Evenepoel-Nachfolge: Duell zwischen Küng und Söderqvist? | radsport-news.com
Vorschau auf das EM-Zeitfahren der Männer | – Nur einen Tag nach der von Frankreich gewonnenen Mixed-Staffel werden bei der Straßen-EM von Ljubljana die Männer am Mittwoch erneut auf den 22,1 Kilometer langen Kurs von Sencur geschickt.
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Vorschau auf das EM-Zeitfahren der Männer
Von Kevin Kempf

Der Schweizer Stefan Küng ist mit einem guten WM-Ergebnis im Rücken einer der EM-Favoriten.| Foto: Cor Vos
07.10.2026 | (rsn) – Nur einen Tag nach der von Frankreich gewonnenen Mixed-Staffel werden bei der Straßen-EM von Ljubljana die Männer am Mittwoch erneut auf den 22,1 Kilometer langen Kurs von Sencur geschickt. Diesmal geht es um Einzelgold im Zeitfahren.
Der Parcours muss dabei nur einmal bewältigt werden, womit das Rennen knapp zwei Kilometer kürzer ist als im Vorjahr, aber zum WM-Zeitfahren von Montréal fehlen gleich 17 Kilometer. Remco Evenepoel verzichtet zugunsten seiner Eintageskampagne im italienischen Herbst auf dieTitelverteidigung in Slowenien – und auf das mögliche Doppelgold nach dem WM-Triumph.
Obwohl die Strecke um einiges kürzer und trotzdem mit deutlich mehr Höhenmetern versehen ist als die der WM, ist die Zeitfahr-Weltmeisterschaft ein guter Ausgangspunkt bei der Benenneung der EM-Favoriten. Neben Evenepoel fehlen in Sencur auch Silbermedaillengewinner Filippo Ganna, der WM-Dritte Paul Seixas sowie der damalige Vierte Brandon McNulty, womit der Fünfte Jakob Söderqvist in Slowenien der Bestplatzierte aus dem WM-Rennen sein wird.
Die Favoritenrolle muss der Schwede sich mit dem Schweizer Stefan Küng teilen, der in Montreal 17 Sekunden langsamer war als der Lidl-Profi und Rang sieben belegte.
Welchem der beiden Zeitfahr-Asse der steile Mozjanca-Anstieg besser liegt und wer mit der schnellen Abfahrt am besten zurechtkommt, lässt sich kaum einschätzen. Beide Fahrer sind eher schwer gebaut, fahren in Topform aber trotzdem sehr gut bergauf. Der 32-jährige Küng konnte das noch öfter bewiesen als der fast zehn Jahre jüngere Söderqvist.
Bei der WM war Kasper Asgreen nur fünf Sekunden langsamer als Küng. Der Däne sollte mit dem Anstieg aber größere Probleme haben. Das gilt nicht für den Briten Callum Thornley, der in Kanada Zehnter geworden war und bei der Vuelta a Espana als Vierter und Zweiter der beiden Zeitfahren ebenfalls überzeugte. Der Neoprofi könnte sogar es seinem Landsmann Joshua Tarling gleichtun und im ersten Jahr als Berufsradfahrer den EM-Titel im Zeitfahren gewinnen.
Zwar ist Ivan Romeo als WM-15. mit einem schlechten Gefühl vom Zeitfahr-Rad gestiegen. Mit Rang fünf im EM-Straßenrennen hat der Spanier aber gezeigt, dass er Form hat – und von allen Teilnehmern kommt Romeo den Anstieg vermutlich am besten hoch. Ähnlich stark einzuschätzen ist der Tscheche Mathias Vacek, auch wenn der Zeitfahrmeister seines Landes in Montréal nicht über den 29. Platz hinausgekommen war.
Deutschland schickt Brenner und Heidemann ins Rennen
Zu beachten sein werden auch zwei Ü30-Zeitfahrspezialisten. Mit Mattia Cattaneo ist in Slowenien ein amtierender Weltmeister dabei. Seinen Titel mit der Mixed-Staffel konnte er im Einzel aber nicht bestätigen. Da reichte es für den zweiten aussichtsreichen Red-Bull-Profi neben Thornley lediglich zu Platz 16. Mit Primoz Roglic ist gleich noch ein Dritter aus der Raublinger Riege dabei.
Der 36-Jährige war in Montréal nur im Straßenrennen dabei und lieferte dort eine starke Vorstellung ab. Beim EM-Rennen am Sonntag untermauerte der Slowene dies mit einem zehnten Platz. Der Olympiasieger im Kampf gegen die Uhr ist im Zeitfahren inzwischen eine Wundertüte. Ein Heimsieg ist aber nicht ausgeschlossen. Beim 32-jährigen Bruno Armirail missglückte das WM-Zeitfahren, dafür zeigte er im Straßenrennen als Helfer eine bärenstarke Leistung, weswegen er am Mittwoch ebenfalls zu beachten ist - zumal er mit der Mixed-Staffel Gold gewann.
Nicht unterschätzen sollte man auch den Einfluss des Mixed-Teams sein. Als einzige der Favoriten haben Cattaneo und Armirai am Montag einerseits schon Laktat aufgebaut – und andererseits den Kurs auf dem Zeitfahrrad in Renngeschwindigkeit absolviert.
Deutschland schickt Marco Brenner und Miguel Heidemann mit Außenseiterchancen an den Start. Österreich hat Felix Großschartner und Rainer Kepplinger nominiert. Für die Schweiz tritt neben Küng auch Mauro Schmid an. Alex Kirsch und Mathieu Kockelmann werden die Farben Luxemburgs vertreten.
Wir sind vom Start des EM-Zeitfahrens ab 16:15 Uhr im Live-Ticker mit dabei