Fitzek feiert 20 Jahre beim selben Verlag – und andere Stars bei der Buchmesse

StartseiteKulturStand: 10.10.2026, 12:00 UhrKommentareUns auf Google folgenSebastian Fitzek ist seit 20 Jahren bei seinem Verlag und feierte das unter anderem mit einem Augenbad. © -Sebastian Fitzek ist seit zw...

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Fitzek feiert 20 Jahre beim selben Verlag – und andere Stars bei der Buchmesse

Stand: 10.10.2026, 12:00 Uhr

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Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek ist seit 20 Jahren bei seinem Verlag und feierte das unter anderem mit einem Augenbad. © -

Sebastian Fitzek ist seit zwölf Jahren der meistverkaufte Autor Deutschlands. Dabei lehnten gleich 15 Verlage sein Debüt ab.

Wären sie ein Ehepaar, dann würden sie in diesem Jahr Porzellanhochzeit feiern. 20 Jahre – so lange sind Erfolgsautor Sebastian Fitzek und sein Verlag Droemer Knaur schon zusammen. Das Geheimnis einer so langen Beziehung sei für ihn eine Basis, der Blick auf die Stärken und Loyalität. Ein stabiles Fundament ermöglicht es, gemeinsam neue Wege zu gehen. Es kommt darauf an, das Gute im anderen zu sehen, aber auch die Beständigkeit spielt eine Rolle. Stichwort Loyalität. Der Bestsellerautor hält wenig davon, „ständig die Pferde zu wechseln, nur weil irgendwo das Gras grüner erscheint“. Die Zusammenarbeit feiert seinen Verlag und er bereits am zweiten Abend der Buchmesse in Halle 5 mit vielen Dutzend Wegbegleitern. Dort gab‘s viel Lob für den Mann, der seit zwölf Jahren der meistverkaufte Autor des Landes ist, obwohl das anfangs nicht danach aussah, denn es hagelte erst Absagen – 15 Stück. Seit seinem Debüt hat der 55-Jährige ungefähr 40 Bücher veröffentlicht und ein neues folgt – „Der Nachtzug“ – in den nächsten Wochen.

Charlotte Link hat ein großes Buch geschrieben

Charlotte Link hat ein großes Buch geschrieben. © -

Feuerhochzeit, das würden Charlotte Link und ihr Verlag feiern, wenn sie verheiratet wären. Sind sie aber nicht, sondern sie arbeiten seit fast vier Jahrzehnten zusammen, sind sich treu und freuen sich über ihr neuestes Buch „Kalte Tage“. „Sehr viel Vertrauen, sehr viel wechselseitige Wertschätzung“ seien entscheidend. Sie möchte spüren, dass der Verlag sie nicht nur aus kommerziellen Gründen schätzt. Umgekehrt nehme auch sie die Menschen dort persönlich wahr: Für sie habe das ganz viel mit Freundschaft und mit Zusammengehörigkeitsgefühl zu tun. Obwohl sie viele Verleger habe kommen und gehen sehen, habe sie sich immer gut aufgehoben gefühlt. Ihre Erklärung für die Treue: „Es ist wie in einer echten Ehe. Es gab keinen Grund zu wechseln.“ Gewechselt hat die Frankfurterin allerdings ihren Wohnort. Seit etwa drei Jahren lebt sie in der Nähe von München. „Ich glaube, es war wirklich mal ein Bedürfnis, etwas zu verändern“, sagte Charlotte Link. Dabei gab es in letzter Zeit viele Veränderungen in ihrem Leben. Die Kinder waren mit der Schule fertig, ihr Mann ging in Rente, sie selbst hatte die 60 überschritten. Doch damit nicht genug, sie habe mit dem Umzug gewissermaßen das alles „auch noch dokumentieren“ müssen.

Dokumentiert hat Andrea Wulf das Leben des Forschers Georg Forster und das Buch „Der Reisende“ im Haus des britischen Honorarkonsuls Andreas Fabritius vorgestellt, wo seit einigen Jahren schon während der Buchmesse herausragende Stimmen mit einem Bezug zur britischen Literatur gewürdigt werden. Vor Andrea Wulf waren unter anderem schon Salman Rushdie und Jenny Erpenbeck zu Gast. Andrea Wulf erklärte, weshalb der deutsch-britische Rahmen besonders gut passt: Sowohl Briten als auch Deutsche könnten Forster für sich beanspruchen. Die Welt habe sich seit Beginn ihrer Arbeit an dem Buch verändert: Demokratien seien bedroht, Politiker polarisierten und Rechte würden infrage gestellt. Dadurch habe Forsters Eintreten für Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit für sie zusätzliche Aktualität gewonnen. Die Beschäftigung mit Forsters Leben habe sie daran erinnert, wie wichtig Menschlichkeit, Liebe und Freundlichkeit seien.

Die Beschäftigung mit dem Schreiben sei für Fatma Mittler-Solak vor allem ein Weg zurück zu sich selbst gewesen. Das sagte die 49-Jährige, die bei Joachim Unseld, Chef der Frankfurter Verlagsanstalt, aus ihrem Erstlingswerk „Mondblau“ las, das bei Unseld erschienen ist. Als Mutter von drei Kindern und berufstätige Journalistin habe sie ihre eigenen Bedürfnisse lange zurückgestellt: „Wenn man Kinder und Karriere unter einen Hut bringt, dann sieht man sich selbst nicht mehr.“ So sei das Schreiben an dem Roman, mit dem sie bereits in der Coronazeit begonnen hatte, „wie so ein Telefonhörer zu mir selbst“ gewesen. Dadurch habe sie wieder Kontakt zu sich gefunden. Es fühlt sich an, als sei sie lange unter Wasser gewesen und tauche jetzt auf, schnappe Luft und frage: „Wer bin ich eigentlich?“ Das Schreiben habe ihr so ​​gutgetan, dass die Journalistin schon am zweiten Buch sitzt. Fatma Mittler-Solak ist bekannt, weil sie beim SWR Fernsehen moderiert und im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ eine Elternkolumne schreibt. Außerdem sieht man sie in der „Landesschau Baden-Württemberg“ und in der Sendung „Kaffee oder Tee“.

