Fifa: Gianni Infantino kämpft um seinen Posten und verspricht den Kritikern mehr Geld

Je vielstimmiger die Kritik an Fifa-Präsident Infantino, desto kompromissbereiter zeigt sich der Schweizer. Neben Reformen soll es auch höhere Zahlungen an die Mitgliedsverbände geben. Wie viel? Unklar.

  • 2 min read
Fifa: Gianni Infantino kämpft um seinen Posten und verspricht den Kritikern mehr Geld

Je vielstimmiger die Kritik an Fifa-Präsident Infantino, desto kompromissbereiter zeigt sich der Schweizer. Neben Reformen soll es auch höhere Zahlungen an die Mitgliedsverbände geben. Wie viel? Unklar.

29.09.2026, 08.02 Uhr

Fifa-Präsident Infantino Fifa-Präsident Infantino

Fifa-Präsident Infantino

Foto: Toms Kalnins / EPA

Fifa-Präsident Gianni Infantino kommt seinen Kritikern erneut entgegen und bietet nun nicht nur organisatorische, sondern auch finanzielle Änderungen bei der Aufstellung der Fifa an. In einem Brief an alle sechs Präsidenten der Kontinentalverbände, der dem Portal »The Athletic« vorliegt, signalisiert Infantino die Bereitschaft, weitere Gelder an die Mitgliedsverbände aus den Reserven der Fifa auszuschütten.

Der Fifa-Präsident reagierte damit auf entsprechende Forderungen des Uefa-Präsidenten Aleksander Čeferin, Victor Montagliani (Concacaf) und Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa, dem Präsidenten des Asiatischen Fußballverbandes (AFC). Die Forderungen würden bei der Sitzung des Fifa-Councils am 15. Oktober geprüft werden.

Gegenspieler Čeferin (l.) und Infantino

Gegenspieler Čeferin (l.) und Infantino

Foto: Nick Potts / PA Images / IMAGO

»Ich möchte der Höhe des Betrags nicht vorgreifen«, schrieb Infantino: »Ich werde das höchstmögliche Maß an zusätzlicher Finanzierung unterstützen, das sich verantwortungsvoll im Rahmen der ordnungsgemäßen Governance-Prozesse der Fifa umsetzen lässt – unter fairer Anwendung sowie gestützt auf transparente und überprüfbare Regelungen.«

Vergangene Woche hatte sich Infantino per Brief an die 211 Mitgliedsverbände gewandt und ebenfalls Reformbereitschaft signalisiert. Der seit Wochen in der Kritik stehende Schweizer geht somit weiter in die Offensive. Er strebt bei der Neuwahl im März 2027 eine weitere Amtszeit an. Neben anderen Akteuren im Weltfußball fordert hauptsächlich die Uefa den Rückzug Infantinos.

Kritik aus den vier einflussreichsten europäischen Ligen

Auch die vier einflussreichsten Ligen Europas hatten den Weltverband und Infantino scharf attackiert und weiter unter Druck gesetzt.

»Die langjährigen Grundlagen des Fußballs wurden in den vergangenen Jahren durch ein grundlegendes Führungsproblem bedroht, da der Fifa-Präsident ausbeuterische Ideen aktiv gefördert hat, anstatt sie zu verhindern«, hieß es von der Bundesliga, La Liga, der Serie A und der Premier League.

Mehr zum Thema

  • 1 Min

  • 2 Min

  • 6 Min

Die Ligabosse Marc Lenz (Deutschland), Javier Tebas (Spanien), Luigi De Siervo (Italien) und Richard Masters (England) unterzeichneten den zweiseitigen Brief. »Jetzt ist der Moment gekommen, nicht nur zu entscheiden, wer die Fifa führen wird, sondern auch, wie die Fifa geführt werden soll. Die Ligen spielen dabei eine entscheidende Rolle, und wir wollen sicherstellen, dass die Stimme jeder Liga gehört wird«, hieß es.

Lesen Sie mehr: Es tobt ein Machtkampf um die Zukunft des Fußballs. Uefa-Vizepräsidentin Laura McAllister arbeitet am Sturz von Gianni Infantino. Der SPIEGEL hat sie getroffen.

mfu/sid/dpa