Fahrrad-Premiumroute 1 verbindet vier Ortsteile – ampelfrei bis zum Schulzentrum

In Achim ist ein neuer Abschnitt der Premiumroute 1 zwischen Bierden und Uphusen fertiggestellt. Schüler aus Baden nutzen den Radschnellweg bereits, um kreuzungsfrei zum Schulzentrum zu gelangen.

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Fahrrad-Premiumroute 1 verbindet vier Ortsteile – ampelfrei bis zum Schulzentrum

Stand: 10.08.2026, 06:45 Uhr

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Radschnellweg

Stefan Schuster ist auf dem just fertiggestellten neuen Abschnitt des Radschnellweges unterwegs. © Baucke

In Achim ist ein neuer Abschnitt der Premiumroute 1 zwischen Bierden und Uphusen fertiggestellt. Schüler aus Baden nutzen den Radschnellweg bereits, um kreuzungsfrei zum Schulzentrum zu gelangen.

Achim – Der Asphalt ist noch von einem tiefen Dunkelgrau und glänzt an einigen Stellen sogar noch ein wenig: Auf jeden Fall macht das Fahren auf dem just fertiggestellten Abschnitt der Premiumroute 1 zwischen dem Sportplatz in Bierden und dem Bahnwärterhäuschen in Uphusen richtig Spaß. Kein Wunder, dass Stefan Schuster, Verkehrsplaner bei der Stadt Achim, ihn als einen ersten Anlaufpunkt für die heutige Tour ausgesucht hat! Doch was Radinfrastruktur angeht, hat Achim Licht und Schatten zu bieten.

Insgesamt an die 20 Kilometer geht es dabei für den Stadtplaner und die Redakteurin – natürlich mit dem Fahrrad – durch das Stadtgebiet, von Uphusen bis nach Baden. Es geht an Orte, die ideale Bedingungen für Fahrradfahrer bieten, aber auch an Orte, bei denen das nicht der Fall ist und wo deutliches Verbesserungspotenzial besteht.

Gute Fahrrad-Infrastruktur bringt Menschen aufs Rad – nicht der Versuch, sie vom Fahren zu überzeugen

„Die Menschen zum Fahrradfahren zu bewegen – das geht nicht nur durch Überzeugung, sondern in erster Linie dadurch, dass man eine gute Radverkehrsinfrastruktur herstellt“, sagt Schuster. Die Herausforderung: Eine konsequente Trennung des Radverkehrs vom übrigen Verkehr ist nicht möglich. Immer wieder bleibt Radfahrern nichts anderes, als auf der Fahrbahn mitzufahren oder Geh-Radwege zu nutzen.

Das funktioniert am Gieschenkreisel als einem zentralen Knotenpunkt, über den täglich rund 15.000 Kraftfahrzeuge rollen, recht gut. „Der Kreisel ist vom Unfallgeschehen her relativ unauffällig“, erklärt Schuster. Von dort führt eine sogenannte Angebotsspur Richtung Bremer Straße und Uphuser Heerstraße.

Verdener Straße

An der Verdener Straße in Achim Baden gibt es einige Knackpunkte bei der Radinfrastruktur. © Bartz

Von dort geht die Fahrt in Richtung der Bahnstrecke und auf der anderen Seite liegt der neue Abschnitt der Premiumroute. Dort sollen im Laufe dieses Monats noch die Markierungen aufgebracht werden, dann erfolgt auch die offizielle Freigabe. „Wir hoffen, dass es nun auch mit dem Abschnitt vom Bierdener Sportplatz durch den Achimer Bruch zum Bahnhof schnell geht“, sagt Schuster. Dann wäre die gesamte Strecke entlang des Achimer Stadtgebiets fertig. Von Bierden geht es zügig zum Bahnhof und von dort auf der Premiumroute zum Badener Bahnhof. Bereits das zeigt, welches Potenzial in dem Radschnellweg steckt.

Ampelfrei mit dem Rad unter anderem zur Schule und zurück

„Viele Schüler aus Baden nutzen den Weg hier, um ampelfrei, kreuzungsfrei und weitestgehend eben zum Schulzentrum zu gelangen. Mit Uphusen, Bierden, Achim und Baden liegen mehrere Ortsteile wie eine Perlenkette aneinandergereiht – und diese Perlen haben wir nun mit dem Radschnellweg verbunden. Und das ist schon ein ganz großer Gewinn, wenn ich von einem Ortsteil in den nächsten oder übernächsten will“, so Schuster. Aktuell endet der Weg etwas oberhalb des Bahnhofs. Eine Fortsetzung Richtung Etelsen existiert derzeit nur in einer Machbarkeitsstudie.

Es geht nun über die Bahnhofstraße Richtung Baden und Verdener Straße – und dort sieht es im Hinblick auf Fahrkomfort gänzlich anders aus, als auf der Premiumroute. Die Radfahrer sind auf einem Geh-Radweg unterwegs: Der Radverkehr läuft in beide Richtungen, zudem stellen Einmündungen Gefahrenpunkte dar. „Als das damals hier angelegt wurde, stand fest, dass die Bäume erhalten werden sollten. Auch die Straße sollte so kurvig in Baden belassen werden, dass das hier noch Ortscharakter hat“, berichtet Schuster. „Natürlich ist aus dieser Sicht die Radwegführung so heute nicht mehr zeitgemäß. Da müssen wir nach anderen Lösungen suchen.“ Auch die Querung der Verdener Straße auf Höhe der Einmündung der Straße Am Lahof ist noch ausbaufähig.

Mit Rückenwind

In unserer Sommerserie „Mit Rückenwind“ nehmen wir die Region unter die Lupe – aus Fahrradperspektive. Wie funktioniert Radmobilität im ländlichen Raum? Wie sieht es mit dem Radwegenetz in den Kommunen aus? Funktionieren die Schnittstellen zwischen Rad- und öffentlichem Personennahverkehr? Wie lässt es sich auf den großen Verbindungen fahren – wie der Radroute Richtung Bremen? Das und einiges mehr sehen wir uns in den kommenden Wochen einmal genauer an, probieren aus und sprechen mit lokalen wie auch überregionalen Akteuren.

Jenseits der Ueser Kreuzung Richtung Stadtmitte macht sich dann die erfolgreiche Kooperation zwischen Stadt und Land bemerkbar: „Seit 2011 sanieren wir hier jedes Jahr 300 bis 500 Meter, manchmal auch ein wenig mehr“, sagt Schuster zufrieden. Hier ist der Weg mit deutlich getrennten Spuren für Fußgänger und Radfahrer deutlich ebener, als noch in Baden. Den Fußweg finanziert die Stadt, den Radweg das Land – „aber die Sanierung selbst läuft in einem Rutsch ab. Das hält die Belastungen für alle Verkehrsteilnehmer geringer.“

Grundsätzlich sieht Schuster die Stadt Achim beim Radverkehr gut aufgestellt – und das nicht nur aufgrund der Premiumroute 1, sondern auch mit der Radwegesanierung entlang der Obernstraße und mit der Ausweisung von Tempo-30-Zonen in den Wohngebieten. „Der Radverkehr hat eine hohe Bedeutung für Achim – und das wollen wir weiter ausbauen.“