Journalist ist auch Dr. Daniel Deckers. Der langjährige Redakteur der FAZ war unter anderem für die Berichte über die katholische Kirche zuständig. Aber Deckers, seit März im Ruhestand, ist auch ein ausgewiesener Weinexperte. Als dieser präsentierte er im „Steigenberger Buchsalon“ im Frankfurter Hof die Anthologie „Vom böhmischen Wein (1930/1933)“. Die von hr-Sprecherin Petra Rick fantastisch gelesenen Texte wurden zu einer literarischen Reise in die – teilweise weinselige – Gedankenwelt der Prager Schriftsteller der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Fast alle der genannten Autoren von Max Brod bis Friedrich Torberg hatten Franz Kafka (1883–1924) gekannt, dessen Onkel selbst einen Weinberg besaß. Höhepunkt der Lesung war sicher Adolf Hoffmeisters Satire über einen Krieg zwischen Wein- und Biertrinkern, die leider viel mit der damaligen und heutigen Wirklichkeit zu tun hatte. Kriege entstünden meist aus nichtigem Anlass, hieß es da sinngemäß. Ralf Frenzel, Chef des veranstaltenden und dem Genuss verpflichteten Wiesbadener Tre-Torri-Verlages, konnte nach dem dritten Abend des Buchsalons im Frankfurter Hof eine zufriedene Bilanz ziehen: „Wir haben das Format jetzt zum vierten Mal durchgeführt und sind zum festen Bestandteil der Buchmesse geworden.“

Volles Haus, kluge Fragen, überraschende Aha-Momente: Bei Open Books im Presse- und Informationsamt wurde die Premiere von „101 Orte jüdischen Lebens in Frankfurt“ zum kurzweiligen Streifzug durch die Stadtgeschichte. Autor Hans Riebsamen, seine Frau und Mitautorin Hadwiga Fertsch-Röver sowie Fotograf Rafael Herlich plauderten sich unter der Moderation von Simone Wagenhaus, Leiterin der FNP-Stadtredaktion, weit über die geplanten 60 Minuten hinaus durch ihr Werk. Herrlich lieferte dazu bewegende Bilder: Sein Film zeigt die Westendsynagoge als pulsierenden Mittelpunkt jüdischen Lebens – mit Hochzeiten, Chanukka und Bar Mizwa, mit Lachen, Musik und Gemeinschaft. Aber auch mit Trauer und Zusammenhalt nach dem 7. Oktober. Zum Schluss erklingt „Hatikvah“, die israelische Nationalhymne: Hoffnung, die selbst in dunklen Zeiten nicht verstummt. Und Frankfurt? Steckt voller jüdischer Geschichten, wo kaum jemand sie vermutet! Wer denkt beim Kaiserdom schon an jüdisches Leben? Oder beim Städel, der Goethe-Universität und den grünen Parks ein jüdischer Wegbereiter? Das Buch rückt Unternehmer, Mäzene und Visionäre ins Rampenlicht, die Frankfurt entscheidend mitgestaltet haben. Bankier Rothschild, Museumsdirektor Swarzenski und Oberbürgermeister Ludwig Landmann stehen für ein Erbe, das bis heute nachwirkt. Der Abend machte Lust, die Stadt mit neuen Augen zu sehen. Denn hinter vertrauten Fassaden warten 101 Geschichten, übrigens im Societäts-Verlag erschienen – über Glanz und Ausgrenzung, Tatkraft und Verlust. Und über jüdisches Leben, das Frankfurt seit Jahrhunderten prägt.

Natascha Schmitz lässt Wörter von der Leine – und macht daraus geheimnisvolle Wesen. Mit ihrem Kinderbuchprojekt „Mika und die Wortwesen“ hat die Illustratorin die Jury des ersten Buntstift-Stipendiums des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur auf Anhieb begeistert. 28 Bewerbungen lagen auf dem Tisch, Schmitz setzte sich einstimmig durch. Nun hat sie ihr Projekt auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Im Mittelpunkt steht Mika, ein Kind mit einem besonderen Blick auf die Welt. Die Jury war sich einig: Das Projekt besitzt großes erzählerisches und bildnerisches Potenzial. Queere Lebensrealitäten werden nicht als Sonderfall präsentiert, sondern als selbstverständlicher Teil des Zusammenlebens. Sprache wird dabei zum Spielmaterial – und zum Spiegel dafür, wie schnell Menschen andere in Schubladen stecken. Schmitz, 1976 in Offenbach geboren, studierte Illustration. Seit ihrem Abschluss 2002 arbeitet sie unter anderem als wissenschaftliche Illustratorin mit Schwerpunkt Archäologie und als Grafikerin für Museen. Auch für hessische Institutionen ist sie seit vielen Jahren tätig. Mit „Mika und die Wortwesen“ wagt sie sich nun an ihr erstes größeres Kinderbuch, in dem sie Text und Bild selbst miteinander verzahnt.