend zu verzeichnen: Hier haben die Zahlen seit 2021 merklich zugenommen. In der Gemeinde Ensdorf haben mit zuletzt 53 Paaren sogar doppelt so viele sich das Ja-Wort gegeben, als noch 2021.
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Foto: Jana Rupp
Die meisten Trauungen verzeichnete 2025 die Kreisstadt Saarlouis mit insgesamt 116 Hochzeiten, die wenigsten hingegen die Gemeinde Bous, wo sich 2025 nur 31 Paare das Ja-Wort gaben. Setzt man nun aber die Zahlen der Hochzeiten mit der jeweiligen Einwohnerzahl ins Verhältnis, so zeichnet sich ein etwas anderes Bild: Saarlouis zählt hier mit 3,08 Hochzeiten pro 1000 Einwohner tatsächlich eher zu den Schlusslichtern im Landkreis. Nur in Lebach heiraten mit zuletzt 2,49 Hochzeiten pro 1000 Einwohner verhältnismäßig weniger Paare. Hochzeitshochburg ist derweil die Gemeinde Ensdorf. Mit 7,76 Hochzeiten pro 1000 Einwohner gaben sich hier mehr Paare das Ja-Wort als in jeder anderen Kommune der Region – und rund doppelt so viele wie im landkreisweiten Schnitt, der bei 3,89 Hochzeiten pro 1000 Einwohner liegt.
Wann wird am meisten geheiratet?
Nach Angaben der Kommunen heiraten die meisten Paare hierzulande in den Sommermonaten. Aber auch ein Wintermonat ist demnach besonders beliebt: der Dezember. Generell gelte jedoch: Die Beliebtheit verschiedener Orte ist auch an die jeweilige Jahreszeit geknüpft. Ein Veranstaltungsort, welcher einen großen Außenbereich aufweist, ist zudem mehr durch das Wetter beeinträchtigt, als ein Trauort unter Dach.
Die meisten Kommunen geben an, dass der Großteil der Paare aus der eigenen Gemeinde kommt. Eine Ausnahme bildet hier die Gemeinde Rehlingen-Siersburg. Auf Anfrage unserer Redaktion teilt die Gemeinde mit, dass mehr als zwei Drittel der Paare von außerhalb kommen, um sich hier das Ja-Wort zu geben. Ein Grund hierfür könnte das Schloss Hausen im Ortsteil Rehlingen sein. Dort verzeichnet die Gemeinde 80 Prozent aller Trauungen.
Wo kann außerhalb des Standesamtes geheiratet werden?
Mit Ausnahme von Bous und Lebach kann in jeder Kommune außerhalb des Standesamtes geheiratet werden. Die meisten Veranstaltungsorte weist die Gemeinde Schmelz auf. Hier hat man zwischen gleich fünf Veranstaltungsorten die Wahl: So sind neben dem Trauzimmer im Rathaus, dem Alten Zollhaus auch die Weinscheune in Hüttersdorft sowie das Gesindehaus und die Alte Linde der Bettinger Mühle ein möglicher Trauort.
In Zukunft können sich Paare auf noch mehr Trauorte für den Landkreis Saarlouis freuen. Die Gemeinden Nalbach, Rehlingen-Siersburg und die Stadt Dillingen planen für die Zukunft ihr Angebot auszubauen. In Nalbach soll zukünftig die Möglichkeit bestehen, im Maschinenhaus am Steinbruch zu heiraten. „Damit soll künftig ein weiterer außergewöhnlicher Trauort zur Verfügung stehen, der durch seine besondere Lage und sein historisches Ambiente einen ganz eigenen Charakter besitzt“, teilt eine Vertreterin des Standesamtes mit. Die Gemeinde Rehlingen-Siersburg plant als weiteren Trauort die Kapelle in Oberesch. Und Anfang September hatte die Saarbrücker Zeitung über den neuen Trauort in Dillingen berichtet: das Alte Schloss. Hier können sich ab 2027 Paare wieder standesamtlich trauen lassen. (pte)