Er wurde nicht immer geliebt - Vom Horrordebüt zur Krönung: Messis wechselhafte Nati-Karriere

Der letzte Vorhang für Lionel Messi in der argentinischen Nationalmannschaft ist gefallen. Wir blicken auf die Meilensteine zurück. Teilen ...

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Er wurde nicht immer geliebt - Vom Horrordebüt zur Krönung: Messis wechselhafte Nati-Karriere

Der letzte Vorhang für Lionel Messi in der argentinischen Nationalmannschaft ist gefallen. Wir blicken auf die Meilensteine zurück.

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2005: Der Start

Messis Geschichte für Argentinien beginnt denkbar unglücklich. Am 17. August 2005 wird der «Floh» aus Rosario als 18-Jähriger gegen Ungarn eingewechselt – und fliegt nach nicht einmal einer Minute wegen einer Tätlichkeit vom Platz. Interessant: Auch Diego Maradona gab sein Debüt seinerzeit 1977 gegen Ungarn. Sein erstes Länderspieltor erzielt Messi am 1. März 2006 beim 2:3 gegen Kroatien per sehenswertem Schlenzer.

2006: Das WM-Debüt

Messis WM-Achterbahnfahrt beginnt bei der Endrunde in Deutschland 2006, neben Stars wie Carlos Tevez, Javier Saviola und Hernan Crespo hat er es nicht leicht. In der Gruppenphase erzielt er sein erstes WM-Tor, im Viertelfinal gegen Deutschland muss Messi jedoch 120 Minuten von der Bank zusehen, wie Argentinien im Elfmeterschiessen ausscheidet. Zu Hause entbrennt die Diskussion, warum der Jungstar nicht zum Einsatz kam.

Mann in Sportkleidung sitzt nachdenklich auf einer Bank.
Legende:

Scheuer Neuling

Lionel Messi musste sich 2005 langsam an die «Albiceleste» und deren Stars herantasten.

imago images/Ulmer

2007: Der Rückschlag

Messi spielt insgesamt eine starke Copa America in Venezuela, doch ausgerechnet im Final folgt die Ernüchterung. Argentinien geht als Favorit in das Duell mit Brasilien, verliert aber mit 0:3. Für Messi ist es die erste grosse Finalniederlage. Es wird nicht die letzte bleiben – der Druck auf den Ausnahmekönner in seiner Heimat wächst in den folgenden Jahren stetig.

2009: Die Nummer 10

Mit Diego Maradona als Nationaltrainer beginnt für Messi eine neue Ära: Nach dem Karriereende von Juan Roman Riquelme erhält «La Pulga» dauerhaft die legendäre Nummer 10, die einst Maradona trug. Messi ist bei Barcelona längst ein Weltstar, doch in Argentinien wird immer wieder gefragt, warum er im Nationalteam nicht dieselbe Magie entfaltet. Die Rückennummer wird damit gleichermassen zum Ritterschlag und zur Bürde: Messi soll endgültig Maradonas Erbe antreten, die Erwartungen steigen ins Unermessliche.

Fussballspieler in gestreiftem Trikot zeigt zur Seite auf dem Spielfeld.
Legende:

Die ikonische 10

Lionel Messi erbt 2009 die Nummer von Diego Maradona.

imago images/ANP

2010: Die Captainbinde

Unter Maradona trägt Messi als Ersatz von Javier Mascherano erstmals die Kapitänsbinde der «Albiceleste», später macht ihn Alejandro Sabella dauerhaft zum Spielführer. Damit verändert sich seine Rolle grundlegend. Aus dem hochbegabten Hoffnungsträger wird zunehmend der Anführer einer ganzen Fussballnation.

2014: Das Drama

Messi führt Argentinien bei der WM 2014 in den Final von Rio gegen Deutschland, Mario Götze lässt seinen Traum vom Titel in der Verlängerung platzen. Er wird zum besten Spieler des Turniers gewählt, doch das lindert Messis Schmerz und die Enttäuschung nach der Finalpleite nicht.

2016: Der Rücktritt

«Das war's», sagt Messi und schockt seine Fans 2016 nach zwei verlorenen Endspielen bei der Copa America jeweils gegen Chile mit dem Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Mit nur 29 Jahren. Doch der Frust hält zum Glück nicht lange an.

2022: Die Krönung

2021 gewinnt Messi mit Argentinien endlich seinen ersten grossen Titel, ausgerechnet im Maracana-Stadion triumphiert er mit seinem Team bei der Copa America gegen den Erzrivalen Brasilien. Ein Jahr später dann die Krönung, als der Nationalheld nach einem packenden Final gegen Frankreich den WM-Pokal in den Himmel von Katar reckt.

2026: Der Abschied

Mit all seiner Erfahrung und Kreativität schafft es Messi im Sommer tatsächlich noch einmal in den WM-Final, doch Spanien ist vor den Toren New Yorks einfach zu stark, Messi vergiesst bittere Tränen. Danach kündigt die Legende den endgültigen Abschied aus der «Albiceleste» an. Nach über 20 Jahren.

Radio SRF 3, Bulletin, 7.10.26, 06:40 Uhr ;  sid/czü