Feuerwehren von Altenhasungen und Wenigenhasungen überraschen mit Erklärung

Die Wehrführer aus Altenhasungen und Wenigenhasungen geben eine gemeinsame Erklärung ab. Sie arbeiten an einem Konzept für ein gemeinsames Feuerwehrhaus – doch eine Bedingung stellen sie.

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Feuerwehren von Altenhasungen und Wenigenhasungen überraschen mit Erklärung

Stand: 29.08.2026, 08:22 Uhr

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Grundstück in Altenhasungen, auf dem die Stadt möglicherweise ein gemeinsames Feuerwehrhauses für Altenhasungen und Wenigenhasungen bauen möchte

Grundstück für ein neues Feuerwehrhaus: Die Fläche in Altenhasungen ist einen knappen Kilometer entfernt von Wenigenhasungens Ortsmitte. Beide Wehren fordern im Falle eines Neubaus einen sicheren Fußweg. © Foto: Antje Thon

Die Wehrführer aus Altenhasungen und Wenigenhasungen geben eine gemeinsame Erklärung ab. Sie arbeiten an einem Konzept für ein gemeinsames Feuerwehrhaus – doch eine Bedingung stellen sie.

Wolfhagen – Geschlossenheit statt Dissens. Applaus statt Schlagabtausch. Die Feuerwehrführer aus Altenhasungen und Wenigenhasungen überraschten am Donnerstagabend während der Stadtverordnetenversammlung in Wolfhagen mit einer gemeinsamen Erklärung, die den Weg für eine Zukunft beider Stadtteilwehren frei macht. Dafür gab es im Saal kräftigen Beifall. Die Fraktionen beschlossen daraufhin einstimmig, beim Land Hessen einen Zuschuss für die Errichtung eines Feuerwehrhauses zu beantragen, das von beiden Wehren genutzt werden soll. Die BWB-Fraktion enthielt sich.

In der Vergangenheit hatte der Technische Prüfdienst in den Feuerwehrhäusern in Altenhasungen und Wenigenhasungen technische Mängel festgestellt. Die Ausstattung der Gebäude passt nicht mehr in die heutige Zeit, die Häuser müssten saniert werden. Alternativ kommt aber auch ein Neubau infrage. Weil ein Neubau wirtschaftlicher ist und Raum für Entwicklungen bietet, wird diese Variante von der Verwaltung präferiert. Zudem könnte die Stadt für einen Neubau für beide Wehren höhere Fördermittel abgreifen, als dies für eine Sanierung möglich wäre. Da ein entsprechender Antrag auf Förderung vor Ablauf der Frist am 31. August gestellt werden sollte, mussten die Stadtverordneten am Donnerstag entscheiden.

Für die Erklärung der Wehrführer Mike Pietsch (Wenigenhasungen) und Michel Bantel (Altenhasungen) unterbrach Stadtverordnetenvorsteher Christoph Lübcke die Parlamentssitzung. Beide Männer sagten, dass keine der Lösungen nur Vorteile mit sich bringe. Und sie machten deutlich, dass die Stadt unabhängig von der Art der Entscheidung, sich auf beide Feuerwehren verlassen könne.

Obwohl sie ein gemeinsames Domizil kritisch sehen, würden sich zwölf von 14 Skeptikern der Feuerwehren trotzdem an den Diensten beteiligen. Bantel und Pietsch machten unmissverständlich klar, bei künftigen Entscheidungen zum möglichen Bau eines Feuerwehrhauses eingebunden und beteiligt zu werden. Die Stadtteilwehren Altenhasungen und Wenigenhasungen arbeiteten an einem gemeinsamen Konzept, wie eine Zusammenarbeit künftig gelingen kann. Aber beide sind sich auch einig: „Eine Zusammenlegung ist kein Automatismus.“ Der Prozess möge durch einen externen Berater begleitet werden. Den Bau einer gemeinsamen Unterkunft in Altenhasungen knüpfen sie an eine gute Erreichbarkeit, insbesondere für Fußgänger.

CDU-Fraktionsvorsitzender Florian Axer ergänzte den Beschluss um drei Aspekte. Diese betreffen eine barrierefreie Zuwegung von Wenigenhasungen nach Altenhasungen, wo das Gebäude perspektivisch errichtet werden soll. Dies sei mit Blick auf den Feuerwehrnachwuchs erforderlich. Ferner soll ein Gremium gebildet werden, in dem Mitglieder der Feuerwehren und Stadtverordnete zusammenarbeiten und dort Baufragen klären können. Und schließlich soll ein externer Moderator hinzugezogen werden. Den letzten Punkt stellte Jens Kühle, Chef der BWB-Fraktion, aus Kostengründen infrage. Wie die Fraktionen von SPD und CDU lobte auch das BWB ausdrücklich die erzielte Einigung beider Wehren.

Die Diskussion um die Zukunft der Stadtteilwehren habe in den vergangenen Jahren Spuren hinterlassen, sagte Jens Vial (SPD), der zugleich Ortsvorsteher in Altenhasungen ist. Jetzt müsse es darum gehen, Vertrauen zurückzugewinnen. Seit Wochen tauschten sich beide Wehren aus. Mit ihrer Erklärung hätten sie ein starkes Zeichen in Richtung Fusion und eines gemeinsamen Feuerwehrhauses gesandt.

Die Verwaltung wird nun einen Antrag auf Förderung stellen. Auch wenn der Bau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses die logische Konsequenz ist, hat das Parlament am Donnerstag darüber nicht entschieden. Diese Frage wird zu einem späteren Zeitpunkt geklärt – nämlich dann, wenn dafür Geld im Haushalt zu berücksichtigen ist. Die Kosten für einen Neubau werden auf 3,4 Millionen Euro geschätzt. Es wird mit Zuschüssen in Höhe von 350.000 Euro gerechnet. Mit dem Eigentümer der Fläche am Rande Altenhasungens, auf der das Gebäude errichtet werden könnte, ist sich die Stadt Wolfhagen einig.

Ein gemeinsames Domizil für Einsatzkräfte aus Wenigenhasungen und Altenhasungen setzt die Fusion beider Wehren voraus. Darüber war im Juni während einer Dienstversammlung abgestimmt worden. Die Mehrheit entschied sich für eine Fusion. Davon unberührt bleiben die Feuerwehrvereine, die eigenständig bleiben können. Vorerst sollen die Feuerwehren laut Beschlussvorlage eigenständig bleiben, die Übungsdienste aber mit der Zeit gemeinsam absolviert werden. Erst mit der Fertigstellung eines gemeinsamen Domizils würde die Fusion beider Einsatzabteilungen vollzogen.