EU dringt im Diesel-Streit mit den USA auf gemeinsames Vorgehen
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EU dringt im Diesel-Streit mit den USA auf gemeinsames Vorgehen
US-Exportbeschränkungen für Diesel hätten laut EU-Handelschef Šefčovič schädliche Auswirkungen auf Europas Wirtschaft
Milwaukee (Wisconsin) – Die Europäische Union dringt angesichts knapper Diesel-Bestände und kräftiger Preissprünge auf ein gemeinsames Vorgehen mit den USA. EU-Handelschef Maroš Šefčovič sagte am Donnerstag am Rande des G20-Handelsministertreffens, er habe mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer über die Lage beraten. Europa wünsche sich einen koordinierten Ansatz, um die Preise zu senken und die Versorgung auf beiden Seiten des Atlantiks zu sichern.
Šefčovič warnte zugleich vor US-Exportbeschränkungen für Diesel und sagte, dies hätte schädliche Auswirkungen auf die Wirtschaft in Europa. "Wir haben klar vereinbart, in engem Kontakt zu bleiben, um Überraschungen zu vermeiden", sagte Šefčovič.
Mit Exportbeschränkungen gedroht
Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass die US-Regierung unter Präsident Donald Trump Frankreich und Deutschland mit Exportbeschränkungen für Diesel gedroht habe, sollten die beiden Länder keine Kraftstoffe aus ihren strategischen Reserven freigeben. Greer sagte dem Sender Bloomberg TV, er habe das Thema mit seinen europäischen Amtskollegen in Milwaukee besprochen und den Wunsch der US-Regierung nach einer Freigabe weiterer Reserven geäußert. Šefčovič erklärte, er sei mit Greer nicht tief ins Detail gegangen. Er betonte jedoch, dass Europa seine Zusagen zum Kauf von US-Energie aus dem im vergangenen Jahr im schottischen Turnberry geschlossenen Handelsabkommen übertroffen habe.
Ungeachtet der zurückhaltenden Worte von Šefčovič äußerte sich US-Energieminister Chris Wright kurz darauf optimistisch. Er glaube, dass es positive Nachrichten geben werde. Europa könne durch die Freigabe von Diesel aus den Reserven helfen und er sei auch sehr zuversichtlich, dass Europa das tun werde.
Zu politischem Problem geworden
US-Präsident Donald Trump und seine Regierung prüfen derzeit Optionen, um die Kraftstoffkosten noch vor den US-Zwischenwahlen im November zu senken. Die auch in den USA stark gestiegenen Dieselpreise sind für Trump und seine Republikaner zu einem politischen Problem geworden, insbesondere in den landwirtschaftlichen Bundesstaaten in denen der Kraftstoff für die Bewirtung, den Lkw-Verkehr und das verarbeitende Gewerbe von großer Bedeutung ist. Die EU zögert hingegen – unter anderem mit Verweis auf nur begrenzte Notvorräte, die im Fall einer nochmaligen Verschärfung der geopolitischen Konflikte wie dem Iran-Krieg noch wichtiger werden könnten. (APA, 1.10.2026)
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