Freisinger Volksfest schreibt zur Halbzeit erstaunliche Zahlen und schöne Geschichten

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Freisinger Volksfest schreibt zur Halbzeit erstaunliche Zahlen und schöne Geschichten

Stand: 09.09.2026, 19:00 Uhr

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Das Freisinger Volksfest erlebt zur Halbzeit einen Besucherrekord. Die neue Oberbürgermeisterin und der Festwirt haben daran offenbar ihren Anteil.

Ein Herz für das Freisinger Volksfest haben OB Monika Schwind (M.) und Festwirt Holger Nagl, die jeweils ihren Einstand gaben, sowie Magdalena Treptow, Fachbereichsleiterin für Öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Ein Herz für das Freisinger Volksfest haben OB Monika Schwind (M.) und Festwirt Holger Nagl, die jeweils ihren Einstand gaben, sowie Magdalena Treptow, Fachbereichsleiterin für Öffentliche Sicherheit und Ordnung. © Lehmann

Freising – 85.610 Besucher bis einschließlich Dienstagabend: Das Freisinger Volksfest erlebt zur Halbzeit einen kräftigen Besucheransturm. 17.191 Menschen mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres kamen auf die Luitpoldanlage. „Das ist die höchste Besucherzahl, seit wir vor drei Jahren begonnen haben, diese Statistik zu führen“, sagt Stefan Klopfer, Leiter des Amts für öffentliche Sicherheit und Ordnung und Veranstaltungsleiter, im Rahmen des traditionellen Pressegesprächs zur Volksfest-Halbzeit am Mittwoch.

Besonders deutlich fiel das Plus beim Auftakt am Freitag aus. Rund 12.000 Freisingerinnen und Freisinger mehr als 2025 wurden an diesem Tag gezählt. Dass allein das gute Wetter dafür verantwortlich ist, glaubt Klopfer nicht. „Meiner Meinung nach hat das viel mit der neuen Stadtspitze zu tun.“ Viele Menschen habe wohl auch die Neugier ins Festzelt getrieben, wie sich Oberbürgermeisterin Monika Schwind auf ihrem ersten Volksfest schlagen würde. Und auch der neue Festwirt Holger Nagl sei laut Klopfer ein Besuchermagnet.

Volksfestwirt gewinnt die Herzen singend und mit besonderer Hendl-Aktion

Schwind ist selbst in großer Feststimmung. Vor ihrem Amtsantritt habe sie den Rat bekommen: „Du musst aufpassen, die Volksfestzeit ist wahnsinnig anstrengend.“ Das könne sie bislang nicht bestätigen. „Mir macht es jeden Tag Freude, hierherzukommen. Ich genieße es.“ Ein Strahlen entlockte ihr das Lebkuchenherz, das ihr Magdalena Treptow, Fachbereichsleiterin für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, anlässlich ihres Einstands überreichte. Auf dem Herz bildlich verewigt ist das erste Anzapfen der Oberbürgermeisterin, bei dem sie sich mit fünf Schlägen beachtlich aus der Affäre gezogen hatte.

Glückliche Freisinger Volksfest-Familie (v.l.) Anton Hirschfeld (Staatsbrauerei Weihenstephan), die Schausteller Alex und Yvonne Thalkofer, Ernst Usaar (Hofbrauhaus), Josef Plank (Weihenstephan), Helga Bildhauer und Arno Jakobi vom Hofbrauhaus, Benedikt Popken und Florian Kugler von der BRK-Bereitschaft, OB Monika Schwind, Polizeichef Andreas Wegmaier, Festwirt Holger Nagl, Festreferent Anton Frankl und Veranstaltungsleiter Stefan Klopfer.

Glückliche Freisinger Volksfest-Familie: (v.l.) Anton Hirschfeld (Staatsbrauerei Weihenstephan), die Schausteller Alex und Yvonne Thalkofer, Ernst Usaar (Hofbrauhaus), Josef Plank (Weihenstephan), Helga Bildhauer und Arno Jakobi vom Hofbrauhaus, Benedikt Popken und Florian Kugler von der BRK-Bereitschaft, OB Monika Schwind, Polizeichef Andreas Wegmaier, Festwirt Holger Nagl, Festreferent Anton Frankl und Veranstaltungsleiter Stefan Klopfer. © Lehmann

Dass die Stimmung bislang so gut ist, hängt offenbar auch mit Holger Nagl zusammen. Klopfer berichtet von einer auffallenden Präsenz des Festwirts im Zelt: „Wie der durch die Reihen rennt und sich mit den Menschen unterhält – das ist schon außergewöhnlich.“ Mitten in der Volksfestparty griff er zum Mikrofon und schmetterte den AC/DC-Hardrockklassiker „Highway to Hell“. Ein Video davon erreichte auf YouTube Tausende Nutzer.

Vielleicht haben wir das ja auch unserer charmanten Oberbürgermeisterin zu verdanken, dass keiner was zu sagen traut.

Und Nagl sorgte auch abseits der Bühne für eine schöne Geschichte: Beim Seniorennachmittag hatte er zu viele Essen eingeplant. Knapp 250 Hendl blieben übrig – und wurden von ihm an die Freisinger Tafel weitergegeben. Zudem nehme er die Belange der Sicherheit sehr ernst. Feuerwehrkommandant Oliver Sturde habe gegenüber Klopfer betont, dass er selten eine derart gute Zusammenarbeit mit einem Festwirt erlebt habe – etwa beim Freihalten der Rettungszufahrten. Auch Beschwerden, die sonst häufig schon am ersten Tag einträfen, seien ausgeblieben.

Volksfestreferent Anton Frankl zeigt sich ebenfalls angetan: „Wir haben ein ruhiges und gemütliches Volksfest, und das haben wir in erster Linie unserem Festwirt zu verdanken.“ In seinen vielen Jahren als Referent habe er noch kein Volksfest erlebt, bei dem es keinerlei Kritik gegeben habe. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Vielleicht haben wir das ja auch unserer charmanten Oberbürgermeisterin zu verdanken, dass keiner was zu sagen traut.“

Trotz Besucher-Plus wird weniger Bier getrunken

Während in den ersten fünf Tagen das Bier des Hofbrauhauses Freising ausgeschenkt wurde, läuft in der zweiten Hälfte des Volksfestes der Gerstensaft der Staatsbrauerei Weihenstephan aus den Zapfhähnen. Bis dato mäßigen die Freisinger allerdings ihren Bierkonsum: Denn trotz deutlichen Besucher-Plus wurden bis dato acht Hektoliter weniger getrunken als 2025.

Auch bei der Polizei schlägt sich die bislang ruhige Volksfeststimmung in den Zahlen nieder. Andreas Wegmaier, Leiter der PI Freising, berichtet, dass es bis dato fünf Körperverletzungen gegeben habe, darunter keine einzige gefährliche Körperverletzung. In einem Fall musste die betroffene Person ins Krankenhaus gebracht werden, die Verletzungen erwiesen sich jedoch als glimpflich. „Wir verzeichnen wenig volksfesttypische Auseinandersetzungen“, sagte er. Häufig gehe es um die „Gunst einer Frau“.

Florian Kugler von der BRK-Bereitschaft berichtet von bislang 22 Personen, die von den Sanitätsdiensten versorgt werden mussten. Neun davon kamen ins Krankenhaus. In den meisten Fällen handelte es sich um Kreislaufprobleme. Und vielleicht, so Kugler mit einem Augenzwinkern, habe „manch einer doch ein Bier zu viel getrunken“.