Fünf neue Wohnhäuser: 50 Bauarbeiter, 1000 Lkw-Ladungen – so wächst Saarlouis’ größte Baustelle
Auf einer Großbaustelle in der Innenstadt von Saarlouis wachsen rasant fünf neue Wohnhäuser aus dem Boden. Was das Besondere an diesen Häusern ist, wie die Wohnungen aussehen werden und warum es schon jetzt eine Warteliste für Mieter gibt.
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Fünf neue Wohnhäuser 50 Bauarbeiter, 1000 Lkw-Ladungen – so wächst Saarlouis’ größte Baustelle
Saarlouis · Auf einer Großbaustelle in der Innenstadt von Saarlouis wachsen rasant fünf neue Wohnhäuser aus dem Boden. Was das Besondere an diesen Häusern ist, wie die Wohnungen aussehen werden und warum es schon jetzt eine Warteliste für Mieter gibt.
10.10.2026 , 07:19 Uhr
Das aktuelle Bauprojekt der Gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgesellschaft Saarlouis (GBS) am Husarenweg, an der Ecke St.-Nazairer-Allee und Wallerfanger Straße: Drei der ingesamt fünf neuen Wohnhäuser sind bereits zu sehen. Bis Ende 2027 sollen hier 67 barrierefreie und bezahlbare Wohnungen entstehen.
Foto: Ruppenthal
Es ist die derzeit größte Baustelle in Saarlouis, die Baukräne sind weithin sichtbar, Hunderte Menschen fahren täglich daran mit dem Auto vorbei, viele weitere spazieren dort am Saaraltarm entlang. Hier gibt es fast immer etwas zu sehen: Auf der großen Baustelle im Husarenweg, auf der Ecke Wallerfanger Straße und St.-Nazairer-Allee, geht es zu wie auf einem Wimmelbild. In der Spitze sind bis zu 50 Bauarbeiter auf der Großbaustelle im Einsatz.
Circa 15.000 Kubikmeter Aushub wurden schon weggefahren, das sind 1000 Vier-Achser-LKW voll. 3900 Kubikmeter Beton wurden verbaut, unter anderem für die Tiefgarage. Innerhalb kurzer Zeit sind schon drei Häuser aus dem Boden gewachsen. „Eine Baustelle in dieser Größe haben wir nicht alle Tage, das ist für uns das größte Projekt der letzten Jahre“, sagt Jessica Kiefer, Prokuristin der gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgesellschaft Saarlouis (GBS).
Großbaustelle im Saarlouiser Husarenweg schafft bezahlbaren Wohnraum
Es ist zudem eines der großen Bauprojekte im Land für bezahlbaren Wohnraum: Mithilfe des Generalunternehmers Goldbeck baut die gemeinnützige Bau- und Siedlungsgesellschaft Saarlouis (GBS) im Husarenweg 67 Mietwohnungen.
Besuch auf der GBS-Großbaustelle im Husarenweg Saarlouis: Projektleiter Yari Körösi, Goldbeck, und Jessica Kiefer, Prokuristin der GBS, erläutern die Baufortschritte.
Foto: Ruppenthal
„Wir brauchen etwa sechs Wochen pro Haus im Rohbau“, erklärt Yari Körösi, Projektleiter der Goldbeck Südwest GmbH mit Sitz in Kaiserslautern. Durch die Vorfertigung gehe der Bau schnell voran, die Wände werden fertig angeliefert, ebenso die Deckenteile. Die Bäder für die späteren Wohnungen sind ebenfalls Fertigbauelemente, die schon komplett installiert eingesetzt werden. Goldbeck erledigt auch den kompletten Innenausbau: „Wir bauen schlüsselfertig“, sagt Körösi. 8900 Quadratmeter an Wandplatten und 5900 Quadratmeter an Deckenplatten werden insgesamt verbaut, außerdem 350 Fenster, 400 Türen und 65 Kilometer Kabel.
Die Bauzeit liegt nach einem Jahr genau im Plan
Mit dem Spatenstich im September 2025 startete die gemeinnützige Bau- und Siedlungsgesellschaft Saarlouis den dritten Bauabschnitt im Husarenweg. Binnen zwei Jahren sollen hier weitere 67 bezahlbare sowie barrierefreie Mietwohnungen in fünf Häusern entstehen. Die Energieeffizienzgebäude werden auf dem Dach begrünt und mit Photovoltaikanlagen versehen. In einer Tiefgarage schafft die GBS 97 Pkw-Stellplätze mit zunächst zehn E-Ladesäulen und Fahrradstellflächen.
