Dörfer in Italien von Außenwelt abgeschnitten: Erdrutsch und Hochwasser bedrohen Campingplatz mit 250 Urlaubern

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Dörfer in Italien von Außenwelt abgeschnitten: Erdrutsch und Hochwasser bedrohen Campingplatz mit 250 Urlaubern

Erdrutsch und Hochwasser bedrohen Campingplatz in den Alpen: 250 Menschen evakuiert

Stand: 21.08.2026, 08:09 Uhr

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Erdrutsche haben vier italienische Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten. Jetzt wird deshalb ein Campingplatz evakuiert.

Isola di Fondra – Es war kurz nach 20 Uhr, als die Hubschrauber der Feuerwehr über dem sonst ruhigen Bergdorf Isola di Fondra in der Lombardei aufstiegen. Infolge des Unwetters in Norditalien war der Fluss Brembo am Donnerstag (20. August) gefährlich angeschwollen. Zudem ging unweit des Dorfes ein Erdrutsch nieder. Die Einsatzkräfte entschieden daher, einen Campingplatz zu evakuieren.

Wegen des Unwetters in Norditalien muss ein Campingplatz evakuiert werden.

Wegen des Unwetters in Norditalien muss ein Campingplatz evakuiert werden. © Vigili del Fuoco

250 Menschen – Personal und Urlauber – mussten den Campingplatz San Simone verlassen, meldete die italienische Feuerwehr beim Onlinedienst X. Die Einsatzkräfte begannen mit Frauen und Kindern. Die Betroffenen wurden in einer ehemaligen Ferienanlage in Trabuchello untergebracht.

Vier Ortenschaften von Außenwelt abgeschnitten: Feuerwehr evakuiert Campingplatz

Das Unwetter war über die Täler von Seriana und Brembana gefegt. Mehrere Erdrutsche sorgten für Chaos. Geröll und Schlamm ergossen sich über die Straßen, berichtete Corriere di Bergamo. Die Gemeinden Foppolo, Branzi, Carona und Valleve – oberhalb von Isola di Fondra – waren deshalb von der Außenwelt abgeschnitten. Über 200 Tagesausflügler saßen fest und mussten improvisierte Notunterkünfte finden.

Auch Bürgermeister Carletto Forchini hatte in der Nacht zu Freitag (21. August) alle Hände voll zu tun. Neben der Großevakuierung des Campingplatzes half er auch bei der Evakuierung einer vierköpfigen Familie aus ihrem Haus, die ein Zivilschutzhelfer aufnahm. „Ein solches Hochwasser hat es seit Jahren nicht mehr gegeben“, sagte Forchini laut Corriere di Bergamo.

Unwetter zieht über den Norden Italiens: Vorerst keine Entwarnung

Die italienische Gemeinde Isola di Fondra liegt eingebettet zwischen den Bergamasker Alpen und dem Fluss Brembo. Sie befindet sich rund 40 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Bergamo. Nur rund 170 Einwohner leben hier. Beliebt ist das Bergdorf vor allem bei Wanderern oder Winterurlaubern.

Auch in anderen Regionen Italiens sorgte das Unwetter für Chaos. Heftige Sturmböen in der Provinz Belluno rissen das Blechdach einer Kirche in Arsiè ab, das auf Stromleitungen stürzte und die gesamte Ortschaft stundenlang ohne Strom ließ. In den Friaulischen Dolomiten geriet eine vierköpfige Familie in Sappada in Bergnot, nachdem ein Erdrutsch den Wanderweg auf über 2000 Metern Höhe unpassierbar gemacht hatte.

Entwarnung gibt es im Norden Italiens am Freitag (21. August) nicht. Der Zivilschutz warnt in Friaul-Julisch Venetien, der Lombardei, Ligurien und der Toskana vor Unwetterwarnstufe Orange. In 13 weiteren Regionen gilt Alarmstufe Gelb. (Quellen: Vigili del Fuoco, Corriere di Bergamo, Zivilschutz) (kas)