Schüler in Goldach evakuiert: Vermeintliche Schüsse lösen Panik aus
Publiziert5. September 2026, 19:00Nach Aarau-Amoktat«Es war Angst da»: Vermeintliche Schüsse an SchülerfestAm Freitagabend wurden in Goldach rund 300 Schülerinnen und Schüler von einem Schulfest evakuiert. Die ...
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Publiziert5. September 2026, 19:00
Nach Aarau-Amoktat«Es war Angst da»: Vermeintliche Schüsse an Schülerfest
Am Freitagabend wurden in Goldach rund 300 Schülerinnen und Schüler von einem Schulfest evakuiert. Die Polizei erhielt mehrere Anrufe über mutmassliche Schüsse. News-Scout Fabrice und der Schulpräsident erzählen von der Erfahrung.

Darum gehts
- Rund 300 Schülerinnen und Schüler wurden mit erhobenen Händen aus dem Schulhaus geführt.
- News-Scout Fabrice (29) berichtet, dass er die Tochter einer Freundin abholen wollte, aber von der Polizei nicht an die Schule gelassen wurde.
- Der Schulpräsident Sandro Wasserfallen sagt, dass die Jugendlichen die Situation, während der Unsicherheit darüber, was passiert, gut gemeistert hätten.
- Der Vorfall weckt laut Fabrice Erinnerungen an die tödlichen Schüsse in Aarau am 30. August.
Ein riesiger Schreck für Schülerinnen und Schüler in der Nacht auf Samstag in Goldach SG: Nach einem Schulfest wurden sie, wie auch das Lehrpersonal, von der Polizei im Schulhaus in Sicherheit gebracht und mussten dort mehrere Stunden ausharren. Grund dafür waren Meldungen über Schüsse, die bei der Polizei eingegangen waren.
Doch die Kantonspolizei fand keine Hinweise auf Schüsse vor Ort. Die wahrgenommenen Knallgeräusche stammten mutmasslich von pyrotechnischen Gegenständen. Der Schulpräsident zeigt sich stolz über das Verhalten der Jugendlichen in dieser unsicheren Lage.
«Wird im Unterricht thematisiert»
«Vor Ort am Oberstufen-Sommerfest waren mit Schülern und Eltern zeitweise circa 500 Menschen. Die Stimmung war sehr angenehm», so Schulpräsident Sandro Wasserfallen. «Ich war bereits nach Hause gegangen, als ich angerufen wurde.» Man sagte dem Schulpräsidenten am Telefon, dass möglicherweise Schüsse gefallen waren. «Die Schüler und Eltern wurden sofort ins Gebäude gebracht. Dank dem Einsatz von Polizei, der Schulleitung und den Lehrpersonen wurde trotz der grossen Ungewissheit ruhig und besonnen gehandelt.»
Wasserfallen ging wieder zurück zum Schulhaus: «Ich bin reingegangen und habe nach der Stimmung geschaut. Erstaunlicherweise waren die Jugendlichen gelassen und haben die Situation gemeistert.» Die Lehrpersonen werden das Ereignis im Unterricht thematisieren. Falls Jugendliche zusätzliche Hilfe benötigen, bekommen sie professionelle Unterstützung, so Wasserfallen.
«Ihre Tochter hatte Panik»
Zwar wurde niemand verletzt, aber das macht die Angst für die Betroffenen nicht weniger real, wie News-Scout Fabrice* (29) erzählt. Er befand sich eigentlich auf dem Heimweg, doch die Polizei stoppte ihn mehrmals, um ihn umzuleiten, wie er erklärt. Dann bat ihn eine Bekannte darum, ihre Tochter von dem Schulfest abzuholen, weshalb er umkehrte und in Richtung Schule ging.
«Wir durften nicht nah ran, deshalb habe ich nicht gesehen, wie die Kinder evakuiert wurden. Aber das, was wie Schüsse geklungen hat, hatten wir vorher gehört. Wir leben nur ein paar Strassen weiter», erzählt der 29-Jährige. «Die Eltern wurden angehalten, zu Hause zu bleiben. Die Mutter hat mir gesagt, dass ihre Tochter Panik hat: Es ist ja noch angsteinflössender, wenn keine bekannten Erwachsenen dabei sind», so Fabrice. Die Kinder wurden dann, mit den Händen über dem Kopf, evakuiert und von der Polizei nach Hause begleitet.
«Nach Aarau ist tief drinnen Angst»
Wie Fabrice erzählt, hatte er keine Angst, als die Polizei ihn anhielt und seine Personalien kontrollierte, aber: «Vier bis fünf Helikopterdrohnen von der Polizei waren auch noch unterwegs. Also ja, ganz tief drinnen war auch bei mir eine Angst da. Wenn man das mitbekommen hat, was in Aarau los war, kommt man schon auf Gedanken», so Fabrice. Bei einem Rave in Aarau schoss am 30. August mutmasslich ein 43-jähriger Schweizer auf die Feiernden, wobei eine 22-jährige Frau ihr Leben verlor und fünf weitere Menschen schwer verletzt wurden.
Auch der Schulpräsident denkt über die Schüsse in Aarau nach: «Situationen wie der Vorfall in Aarau machen einen noch einmal aufmerksamer. Es ist gut, dass alles sicher über die Bühne gegangen ist.»
*Name der Redaktion bekannt

Finnya Kavita (kav) seit 2025 Praktikantin im Ressort Basel. Nach der Schule arbeitete Finnya in der Werbe- und Modebranche im Bereich Social Media. Sie freut sich darauf, Artikel zu schreiben, die begeistern, informieren und für alle verständlich sind.