Wahl kehrt zurück: Warum Wolfsburg so ungeliebt ist
Anzeige FC St. Pauli Ex-St. Pauli-Leader Wahl: Neid auf Wolfsburg „sehr große Motivation für uns“ ...
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FC St. Pauli
Ex-St. Pauli-Leader Wahl: Neid auf Wolfsburg „sehr große Motivation für uns“
Ex-St. Pauli-Profi Hauke Wahl kehrt mit dem ungeliebten VfL Wolfsburg ans Millerntor zurück. Warum sein neuer Klub bei den Fans so sehr in Verruf ist.
Es sind nun immerhin auch schon fast 30 Jahre. 1997 ist der VfL Wolfsburg in die Bundesliga aufgestiegen, seitdem mühen sich die Wölfe um Anerkennung und Sympathien auf nationaler Ebene – mit überschaubarem Erfolg. Weil mit VW ein riesiger Konzern hinter dem Ganzen steckt und das alles als „Fußballunternehmen“ geführt wird, war der Leumund trotz Gewinn der Meisterschaft 2009 und des DFB-Pokal 2015 nie ein besonders guter. Entsprechend groß war die Häme über den Abstieg, aber auch in der 2. Liga sieht sich der kommenden Gegner des FC St. Pauli reichlich negativen Reaktionen ausgesetzt. Die ligaübergreifende Missgunst hat Gründe.
Zahlungsmittel taugen herausragend dafür, Emotionen hervorzurufen. Hat man Taler im Überschwang vorhanden, ist es die pure Freude, sie auszugeben. Ist das Konto geplündert, schlägt das ganz gewaltig negativ auf die Stimmung. Und herrscht im eigenen Portemonnaie gähnende Leere oder grüßen nur noch einsame Münzen oder kleinere Scheinchen, der Nachbar aber frönt dem Konsum ohne Grenzen, weil er es halt kann, dann tun sich Gräben auf.
Ex-Kiezkicker Wahl kritisiert Neid-Kultur
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Überträgt man das auf den Zweitliga-Fußball, sieht es so aus: Der VfL Wolfsburg hat durchaus respektable 27,7 Millionen Euro für Neuzugänge wie Fabian Reese, Muhammed Damar, Alexander Bernhardsson, Fraser Hornby, Hauke Wahl oder Robert Glatzel ausgegeben. Das ist ewiger Rekord im Unterhaus, maßgebend war zuvor RB Leipzig aus der Saison 2016/17 mit 26,1 Millionen Euro. Und es ist in etwa dieselbe Summe, die alle anderen Zweitliga-Klubs zusammen ausgegeben haben in diesem Transfersommer. Dass dies nicht unkommentiert bleiben würde, war klar. Und so bläst dem VfL allerorts ein kalter Wind des Ungeliebtseins ins Gesicht.
Wirklich überraschend ist das auch für Hauke Wahl nicht. „Ich denke, das hat auch viel mit einer Neid-Kultur zu tun, die wir in Deutschland häufig haben“, sagte der gebürtige Hamburger, der in den vergangenen drei Jahren für St. Pauli aktiv gewesen ist, im Interview mit der MOPO. „Ich glaube, man darf bei allen Ausgaben für Transfers, die der Verein getätigt hat, auch nicht vergessen, wie viel der Verein eingenommen hat. Dementsprechend finde ich es auch legitim, diese Transfereinnahmen zu nutzen, um andere Spieler zu holen.“ In der Tat hat der VfL rund 40 Millionen Euro für verkauftes Personal kassiert und somit sogar ein ziemlich dickes Plus unterm Strich.
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St. Pauli will ersten Heimsieg seit Februar
Das fällt allerdings auch deshalb unter den Tisch, weil das Geld eben eigentlich VW zugerechnet wird. Einem Konzern, der aktuell tief in der Krise steckt und in naher Zukunft zigtausend Jobs streichen wird oder es schon getan hat. Lange Rede, schwacher Sinn: Man gönnt dem VfL nicht das Schwarze unterm Fingernagel.
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„Natürlich wird sich darüber gefreut, wenn wir nicht gewinnen“, weiß Wahl. „Unsere Rolle ist eine, mit der wir absolut umgehen können. Dass sich einige freuen, wenn wir uns schwertun, nehmen wir sportlich und sehen es eher als sehr große Motivation für uns.“
Und der FC St. Pauli? Hat wohl das von der Papierform her einfachste Spiel der bisherigen Saison vor sich. Auch beim Mitabsteiger geht der VfL als klarer Favorit in die Partie, hat den höheren Druck, zumal nach dem ernüchternden 4:4 gegen Cottbus. Auf dem Kiez wachsen mit jedem weiteren Spiel im eigenen Wohnzimmer die Hoffnung und die Chance, die seit dem 22. Februar (2:1 gegen Werder) herrschende Heim-Flaute zu beenden. „Ich kann es nicht erwarten, mit den Fans zu feiern“, gestand Connor Metcalfe. „Wir tun alles, um das Gefühl zurückzubekommen. Es ist schon so lange her.“
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