Erst die kleinen, dann die großen Löwen: KSV Baunatal trifft auf KSV Hessen II

Der KSV Baunatal gastiert am Sonntag ab 15.30 Uhr im Hessenliga-Derby beim KSV Hessen II. Für Baunatal ist es der Vorgeschmack auf das Pokal-Achtelfinale gegen Hessen Kassels Regionalligateam.

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Erst die kleinen, dann die großen Löwen: KSV Baunatal trifft auf KSV Hessen II

Stand: 02.10.2026, 08:13 Uhr

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KSV Baunatal - FSV Wolfhagen6 Erik HindemithHessenpokal 30.09.2026Foto: Andreas Fischer

Fehlte wochenlang verletzt: Baunatals Erik Hindemith steht endlich wieder auf dem Platz. © Fischer, Andreas/Andreas Fischer

Der KSV Baunatal gastiert am Sonntag ab 15.30 Uhr im Hessenliga-Derby beim KSV Hessen II. Für Baunatal ist es der Vorgeschmack auf das Pokal-Achtelfinale gegen Hessen Kassels Regionalligateam.

Baunatal/Kassel – Der KSV Baunatal trifft im Achtelfinale des Fußball-Hessenpokals auf den KSV Hessen Kassel – das steht seit Mittwochabend fest. Mühsam schleppend besiegte der Hessenligist den Verbandsliga-Spitzenreiter FSV Wolfhagen mit 1:0, spielt weiter im Pokal. Doch bevor es nun Ende Oktober gegen den Regionalligisten geht, steht erstmal wieder der Ligaalltag an. Und da bekommen die Baunataler bereits am Sonntag einen kleinen Löwen-Vorgeschmack. Ab 15.30 Uhr sind sie zum Derby beim KSV Hessen II zu Gast. Ein genauer Blick auf beide Teams.

KSV Baunatal

Mit dem Ergebnis waren die Baunataler zufrieden. Mit der Art und Weise, wie dieses zustande kam, nicht unbedingt. „Es war schon ein Kampf. Nach dem Tor haben wir uns zurückgezogen und nicht weiter Fußball gespielt“, sagte Baunatals Erik Hindemith nach dem 1:0-Pokalerfolg gegen Wolfhagen. Leon Recker hatte in der 53. Minute den einzigen Treffer erzielt. „Aber wir haben gewonnen. Das zählt“, stellte Hindemith klar.

Mehr zählt für die Baunataler momentan wohl tatsächlich nicht. Nach zuletzt schwierigen Wochen tagte jüngst der Mannschaftsrat. Ergebnis: Wenn Siege über schönen Fußball nicht eingefahren werden, dann muss es eben über den dreckigen Weg gehen.

Am vergangenen Spieltag gelang das beim 3:2 in Hünfeld, nun gegen Wolfhagen. Beide Male in der Startelf: der lange verletzte Hindemith. „Hünfeld kam genau 80 Tage nach meiner Verletzung, da war die Puste irgendwann weg. Aber ich fühle mich immer besser. Auch heute habe ich mich gut gefühlt“, sagte der 23-Jährige nach dem Spiel gegen Wolfhagen.

Hindemith litt zuletzt an einem 15 Zentimeter langen Muskelfaseriss im Adduktorenbereich. Im Sommer machte er deshalb vor allem Krafttraining, was an seinem stabilen Oberkörper durchaus zu erkennen ist. Wichtig ist, dass er jetzt wieder da ist. Der Außenverteidiger soll Mentalität in die Mannschaft bringen, nach den Abgängen von Patrick Krengel und Maximilian Blahout in die Führungsrolle hineinwachsen. Im Klub wird Hindemith sehr geschätzt. Auf das kommende Spiel gegen den KSV Hessen II freut er sich bereits: „Erst kommen die kleinen, dann bald die großen Löwen. Das ist ein Derby, ein wichtiges Spiel für beide Mannschaften. Wir wollen in jedem Fall drei Punkte holen.“

Baunatals Cheftrainer Tobias Nebe, der nach dem Pokalspiel wohl keine neuen Verletzten zu beklagen hat, warnt: „Der KSV Hessen II ist eine spielerisch gute Mannschaft, die das sehr ordentlich macht. Im Kader stehen ein paar sehr gute Hessenligaspieler, dazu weißt du als Gegner nie, welche Spieler aus dem Regionalligateam dabei sind. Darauf kannst du dich nur schwierig einstellen.“

KSV Hessen II

Vor viereinhalb Jahren trug Okan Gül das letzte Mal das Baunataler Trikot. „Es ist schon etwas her, es sind nicht mehr so viele Spieler beim KSV, mit denen ich damals zusammengespielt habe“, sagt Gül. Dazu zählen Daniel Borgardt, Dominik Schneider und der aktuell verletzte Jonas Springer. „Ich freue mich auf das Spiel, es ist schön für die Region“, sagt der 34-Jährige.

In der Vorbereitung auf das Derby war Gül am Mittwochabend beim Hessenpokalspiel der Baunataler gegen Wolfhagen als Zuschauer auf der Tribüne des Parkstadions. Welchen Eindruck hat er von seinem Ex-Klub? „Ich habe eine engagierte, laufstarke Mannschaft, die gut organisiert ist, gesehen. Die Baunataler haben nach dem Saisonstart sicherlich an vielen Schrauben gedreht“, sagt Gül.

Fußball-Verbandsliga KSV Hessen II gegen JohannesbergOkan GülFoto: Schachtschneider

Trifft auf seinen Ex-Klub: Okan Gül ist der Kapitän der Junglöwen. © Schachtschneider, Dieter

Genau wie die VW-Städter ist auch der KSV II mit seiner Punkteausbeute nach dem ersten Saisondrittel nicht zufrieden. „Wir machen nicht so viel falsch, haben uns in vielen Spielen aber nicht belohnt“, sagt der 34 Jahre alte Kapitän und fügt hinzu: „Wir sind eine brutal junge Mannschaft. In Hadamar stand ich in der Schlussphase nur mit 18, 19 Jahre alten Spielern auf dem Platz. Der Verein möchte, dass sich die jungen Spieler weiterentwickeln, wir nehmen uns auch die Zeit dafür. Dennoch müssen wir Gas geben und bald den nächsten Schritt machen.“

Gül freut sich, dass Abwehrchef Paul Stegmann nach seiner Verletzung zurück ist. „Er hat zusammen mit Finn Sauer im Tor, Silas Hagemann, Sebastian Schmeer und mir in der vergangenen Saison die Achse gebildet. Ohne ihn hat uns auch ein wenig die Geilheit gefehlt, unser Tor zu verteidigen“, sagt Gül.

Im Heimspiel gegen Baunatal wird Jon Mogge nach seiner Sperre zurückkehren, dafür geht Trainer Danny Overkamp davon aus, dass Schmeer wieder im Spieltagskader der ersten Mannschaft stehen wird. „In den Spielen geben meist Kleinigkeiten den Ausschlag. Wir sind manchmal zu wild im Ballbesitz, brauchen mehr Geduld. Ich bin mir sicher, dass das kommen wird. Mit Erfolgserlebnissen wird es noch schneller gehen. Das Derby wäre ein guter Zeitpunkt dafür“, sagt Overkamp: „Baunatal hätte sich den Start auch anders vorgestellt. Aber mit Spielern wie Borgardt, Welker, Milloshaj, Schneider und Kohlstäd haben sie viel Qualität, mit der wir uns messen wollen.“