Frust bei Anwohnern: Illegale Partys an der Prims sorgen für Ärger – jetzt ergreift Schmelz Maßnahmen

Seit Wochen sorgen illegale Feiern an der Prims in Schmelz für wild entsorgten Müll und Frust unter den Anwohnern. Während die CDU im Rat von „Clan-Strukturen“ spricht, hat die Gemeindeverwaltung jetzt erste Maßnahmen ergriffen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

  • 4 min read
Frust bei Anwohnern: Illegale Partys an der Prims sorgen für Ärger – jetzt ergreift Schmelz Maßnahmen

Frust bei Anwohnern Illegale Partys an der Prims sorgen für Ärger – jetzt ergreift Schmelz Maßnahmen

Schmelz · Seit Wochen sorgen illegale Feiern an der Prims in Schmelz für wild entsorgten Müll und Frust unter den Anwohnern. Während die CDU im Rat von „Clan-Strukturen“ spricht, hat die Gemeindeverwaltung jetzt erste Maßnahmen ergriffen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

20.08.2026 , 08:22 Uhr

Normalerweise idyllisch: Das Primsweiler Wehr ist vor allem ein bei Wanderern beliebter Rastplatz. Seit Wochen sorgen illegale Feiern mit bis zu 60 Personen hier jedoch für jede Menge Lärm und Müll. Die Gemeinde Schmelz hat daher nun erste Maßnahmen ergriffen.

Normalerweise idyllisch: Das Primsweiler Wehr ist vor allem ein bei Wanderern beliebter Rastplatz. Seit Wochen sorgen illegale Feiern mit bis zu 60 Personen hier jedoch für jede Menge Lärm und Müll. Die Gemeinde Schmelz hat daher nun erste Maßnahmen ergriffen.

Foto: Tom Peterson

Für viele ist es eine willkommene Abkühlung: Angesichts der extrem hohen Temperaturen der vergangenen Wochen treibt es auch in Schmelz viele Menschen in die kühlen Waldgebiete und an die durch die Gemeinde verlaufende Prims. In der Nähe von Primsweiler sorgt das seit einiger Zeit jedoch auch für jede Menge Ärger, der mittlerweile neben der Gemeinde und ihrem Ordnungsamt auch die örtliche Polizei beschäftigt.

Lautstarke Feiern und Vermüllung an der Prims verärgern Anwohner

Insbesondere der Bereich um das Primsweiler Wehr, welches sich zwischen den beiden Schmelzer Gemeindeteilen Primsweiler und Hüttersdorf befindet, hat sich bei nicht wenigen Menschen seit einiger Zeit offenbar zu einem beliebten Ort zum Feiern und Grillen entwickelt. Parallel hierzu mehrt sich in den Sozialen Medien die Kritik von Anwohnern über wiederholte Lärmbelästigung, insbesondere an Wochenenden, und eine zunehmende Vermüllung der umliegenden Natur.

Überbleibsel einer illegalen Feier: Die Reste dieses Campingstuhls wurde einfach in der Prims zurückgelassen.

Überbleibsel einer illegalen Feier: Die Reste dieses Campingstuhls wurde einfach in der Prims zurückgelassen.

Foto: Tom Peterson

Demnach sollen immer wieder größere Personengruppen an und in der Prims bis spät in die Nacht gefeiert und dabei auch jede Menge Unrat hinterlassen haben. Auf dazu veröffentlichten Bildern sind neben verlassenen Feuerstellen und Plastikmüll teilweise auch komplette Müllbeutel und Campingstühle zu sehen.

Aufrufe in den Sozialen Medien – CDU spricht von „Clan-Strukturen“

Auch in der örtlichen Politik war die Situation am Primsweiler Wehr zuletzt immer wieder Thema gewesen. So sprach der Vorsitzende der CDU-FDP-Fraktionsgemeinschaft, Nicolas Lorenz, auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates etwa von „Clan-Strukturen, die illegale Veranstaltungen mit lauter Musik durchführen und ihren Müll säckeweise in der Natur abladen“.

