Entkräftetes Dynamo Dresden unterliegt Hertha BSC
Über weite Strecken gut gespielt, aber am Ende fehlte die Kraft: Dynamo Dresden hat das Topspiel der 2. Bundesliga am Samstagabend vor 29.122 Zuschauern im heimischen Rudolf-Harbig-Stadion gegen Spitzenreiter Hertha BSC mit 1:2 (1:1) verloren. Abseits des Rasens blieb es ruhig.
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AUDIO: Dynamo Dresden verliert gegen Berlin (1 Min)
Fußball | 2. Bundesliga
Stand: 19.09.2026 22:42 Uhr
Über weite Strecken gut gespielt, aber am Ende fehlte die Kraft: Dynamo Dresden hat das Topspiel der 2. Bundesliga am Samstagabend vor 29.122 Zuschauern im heimischen Rudolf-Harbig-Stadion gegen Spitzenreiter Hertha BSC mit 1:2 (1:1) verloren. Abseits des Rasens blieb es ruhig.
von Raphael Crass, SPORT IM OSTEN
Dynamo musste kurzfristig auf Stamm-Innenverteidiger Thomas Keller verzichten, der mit einem Infekt ausfiel. So kam Till Neininger zu seinem ersten Einsatz im Dynamo-Dress und Patrice Čović sowie Simon Straudi standen erstmals in der Anfangsformation der Dresdner.
Ende
19.09.2026 20:30 Uhr
1:2(1:1)
Aufstellung
Dynamo Dresden
T. Schreiber - A. Rossipal, A. Muhamedbegović, T. Neininger, S. Straudi (74. J. Sterner) - N. Rapp (74. F. Müller), R. Wagner - B. Bobzien, N. Hauptmann (66. T. Raschl), P. Čović (74. J. Lemmer) - V. Vermeij (66. C. Daferner)
Hertha BSC
M. Gersbeck - M. Pedersen, N. Kolbe, L. Gechter, J. Eitschberger (74. D. Zeefuik) - K. Sessa (90. P. Klemens), P. Seguin - J. Brekalo, J. Þorsteinsson (86. S. Gouram), O. Adewumi (74. F. Alfa-Ruprecht) - S. Grønning (46. G. Nilsson)
Weitere Daten zum Spiel
Fußball, 2. Bundesliga (M)
Ergebnisse und Tabelle
Nach einer Anfangsphase mit sehr wenigen Ballberührungen in den eigenen Reihen konnte sich Dynamo ein wenig mehr Spielanteile verschaffen und ging mit dem ersten gut vorgetragenen Angriff in Führung. Čović spielte einen Doppelpass mit Vincent Vermeij, dann versenkte ausgerechnet der Sohn von Hertha-Legende Ante Čović den Ball rechts im Tor. Ein Berliner war noch dran und fälschte den Ball unhaltbar für seinen eigenen Keeper ab (10.). Čović ist damit im Alter von 19 Jahren, 2 Monaten und 25 Tagen der jüngste Torschütze der Dresdner Zweitliga-Geschichte.
Patrice Covic (Nr. 24) trifft zum 1:0 für Dynamo.
Vermeij vergibt - Thorsteinsson eiskalt
Die Gäste brauchten ein wenig, um den Schock zu verdauen, kamen aber nach knapp 20 Minuten wieder zu mehr Offensivaktionen. Dynamo fehlte in dieser Phase die Intensität, die sie vorher gezeigt hatten. Bei einer Kontersituation ließ Vermeij das mögliche 2:0 liegen, als er fünf Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig traf. Und das sollte sich rächen. Drei Minuten später stellte Jón Dagur Thorsteinsson auf 1:1 (26.). Der aktivste Hertha-Spieler zog flach von der Strafraumgrenze ab und überwand Schreiber.
Das Spiel war nun ausgeglichen, kurz vor der Pause aber hätte die Hertha fast noch erhöht. Erst klärte Straudi für seinen geschlagenen Schlussmann knapp vor der Linie. Einen Schuss nach der anschließenden Ecke konnte Schreiber mit einem guten Reflex parieren (45.).
Dynamo gleich zwei Mal mit viel Glück
Die zweite Hälfte begann gegensätzlich zur ersten. Diesmal hatte Dynamo den Ball, die Hertha lief meist hinterher und versuchte es nach Balleroberung mit schnellem Spiel nach vorne. Das wäre in der 53. Minute fast von Erfolg gekrönt worden, aber der eingewechselte Gustaf Nilsson brachte die Kugel - ähnlich wie Mario Gomez 2008 - aus vier Metern freistehend nicht im Tor unter.
Kurz danach jubelte die Hertha über die vermeintliche Führung, nachdem Oluwaseun Adewumi am langen Pfosten eine perfekte Hereingabe von Josip Brekalo ins Tor köpfte. Aber der Jubel verstummte jäh, als der Videoassistent eingriff und das Tor wegen eines minimalen Handspiels von Adewumi zurücknahm.
Hier soll Herthas Adewumi den Ball mit der Hand gespielt haben.
Dresden körperlich am Ende
Die Sachsen selbst agierten zu diesem Zeitpunkt in der Offensive zu schwach, vor allem Vermeij fand immer wieder keine guten Lösungen. So langsam schien Dynamo die Puste auszugehen, SGD-Coach Stamm hatte schon alle fünf Wechsel aufgebraucht, als die Hertha zum entscheidenden Spielzug ansetzte. Wieder bekam Thorsteinsson den Ball, drehte auf und machte Meter. Sein Gegenspieler Robert Wagner konnte ihm völlig entkräftet nicht mehr folgen und der Berliner drosch die Kugel aus 18 Metern unhaltbar für Schreiber ins rechte Eck (80).
Obwohl Dynamo inklusive Nachspielzeit noch rund 15 Minuten blieben, blieb ein Aufbäumen aus. Es fehlte schlicht die Kraft, sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen. Fast alle Dynamos waren konditionell im roten Bereich. Eine aussichtsreiche Offensivaktion sprang nicht mehr heraus.
Damit wird Dynamo die dreiwöchige Spielpause durch den langen Länderspielblock auf dem vorletzten Platz verbringen müssen. Allerdings ist da unten noch alles sehr dicht beieinander. Insgesamt fünf andere Teams haben wie die SGD vier Punkte auf dem Konto. Trotzdem wartet auf Thomas Stamm eine Menge Arbeit in der spielfreien Zeit.
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