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Stand: 06.09.2026, 13:31 Uhr

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Das hessische Landesparlament von außen. Der Landtag sitzt seit Dezember 1946 im Stadtschloss Wiesbaden.

In den hessischen Landtag darf nicht einfach jeder so rein. © Michael Schick

Der hessische Landtag gleicht einem Taubenschlag. Zum Jubiläum dürfen auch normale Menschen hineinflattern. Die Kolumne aus dem hessischen Landtag.

Wiesbaden – Wir müssen uns den Hessischen Landtag als einen riesigen Taubenschlag vorstellen. Das alte Stadtschloss in Wiesbaden und die angrenzenden Gebäude, die das Parlament nutzt, werden schließlich regelmäßig von 133 Abgeordneten und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bevölkert. Außerdem von den rund 300 Beschäftigten der Parlamentsverwaltung, den ganzen Leuten aus den Fraktionen und Ministerien. Dazu dann noch Gäste und wir Medien. Ein permanentes Kommen und Gehen.

Nun ist es aber nicht so, dass man einfach so in den Landtag hineinspazieren kann. Dazu muss man berechtigt oder eingeladen sein. Anfang dieser Woche waren besonders viele geladene Gäste da, denn wie immer in der ersten Plenarwoche nach den Sommerferien hatte der Landtag zum „Parlamentarischen Abend“ geladen. Da kommen alle hin, die etwas mit der Landespolitik zu tun haben, aber auch Leute aus Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. In diesem Jahr stand der Empfang ganz im Zeichen des 80. Geburtstages des Landes Hessen – bekanntlich wurde am 1. Dezember 1946 die hessische Verfassung angenommen.

Eine große Torte zum 80. Geburtstag

Passend dazu gab es warme Worte von Landtagspräsidentin Astrid Wallmann und Ministerpräsident Boris Rhein (beide CDU). Sie würdigten den demokratischen Aufbau nach den Verheerungen des Nationalsozialismus und riefen dazu auf, die freie Gesellschaft auch in schwierigen Zeiten weiterzuentwickeln. Und sie schnitten eine riesige Festtorte in Form einer 80 an, die optisch echt was hermachte, kulinarisch aber auf ein geteiltes Echo stieß. Einigen war das sahnig-zitronige Festgebäck viel zu süß.

Wer diesmal nicht in den Genuss der Torte kam, muss sich aber nicht grämen. Denn in drei Wochen, am 26. und 27. September, öffnet der Landtag wirklich seine Pforten. An zwei „Tagen der offenen Tür“ können endlich einmal alle Bürgerinnen und Bürger hinter die Kulissen der Landespolitik schnuppern, Abgeordnete treffen und das Landtagsstudio des HR besichtigen. Es gibt Stände der Fraktionen, ein buntes Bühnenprogramm – und mit etwas Glück trifft man sogar uns vom FR-Landtagsteam. Am Samstag ist der Landtag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Ein Besuch lohnt!

Wenn es am Redepult plötzlich rot blinkt

Übrigens: Im Landtag gibt es nicht nur Regeln dafür, wer hinein darf. Sondern auch und gerade dafür, wer wann sprechen darf. Und da gab es in dieser Woche eine Änderung: Landtagspräsidentin Wallmann erklärte den Abgeordneten eine neue Uhr am Redepult, die erst orange und dann rot aufleuchtet, wenn die Redezeit zu Ende geht. Ist die Zeit überschritten, blinkt die Anzeige hektisch rot. Eine gute Idee. Nur: Ob diese technische Neuerung dafür sorgen wird, dass sich mehr an die vorgesehene Redezeit gehalten wird? Wir sind da aus Erfahrung eher skeptisch. Und werden das in den nächsten Monaten mal im Auge behalten. (Jutta Rippegather und Hanning Voigts)

Jutta Rippegather und Hanning Voigts berichten für die FR aus dem Landtag. Einmal die Woche geben sie ihren Senf dazu. Alle Kolumnen im Netz unter: fr.de/loewensenf