Frankfurter Westen fordert Baustelleninfos – Magistrat verweist auf alte Praxis

Der Ortsbeirat 6 verlangt verbindliche Angaben zu Baustellen – doch der Magistrat kündigt keine neuen Pflichten an. Ob die bestehenden Informationswege reichen, lässt die Stellungnahme offen.

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Frankfurter Westen fordert Baustelleninfos – Magistrat verweist auf alte Praxis

Stand: 16.10.2026, 14:00 Uhr

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Griesheim Bahnhof Rattenplage

Viele Baustellen – wie hier die am Griesheimer Bahnhof – sorgen für Unmut der Bewohner im Frankfurter Westen. © Maik Reuß

Der Ortsbeirat 6 verlangt verbindliche Angaben zu Baustellen – doch der Magistrat kündigt keine neuen Pflichten an.

Frankfurter Westen – Plötzlich ist die Straße gesperrt, die Baustelle dauert länger als angekündigt, und niemand weiß so recht, wer zuständig ist. Solche Erfahrungen sorgen im Frankfurter Westen immer wieder für Ärger. Der Ortsbeirat 6 will deshalb die Kommunikation bei Bauarbeiten deutlich verbessern. Doch die Antwort des Magistrats dürfte die Stadtteilpolitiker kaum zufriedenstellen.

Bereits im Januar hatte der Ortsbeirat die Stadt aufgefordert, verbindliche und überprüfbare Standards für Baustellen im öffentlichen Raum einzuführen. Anlass waren zahlreiche Beschwerden, insbesondere aus Griesheim, Sossenheim und Unterliederbach. Die Kommunikation sei häufig „verspätet, unvollständig oder widersprüchlich“, kritisierte das Stadtteilparlament.

Bauprojekte besser aufeinander abstimmen

Künftig soll nach dem Willen des Ortsbeirats an jeder Baustelle gut sichtbar stehen, warum gebaut wird, wann die Arbeiten beginnen, wie lange sie dauern und wer dafür verantwortlich ist. Auch eine konkrete Kontaktstelle für Rückfragen soll genannt werden. Verzögerungen und Terminänderungen müssten aktiv mitgeteilt werden. Zudem fordert das Gremium eine bessere Abstimmung gleichzeitig laufender Bauprojekte. Der Magistrat zeigt in seiner jetzt vorliegenden Stellungnahme zwar Verständnis für das Anliegen, konkrete neue Verpflichtungen kündigt er jedoch nicht an. Stattdessen verweist die Stadt auf ihre bisherigen Informationswege.

So würden die zuständigen Ortsbeiräte bei größeren städtischen Straßenbaumaßnahmen in der Regel bereits im Vorfeld informiert. Mitarbeiter des Amts für Straßenbau und Erschließung suchten zudem frühzeitig das Gespräch mit Anwohnern und Gewerbetreibenden. Bei Großbaustellen werde regelmäßig ein sogenanntes Baustelleninformationsmanagement eingerichtet.

Auch bei kleineren Straßenbauarbeiten informiere die Stadt gewöhnlich mit Flyern und Infotafeln. Pressemitteilungen sollen zusätzlich über Einschränkungen und Umleitungen aufklären.

Bei der Koordination verweist der Magistrat auf eine bereits 2009 eingerichtete, ämter- und unternehmensübergreifende Baustellenkoordination. Diese solle verhindern, dass sich Bauarbeiten unnötig überschneiden und den Verkehr übermäßig beeinträchtigen.

„Problem ist strukturell“

Allerdings bleibt eine entscheidende Frage unbeantwortet: Werden die vom Ortsbeirat geforderten verbindlichen Mindestangaben und festen Ansprechpartner künftig tatsächlich für jede Baustelle vorgeschrieben? Dazu enthält die Stellungnahme keine konkrete Zusage. Gerade darin liegt der Kern der Kritik aus dem Frankfurter Westen. Denn nach Ansicht des Ortsbeirats sind unangekündigte Sperrungen, unklare Bauzeiten und schlecht abgestimmte Arbeiten längst keine Einzelfälle mehr, sondern ein „strukturelles Problem“.

Für den Magistrat scheint dagegen vor allem die bestehende Praxis maßgeblich zu sein. Ob diese ausreicht, um den Baustellen-Frust im Frankfurter Westen zu lindern, bleibt fraglich.