Enthüllt: Unveröffentlichtes Schreiben an die EU warnt vor russischen Aktionen
StartseitePolitikStand: 28.08.2026, 14:33 UhrKommentareUns auf Google folgenEin internes Schreiben warnt vor russischen Aktionen im Baltikum.Moskau – Die Sorge vor möglichen russischen Aktionen gegen NATO-Staat...
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Stand: 28.08.2026, 14:33 Uhr
Ein internes Schreiben warnt vor russischen Aktionen im Baltikum.
Moskau – Die Sorge vor möglichen russischen Aktionen gegen NATO-Staaten im Baltikum wächst. Ein bislang nicht öffentliches Schreiben an Brüssel warnt vor zunehmenden Zwischenfällen im Luftraum und vor Drohnenvorfällen. Estland, Lettland und Litauen verstärken zugleich ihre Vorbereitungen auf mögliche Auseinandersetzungen mit Russland.
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Das Schreiben vom 30. Juli ging an Ursula von der Leyen. Unterzeichnet wurde es von Kaja Kallas, Andrius Kubilius und Valdis Dombrovskis sowie den polnischen und finnischen EU‑Kommissaren. Die Verfasser sprechen von einer „Häufigkeit von Luftraumverletzungen und Drohnenüberflügen“, wie Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RFL) unter Berufung auf die Dokumente berichtet.

Die Warnungen seien Teil einer Serie von Hinweisen gewesen, die sich über den Sommer verdichtet hätten. Am 25. August reiste CIA-Direktor John Ratcliffe überraschend nach Moskau. Dort habe er den Kreml nach Angaben der US-Medien Wall Street Journal und Politico davor gewarnt, die Spannungen mit US-Verbündeten weiter zu verschärfen – besonders mit Estland, Lettland und Litauen.
CIA-Chef flog überraschend nach Moskau
Bereits am 6. August hatte das Wall Street Journal über US-Geheimdiensterkenntnisse berichtet. Demnach könne Russland die Entschlossenheit der NATO bereits im Herbst mit einem begrenzten Vorstoß testen.
Baltische Diplomaten bestätigten RFE/RFL zufolge zusätzliche Erkenntnisse über mögliche russische Operationen unter falscher Flagge. Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden konventionellen Angriff gebe es jedoch nicht.
Die Diplomaten verwiesen zudem darauf, dass mögliche Aktionen nicht auf das Baltikum beschränkt sein müssten.
In mehreren NATO-Staaten, darunter Deutschland, Polen und die Slowakei, gab es zuletzt Vorwürfe oder Verdachtsfälle russischer Beteiligung an Anschlagsversuchen, Bränden und Drohnenvorfällen.
Experte sieht keine neue Bedrohungslage
Die NATO habe unterdessen detaillierte Pläne für den Fall russischer Raketenangriffe und Grenzvorstöße ausgearbeitet, wie der litauische Sender LRT.lt berichtet. Dazu gehörten auch Maßnahmen gegen russische Nachschubwege auf russischem Gebiet.
Nur wenige Tage vor dem Bekanntwerden der Briefe an Brüssel warnte der estnische Sicherheitsexperte Marek Kohv gegenüber LRT.lt jedoch davor, die neuen Hinweise zu überinterpretieren. „Eigentlich ist an diesen Warnungen nichts neu“, sagte der Leiter des Programms für Sicherheit und Resilienz am International Centre for Defence and Security. Russland greife westliche Staaten bereits seit Jahren mit hybriden Mitteln an.
Nach Kohvs Einschätzung hat sich die Sicherheitsbewertung Estlands deshalb nicht verändert. Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur seien längst ein dauerhaftes Problem. Moskau profitiere zudem davon, Ängste vor einer Eskalation in westlichen Gesellschaften zu verstärken.
Konventionelle russische Militäroperationen gegen die baltischen Staaten hält der estnische Nachrichtendienst weiter für unwahrscheinlich, solange russische Kräfte im Krieg gegen die Ukraine gebunden sind. Im Vordergrund stünden stattdessen Sabotage, Cyberangriffe und Informationskampagnen, sagte ein Vertreter der estnischen Regierung zu LRT.lt.
Quellen: LRT.lt, Radio Free Europe/Radio Liberty, nif/red.