Erste Cornhole-Meisterschaft: 20 Spieler werfen um den Dorftitel

StartseiteLokalesErdingFraunbergStand: 10.10.2026, 12:00 UhrKommentareUns auf Google folgenZielsicherheit ist gefragt beim Cornhole. Hier zu sehen sind Teilnehmer der Meisterschaft beim Wurf der kleinen Säckche...

  • 3 min read
Erste Cornhole-Meisterschaft: 20 Spieler werfen um den Dorftitel

Stand: 10.10.2026, 12:00 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Die Fotos zeigen Teilnehmer beim Wurf der kleinen Säckchen auf das jeweils gegenüber liegende Loch, die Preise für die ersten Drei sowie das Gruppenbild vor dem Wettkampf, Zweiter von links ist Organisator Michael Neumeier.

Zielsicherheit ist gefragt beim Cornhole. Hier zu sehen sind Teilnehmer der Meisterschaft beim Wurf der kleinen Säckchen auf das jeweils gegenüberliegende Loch. © FRIEDBERT HOLZ

In Maria Thalheim haben sich 20 Teilnehmer zur ersten Gemeindemeisterschaft im Wurfspiel Cornhole getroffen. Die Idee dazu entstand 2023 bei einer Maibaumwache.

Maria Thalheim – Sie nennen sich „Saggeschubser Doiham“. Sie treffen sich jeden Dienstag um 18 Uhr auf dem Dorfplatz. Dabei bewegen sie keinesfalls schwere Getreide- oder Mehlsäcke, sie haben vielmehr Spaß an Cornhole, einem unterhaltsamen Wurfspiel mit einfachen Regeln. Der Wettbewerb wurde angeblich im 14. Jahrhundert in Deutschland erfunden. In Amerika hat er mittlerweile Kultstatus erreicht – es gibt sogar eine Profiliga.

Hatten Spaß beim Cornhole: die Teilnehmer mit Organisator Michael Neumeier (2.v.l.).

Hatten richtig viel Spaß beim Cornhole: die Teilnehmer mit Organisator Michael Neumeier (2.v.l.). © Friedbert Holz

Ganz so ernst nehmen es die reiferen Damen und Herren in Maria Thalheim aber nicht. Sie werfen das „Corn“, ein mittlerweile genormtes kleines Säckchen, das mit Granulat gefüllt ist, in ein „Hole“, ein Loch. Dieses liegt exakt 8,20 Meter entfernt von der Abwurflinie auf einem schräg gestellten Holzbrett, das in seinen Dimensionen ebenso gewissen Vorschriften entsprechen muss.

„Auf die Idee, Cornhole zu spielen, kamen wir erstmals 2023 bei der damaligen Maibaumwache“, erinnert sich Organisator Michael Neumeier an die Anfänge des Freizeitsports in der Gemeinde. Irgendjemand hatte zwei Cornhole-Bretter mitgebracht, und alle wollten das Werfen ausprobieren. Seit zwei Jahren treffen sich die Fans dieses Spiels nun entweder am Dorfplatz oder in der Halle der Stockschützen, je nach Wetter. „Manche trainieren zu Hause, haben inzwischen eigene Bretter, und so entstand der Gedanke, doch eine erste Gemeindemeisterschaft auszurichten“, erklärt Neumeier.

Weil der Boden am Dorfplatz aufgrund von Bauarbeiten momentan zu uneben ist, entschieden sich die Spieler, in die Schulturnhalle umzuziehen. Auf beiden Seiten der Halle stellten sie jeweils fünf Cornhole-Bretter auf, gebaut von den beiden örtlichen Schreinern Thomas Brendel und Christian Irl. Zudem gab es sogenannte Zähltafeln, auf denen die jeweiligen Treffer notiert werden, sowie drei schöne Sieger-Tafeln für die Besten.

Nachdem die 20 Teilnehmer, immer in Teams zu zweit, mit den 400 Gramm schweren und 15 mal 15 Zentimeter großen Granulatsäckchen, den „Bean Bags“, geübt hatten, rief Neumeier alle zusammen. Dabei erklärte er nochmals die wenigen Spielregeln: „Wer nur auf das Brett trifft, bekommt einen Punkt, ein Treffer ins Loch zählt drei Punkte. Das Spiel ist in Sätze aufgeteilt. Gewinner eines Sets sind diejenigen, die zuerst 21 Punkte haben.“ Die Spiele werden ausgelost, es geht nach dem Doppel-K.o.-Modus – erst jeder gegen jeden, dann geht es in die Hauptrunde. Hier gibt’s eine Gewinner- und eine Verlierer-Gruppe. Wer zwei Spiele verloren hat, scheidet aus.

„Cornhole“, so Neumeier in einer Spielpause, „ist ein organisierter Wettkampfsport. Die Amerikaner haben ihre American Cornhole League, aber auch hierzulande treffen sich Spieler semiprofessionell bei landesweiten Turnieren und Meisterschaften.“ So traten vor kurzem immerhin 45 Teams allein bei der Bayerischen Meisterschaft an, in Bayern spielen zudem fünf Vereine in der Bundesliga. „So hat etwa Ebersberg ein Team, in dem Nationalspieler Stefan Ettesam zu Hause ist.“

So streng nahmen es die 20 Aktiven in der Schulturnhalle, die gerne auch jüngere Spielerinnen und Spieler in ihren Reihen sehen würden, aber nicht. Da gab es selbstverständlich auch ein paar Pausen, immerhin hatten fleißige Helferhände Getränke besorgt, Wurstsemmeln belegt oder Kuchen gebacken, „ein spaßiges Fest für alle ab zwölf Jahren“, so Neumeier.

Auch Erwin Daschinger, der Leiter des Doihamer Dorfplatzvereins, freut sich über das neue Engagement am Ort und spielte mit. Schließlich gab‘s drei Sieger-Teams: Erste wurden Fabian Haindl/Thorsten Ahlers vor Michael Neumeier/Georg Blattenberger. Platz drei belegten Martin Tremmel/Walter Homburger.