Frankreich beendet WM-Märchen der deutschen Basketballerinnen
Die Reise zum Basketball-Olymp ist zu Ende: Das deutsche Team verlangt den Französinnen alles ab, leistet sich aber zu viele Ballverluste. Den Unterschied macht eine gebürtige US-Amerikanerin.
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Heimturnier in Berlin
Frankreich beendet WM-Märchen der deutschen Basketballerinnen
- Deutschland verliert mit 64:86 gegen Frankreich
- Beide Teams liefern sich zu Beginn Offensivspektakel
- Frankreichs Williams dominiert mit 22 Punkten, fünf Assists und fünf Rebounds
- Am Sonntag spielt Deutschland um dritten Platz
Die deutschen Basketballerinnen haben das Halbfinale ihrer Heim-WM verloren. In der Berliner Uber Arena unterlag das Team von Olaf Lange am Samstag gegen Frankreich mit 64:86 (38:45).
Das DBB-Team lieferte sich mit dem favorisierten Olympia-Silbermedaillengewinner dabei phasenweise einen ebenbürtigen Schlagabtausch, konnte die hohe Zahl an Ballverlusten im zweiten Durchgang aber nicht mehr kompensieren.
"Ich glaube, die Turnovers waren jedes Mal ein Schlag ins Gesicht, das hat uns viel Energie gekostet und am Ende auch Selbstbewusstsein und Mut", sagte DBB-Kapitänin Marie Gülich nach dem Spiel. Sie betonte aber auch: "Man darf gegen Frankreich verlieren. Die sind krass."
Am Sonntag (16:30 Uhr) haben Gülich und ihre Teamkolleginnen noch die Chance auf den Gewinn der Bronzemedaille. Gegner beim Spiel um Platz drei ist der Verlierer der zweiten Halbfinal-Partie Spanien gegen USA.
Wilkes Traumdreier bringt Halle zum Toben
Den 12.650 anwesenden Basketballfans boten beide Teams im ersten Viertel ein Offensivfeuerwerk. Die Französinnen versenkten direkt ihre ersten beiden Dreierversuche, die Deutschen antworteten mit klugem Kombinationsspiel und Layups von Nyara Sabally und Emma Eichmeyer. Alexandra Wilkes Traumdreier von zwei Metern hinter der Linie zum zwischenzeitlichen 17:18 brachte die Halle zum Toben.
Dem Wahnsinnstempo, das die Gegnerinnen aufs Parkett legten, war die DBB-Auswahl allerdings nicht immer gewachsen. Zugute kam den Gastgeberinnen, dass die französische Centerspielerin Dominique Malonga zunächst nicht ihren Rhythmus fand und selbst einfachste Abschlüsse unterm Korb vergab (null von fünf im ersten Viertel).
Wilde Würfe halten Deutschland im Spiel
Mit einem knappen 23:25-Rückstand ging das Team von Olaf Lange ins zweite Viertel, wo es immer weniger Antworten auf die Offensivkünste des Favoriten fand. Angeführt von der in Nevada geborenen französischen Turnier-Topscorerin Gabby Williams trafen die weiß-blauen nun aus allen Lagen und überflügelten die Deutschen mehrmals beim Eins-gegen-Eins.
Es waren auch kunstvolle Angriffsaktionen Einzelner, die das Heim-Team im Spiel hielten: Saballys Ellbogenwurf gegen zwei Gegenspielerinnen - mit gezogenem Foul - und Alexis Petersons bogenhoher Korbleger, der nahezu auf der oberen Brettkante landete, um von da noch in den Korb zu fallen, ließen die deutschen Fans träumen. Beim Stand von 38:45 ging es in die Kabinen.
Zu viele Turnovers besiegeln WM-Aus
Nach dem Seitenwechsel zeichnete sich ab, dass die unwahrscheinliche Reise des DBB-Teams in Richtung Basketball-Olymp an diesem Tage enden könnte. Während sich Luisa Geiselsöder direkt zwei der zahlreichen deutschen Turnovers an diesem Nachmittag leistete, trafen die Französinnen ihre Würfe nun eiskalt und brachten die deutschen mit 16 Punkten ins Hintertreffen (38:54).
Allen voran Marie Gülich und Lina Sonntag schafften es danach wieder, die Oberhand zumindest unter den Körben zu gewinnen. Das DBB-Team arbeitete sich mit einem 7:0-Lauf etwas heran. Doch die dramatische Anzahl von 24 Ballverlusten (Frankreich: sieben) verpasste möglichen Comeback-Versuchen einen raschen Dämpfer.
Spiel um Platz 3 gegen USA oder Spanien
Mit 50:64 ging es ins letzte Viertel, wo Frankreich nichts mehr anbrennen ließ und die Gastgeberinnen letztlich deutlich mit 22 Punkten Vorsprung bezwang.
"Morgen geht es weiter, morgen geht es nochmal um etwas", sagte Gülich mit Blick auf das Spiel um Platz 3 am Sonntag. Die Niederlage gegen Frankreich mit all den Ballverlusten sehe sie als zusätzliche Motivation, "dass wir morgen besser auf den Ball aufpassen".
Sendung: rbb24 Abendschau, 12.09.2026, 19:30 Uhr
Video: rbb24 Abendschau, 12.09.2026, Holger Sauer