Nach einem Jahr Bauzeit liegt alles „genau im Plan“, freut sich Projektleiter Körösi über den Zwischenstand. Es habe bisher weder größere Verzögerungen durch Lieferschwierigkeiten noch ernstere Probleme beim Bau gegeben. „Im Haus 3, an der Wallerfanger Straße, läuft derzeit schon der Innenausbau“, fasst Körösi den Baufortschritt grob zusammen, „In Haus 4 werden derzeit die Fenster und das Dach eingebaut, in Haus 5 läuft die Rohbaumontage.“ Auch die eingeschossige Tiefgarage ist schon fertiggestellt.
Fast alle Wohnungen werden zwei oder drei Zimmer haben
Die drei fünfgeschossigen Häuser entlang der St.-Nazairer-Allee werden diese später als Adresse erhalten, konkret die Hausnummern 21, 23 und 25, berichtet Kiefer. Die anderen beiden Häuser werden der Husarenweg 2-6: Haus 1 ist mit zehn Wohnungen auf fünf Geschossen geplant. Haus 2 erhält zwölf Wohnungen auf vier Geschossen.
Im ersten der Häuser hat bereits der Innenausbau begonnen. Der Bauunternehmer Goldbeck nutzt viele Fertigelemente. So wird etwa das komplett eingerichtete Bad als fertige Zelle in die Wohnung eingebaut.
Foto: Ruppenthal
Fast alle der 67 Wohnungen sind mit zwei bis drei Zimmern, Küche und Bad geplant. „Denn in der Größe haben wir auch die höchste Nachfrage“, erklärt Kiefer. 41 Wohnungen werden drei Zimmer haben, 24 zwei und je eine Wohnung wird über nur ein Zimmer beziehungsweise über vier Zimmer verfügen. „Alle Wohnungen werden barrierefrei sein und vier Wohnungen rollstuhlgerecht“, führt Kiefer aus.
Hohe Nachfrage nach den Mietwohnungen besteht schon jetzt
Dass alle Einheiten vermietet werden, daran hat die GBS keinen Zweifel: „Wir haben schon jetzt eine große Nachfrage“, bestätigt Kiefer, „das Projekt hat eine große Öffentlichkeitspräsenz.“ Es gibt schon eine Warteliste, der Antrag auf eine Wohnung in einem der neuen Häuser ist über die Homepage der GBS möglich. „Unser Ziel ist es, nachhaltige, moderne, energieeffiziente Wohnungen zu schaffen. Dazu ist es eine begehrte Wohnlage“, sagt Kiefer, „wir könnten die Wohnungen eher dreifach vermieten. Das zeigt aber auch, dass es richtig und sinnvoll war, zu bauen.“
Die Arbeiten auf der Großbaustelle schreiten schnell voran: Der Rohbau für ein Wohnhaus steht nach etwa sechs Wochen.
Foto: Ruppenthal
Die größte Herausforderung bei dieser über 5000 Quadratmeter großen Baustelle: „Durch das innerstädtische Bauen haben wir wenig Lagerfläche“, schildert Körösi. Der Husarenweg ist eine Sackgasse, in der der Verkehr weiterhin an der Baustelle vorbeigeführt werden muss, Maschinen und Material können deshalb nur in begrenztem Rahmen abgestellt werden. Inzwischen kann auf dem Dach der fertiggestellten Tiefgarage manches gelagert werden. Die Fertigbauwände für den Rohbau werden aber zum Beispiel direkt vom LKW verbaut, berichtet Körösi.
Ein Problem, aber keine Verzögerung im Bauplan
Ein Problem gab es bisher aber doch, auch wenn es nicht zu Verzögerungen im Zeitplan geführt hat: Beim Bau der 4000 Quadratmeter großen Tiefgarage ist die Firma ungeplant auf Grundwasser gestoßen. „Wir haben verschiedene Möglichkeiten abgewogen und uns dann entschieden, das komplette Bauwerk 80 Zentimeter anzuheben“, sagt der Projektleiter. Das sorgte dann im Detail schon für manche Neuplanung, etwa der barrierefreien Zugänge. Denn die Tiefgarage ragt nun 80 Zentimeter mehr aus dem Boden als ursprünglich geplant. Der Bau, der in der Mitte zwischen den Häusern liegt, wird am Ende als Grünanlage und mit Spiel- und Aufenthaltsflächen angelegt. (pte)