BMW zieht Dienstwagen-Leasingangebot für neuen AfD-Landtagspräsidenten Tobias Rausch zurück
StartseitePolitikErster AfD-Landtagspräsident Deutschlands: BMW zieht Leasing-Angebot zurück – kein Ersatz in SichtStand: 09.10.2026, 07:38 UhrKommentareUns auf Google folgenTobias Rausch soll einen neuen Diens...
- 3 min read
Erster AfD-Landtagspräsident Deutschlands: BMW zieht Leasing-Angebot zurück – kein Ersatz in Sicht
Stand: 09.10.2026, 07:38 Uhr
Kommentare
Tobias Rausch soll einen neuen Dienstwagen bekommen. Doch BMW sagt plötzlich ab. Der Konzern schweigt zu den Gründen, der Vertrag läuft aus.
Magdeburg – Der Münchner Automobilkonzern BMW hat sein Leasingangebot für den Dienstwagen des neuen Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt zurückgezogen. Das hat die Landtagsverwaltung in Magdeburg bestätigt. Die Absage erfolgte am selben Tag, an dem Tobias Rausch zum Parlamentspräsidenten gewählt wurde. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass ein AfD-Politiker an der Spitze eines deutschen Landesparlaments steht.

Rausch erhielt im Magdeburger Landtag 48 Stimmen – neun davon kamen aus anderen Fraktionen, wie Berichte über die Wahl des AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten sowie mögliche CDU-Stimmen für Rausch belegen. Er tritt damit das Amt an, das zuvor von der CDU gehalten wurde. Mit dem Amt übernimmt er vorerst auch den bisherigen Dienstwagen – einen gebrauchten BMW der 7er-Reihe, der rund neun Monate im Einsatz war und bereits mehr als 50.000 Kilometer auf dem Tacho hat. Doch der bestehende Leasingvertrag für dieses Fahrzeug läuft Mitte November aus.
BMW schweigt zu Hintergründen
Warum BMW das neue Angebot zurückgezogen hat, ließ der Konzern offen. Ein Sprecher erklärte lediglich: „Die BMW Group äußert sich grundsätzlich nicht zu Kundenbeziehungen.“ Eine inhaltliche Begründung blieb damit aus. Der zeitliche Zusammenhang mit der Wahl Rauschs wirft jedoch Fragen auf – auch wenn BMW eine politische Motivation nicht bestätigt.
Aufmerksamkeit erregt dabei eine Äußerung von BMW-Vorstandschef Milan Nedeljković. Er hatte sich kurz zuvor in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung deutlich positioniert: Rechtspopulismus und Nationalismus seien „Gift für einen weltoffenen Wirtschaftsstandort, der vom Welthandel lebt“. Wer Abschottung und Isolationismus fordere, handle nicht im Interesse des Wirtschaftsstandorts Deutschland, so der Konzernchef. Eine direkte Verbindung zur Fuhrpark-Entscheidung stellte er allerdings nicht her. BMW stellte bislang einen Großteil des Fuhrparks von Landtag und Landesregierung in Sachsen-Anhalt. Der Rückzug des Leasingangebots betrifft somit eine langjährige Geschäftsbeziehung.
Kein Ersatz deutscher Hersteller in Sicht
Besonders herausfordernd gestaltet sich die Situation für die Landtagsverwaltung in Magdeburg: Das zurückgezogene Angebot von BMW war die einzige Offerte eines namhaften deutschen Automobilherstellers. Wie Medien übereinstimmend berichten, haben sich weder Mercedes-Benz noch Audi an der Ausschreibung beteiligt. Findet die Verwaltung bis Mitte November keine Nachfolgelösung, stünde Rausch zunächst ohne eigenen Dienstwagen da.
Dem Landtagspräsidenten steht nach den Regularien in Sachsen-Anhalt ein Dienstfahrzeug samt Fahrer zu. Frühere Amtsinhaber fuhren zeitweise Audi oder Elektromodelle. Fahrzeuge deutscher Premiumhersteller gehören traditionell zum Fuhrpark von Parlamenten und Behörden. Für die Autobauer sind derartige Verträge stets auch eine Frage des Prestiges.
Theoretisch könnte die Landtagsverwaltung nun auf ein ausländisches Fabrikat ausweichen. Dies würde jedoch mit der bisherigen Fuhrpark-Tradition des Landesparlaments brechen. Wie die Verwaltung die Nachfolge regeln will, ist derzeit noch offen. (Quellen: Bild, t-online, FAZ) (cs)