Mit diesen neuen Hinweisschildern weist die Gemeinde vor Ort hin, dass hier neben dem Abladen von Müll auch lautstarke Musik, Camping oder Grillen nicht erlaubt sind. Vor Ort lässt sich dennoch immer wieder illegal entsorgter Unrat finden.

Mit diesen neuen Hinweisschildern weist die Gemeinde vor Ort hin, dass hier neben dem Abladen von Müll auch lautstarke Musik, Camping oder Grillen nicht erlaubt sind. Vor Ort lässt sich dennoch immer wieder illegal entsorgter Unrat finden.

Foto: Tom Peterson

Auch der Schmelzer Bürgermeister Wolfram Lang sprach mit Blick auf das Primsweiler Wehr von einer „sehr unschönen und teils illegalen Situation“, die bereits im vorherigen Sommer für Probleme gesorgt habe. Laut Lang würde es sich bei den am Wehr Feiernden in erster Linie nicht um Bürger aus der Gemeinde, sondern vor allem um Menschen aus den anderen saarländischen Landkreisen handeln. Diese seien demnach entsprechenden Aufrufen aus den Sozialen Medien gefolgt, die sich dort „wie ein Lauffeuer verbreitet“ und für die jetzige Situation gesorgt hätten.

Die Folge laut Lang: Insbesondere im Bereich des Kiesstrandes würden immer wieder größere Menschenmengen, von teilweise bis zu 60 Personen, dort regelrecht „campieren“ und teilweise auch ihre Notdurft verrichten. Gleichzeitig handele es sich bei dem betroffenen Bereich um ein ausgewiesenes Biotop und Naturschutzgebiet, weswegen man auch nicht einfach wegschauen könne, so Lang.

Gemeinde startet erste Gegenmaßnahmen

Das Problem für die Gemeinde bisher: Die Flächen um die Prims gehören nicht der Gemeinde, sondern befinden sich häufig in Privatbesitz. Aus diesem Grund habe die Gemeindeverwaltung und das Ordnungsamt bis zuletzt auch nicht wirklich gegen die dort illegal Feiernden vorgehen können. „Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn sich Wanderer am Ufer ausruhen und auch mal die Füße oder den Hund ins Wasser lassen. Ich werde aber nicht zuschauen, wenn dort größere Menschenmengen ganze Nachmittage verbringen zum Feiern. Dafür ist der Ort einfach nicht geeignet“, macht Lang deutlich. Seitens der Gemeindeverwaltung habe man daher jetzt weitere Maßnahmen ergriffen.

Demnach seien unter anderem mehrere entsprechende Hinweisschilder am Wehr sowie eine Schranke am Beginn der Zufahrt installiert, sodass keine Autos mehr direkt bis zum Kiesstrand fahren können. Gleichzeitig wolle man mit dem betroffenen Landwirt eine Lösung finden, damit dessen Feld nicht mehr zum Umfahren der Schranke genutzt werden kann.

Fast tägliche Kontrollen und zahlreiche Platzverweise

Darüber hinaus habe die Gemeinde auch die Fläche um den Kiesstrand und das Primsweiler Wehr angepachtet, „um hier mehr Handhabe zu bekommen“, wie Lang schildert. Seitdem habe das Ordnungsamt „fast täglich“ Begehungen vor Ort gemacht und auch etliche Platzverweise erteilt, mit der Folge, dass sich die Situation am Primsweiler Wehr in den jüngsten Tagen „spürbar entspannt“ habe. Zumal die kontrollierten Personen nach einer entsprechenden Aufklärung bisher sehr einsichtig reagiert hätten, wie Lang erklärt. Auch die Polizei wisse mittlerweile um die Vorfälle am Wehr Bescheid und sei entsprechend „sensibilisiert“. (str)