Siebeneinhalb Gründe, warum Hertha einfach immer weiter siegt

Hertha BSC stürmt durch die Liga. Aber reicht das schon, um mit Barcelona und Porto gleichzuziehen? Von Luca Schuler über den Elternabend-Vibe von Greuther Fürth bis zur Berliner Politik: Siebeneinhalb Gründe, warum es diesmal wirklich klappen könnte.

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Siebeneinhalb Gründe, warum Hertha einfach immer weiter siegt

Fußball

Siebeneinhalb Gründe, warum Hertha einfach immer weiter siegt

Herthas Jon Dagur Thorsteinsson jubelt über ein Tor (imago images/Michael Taeger)
Herthas Jon Dagur Thorsteinsson jubelt über ein Tor (imago images/Michael Taeger)

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Hertha-Anhänger müssen jetzt stark sein, denn es gibt Mannschaften, die besser sind als die ihrige. Der FC Barcelona und der FC Porto. Sieben Liga-Siege in sieben Liga-Spielen stehen für die beiden Weltklubs bisher zu Buche in dieser Saison. Während Weltklub Hertha durch die Länderspielpause jäh eingebremst wurde bei sechs Siegen aus sechs Spielen. Aber die Mannschaft hat es ja selbst in der Hand. Warum die Chancen gut stehen, mit Barca und Porto gleichzuziehen, zeigen diese mehr oder minder ernstgemeinten siebeneinhalb Gründe.

Manifestation der Stärke

Klar, erstmal blöd, so eine Länderspiel-Pause von gefühlt 13 Jahren. Man kommt aus dem Flow des Siegens und überhaupt reden plötzlich alle nur noch über Jürgen Klopp und seine neue XXL-Nationalmannschaft statt über die neue Ha, Ho, Herrlichkeit. Auf der anderen Seite hatte die Mannschaft jetzt dann auch mal richtig Zeit, das neue High-Performertum auch angemessen zu manifestieren. Gerade unter Männern gilt schließlich noch immer: Ich finde mich super, also bin ich es auch!

Greuther Fürth

Nix gegen Greuter Fürth, aber: Greuther Fürth. Im Testspiel vom VfB Stuttgart (Bundesliga-15.!) mit 5:0 vermöbelt worden. Während die Hertha beim FC Augsburg (Bundesliga-Vierter!) ein starkes 2:2 holte. Und das ohne Jon Dagur Thorsteinsson, den Zweitliga-Yamal (siehe FC Barcelona), der auf Länderspielreise weilte. Aber zurück zu Fürth: Zweitliga-Zwölfter. Ein Sieg in sechs Spielen. Was ungefähr den Sexappeal eines Elternabends verströmt, bei dem schon im Vorfeld klar ist, dass nichts besprochen, aber auf vollzählige Anwesenheit gehofft wird. Kurzum: Einen besseren Auftaktgegner im heimischen Olympiastadion als Fürth (Sonntag, 11. Oktober, ab 13:30 Uhr im rbb|24-Audiostream) kann man sich eigentlich nicht wünschen, um wieder in den Flow zu kommen.

Schuler-Schule

Momentan hinter Sebastian Grönning und Neuzugang Gustaf Nilsson (so der denn fit) eher Stürmer Nummer drei: Luca Schuler. Der im Test gegen Augsburg mal eben mit einem Doppelpack glänzte. Weshalb Hertha-Fans auch in dieser Hinsicht offenbar eine ungewohnte Aussage treffen können in dieser Saison: "Kadertiefe? Hamwa!"

Die CDU

Einen Tag nach dem bis dato letzten Ligaspiel, Verzeihung, Liga-Sieg in Dresden, wählte Berlin einen neuen Senat. Mit dem Ergebnis, dass Hertha für dieses Jahr und egal was noch passiert, ein Problem vom Hacken hat: Der Verlierer des Jahres bleibt die CDU.

Herbst/Winter

Was Hertha in den Vorjahren so gar nicht konnte: Saisonstart. Und Saison-Endspurt. Was Hertha hingegen ganz gut kann: Herbst/Winter. Sechs Ligaspiele in Folge gewann die Mannschaft zwischen dem 25. Oktober und dem 2. Dezember 2025. Vermutlich, weil man dem im Herbst einsetzenden Nassgrau deutscher Jahre nirgends härter ausgesetzt und gewöhnter ist als in Berlin.

Der Fußballgott ist blau-weiß

Der Hertha-Jahrgang 2026/27 verfügt über ein klares, taktisches Gerüst, ohne in die dogmatische Starre eine Spielphilosophie zu verfallen. Die Positionen sind klar und mindestens doppelt besetzt und mit ihnen die jeweiligen Aufgaben, die die Spieler zu erfüllen haben. Die Mannschaft spielt die Gegner (nicht immer) in Grund und Boden, aber immer solide. Vor allem scheint sie von Rückschlägen unbeeindruckt und vom eigenen Tun überzeugt. Mehr geht eigentlich nicht. Scheint auch der Fußballgott zu finden. Der in dieser Saison bisher alle Spiele, die noch in der Vor-Saison gesichert (und zumeist bizarr) verloren gegangen wären beziehungsweise gingen, zu Gunsten der Hertha laufen lässt.

Die Tabelle spricht für sich

Zwischen dem Zweitliga-Achten (St. Pauli) und dem Achtzehnten (Darmstadt) liegen gerade einmal drei Punkte. Ob die zweite Fußball-Bundesliga nun die härteste oder ausgeglichenste zweite Liga der Welt ist, wie gern einmal behauptet wird, oder nicht, sei dahingestellt. Tabellarisch eng ist sie ganz sicher. Weshalb die sieben Punkte Vorsprung, die sich die Hertha nach nur sechs Spieltagen schon auf Rang vier angeflattert hat, auch wirklich ein Pfund sind. Das man erstmal verspielen muss. Nicht dass die Hertha kein Talent hätte, große Chancen zu verspielen, aber immerhin …

Die Statistik lacht

… hat Hertha noch nie den Aufstieg verspielt, wenn es die ersten sechs Zweitliga-Spiele gewonnen hat. Bundesliga also nur noch Formsache. Und dann Achtung, Barcelona und Porto.

Sendung: rbb|24, 02.10.2026, 20:41 Uhr

Audio: rbb|24, 02.10.2026, Ilja Behnisch