Für BR-Filmreihe „Bergauf – Bergab“: Freisinger DAV-Chef klettert mit Familie in den bayerischen Voralpen
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Stand: 19.09.2026, 08:00 Uhr
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Für eine Sendung kletterte Christian Rester mit seiner Familie an Felsen, an denen er rund 100 Neurouten eröffnet hat. Was er dabei unterschätzte, verrät er im Interview.
Freising – Für Bergsteiger und Bergfexe aller Art ist der Sonntagabend ab 18.45 Uhr ein Pflichttermin. Da nämlich läuft im Bayerischen Fernsehen die Serie „Bergauf – Bergab“. Die Sendung, die an diesem Sonntag ausgestrahlt wird und den Titel „Bayerische Riffe – Vom Buchstein bis zum Plankenstein“ trägt, ist für Freisinger besonders interessant – auch wenn sie keine Bergsteiger sind. Denn der Vorsitzende der Freisinger Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV), Christian Rester, ist zusammen mit seiner Familie „Hauptdarsteller“ der Episode. Das Freisinger Tagblatt hat bei Rester nachgefragt, wie es denn so war in Bergen mit einem Kamerateam im Rücken.

Herr Rester, wie kam es dazu, dass Sie bei “Bergauf-Bergab” dabei sind?
Den Macher der Sendung, Michi Düchs, kennen wir schon länger. Ich wusste, dass er ein Faible für Durchquerungen und Themen in den heimatlichen Bergen hat. Bei einer gemeinsamen Klettersession in der Freisinger Halle kamen wir auf das Thema und es hat ihm gut gefallen. Er hat dann vorgeschlagen, dass es eine Familienaktion werden soll. Ich bin mit meiner Frau Claudia und Tochter Tabea unterwegs, die andere Tochter Raffaela war leider arbeitsbedingt verhindert.
Was ist das Thema der Sendung?
Es geht um die Durchquerung eines Teils der bayerischen Voralpen mit dem Radl. Dabei werden vier besondere Kalkriffe besucht, die geologisch zusammengehören und an denen jeweils eine spezielle Klettertour bewältigt wird. Dabei geht es dann um Klettergeschichte, Naturschutz, Geologie und die Erschließung von Klettertouren.
Konnten Sie sich darauf vorbereiten?
Wir haben an den Wochenenden zuvor die Touren, die infrage kommen, nochmal geklettert und sind die Strecke abgefahren, um gerüstet zu sein. Klettertechnisch und konditionell war es schon im Rahmen, aber man will ja keinen Fehler machen, wenn die Kamera läuft.
Was haben Sie speziell mit dem Thema zu tun? Warum wurden genau sie ausgewählt?
In den letzten Jahrzehnten konnte ich etwa 100 Neurouten an den besuchten Felsen eröffnen. Ich kenne mich da also schon ein wenig aus. In der Mitte der Route war mit der Freisinger Hütte unserer Alpenvereinssektion ein perfekter Stützpunkt, das passte gut zum 80‑jährigen Jubiläum. Wir wurden dort auch kulinarisch bestens von den Steinleitners betreut.
Wo wurde gedreht?
Los ging´s in Gmund, dann zur Buchsteinhütte, Roß und Buchstein, Leonhardistein, Freisinger Hütte, Daffensteine, Plankensteinhütte, dann zum Plankenstein und wieder runter nach Rottach-Egern. Kurz, immer entlang des markanten Rätkalkriffs.
Wie lange dauerte der Dreh?
Insgesamt waren wir dreieinhalb Tage unterwegs. Neben uns waren der Regisseur, ein Kameramann, ein Tontechniker und Drohnenpilot und ein Bergführer dabei, der für die Sicherheit des Filmteams zuständig war.
Was war das Schwierigste und Herausforderndste dabei?
Was wir unterschätzt haben, war der Aufwand, den das Filmteam getrieben hat. Teilweise mussten wir die Radlstrecke fünfmal fahren, bis es gepasst hat. Diese Akribie, 15 Stunden zu filmen, um 30 Minuten Film zu produzieren, hat mich echt beeindruckt. Dann musste zum Klettern auch das Kamerateam in Position gebracht werden, das war nicht immer unkompliziert. Was mich schon angestrengt hat, war die Herausforderung, über drei Tage keinen Fehler zu machen, sich nicht zu verlaufen, nicht zu stürzen und vor allem: Finde ich die richtigen Worte zur Situation? Das Mikrofon war ja fast ständig am T Shirt.
Wissen Sie schon, was dann genau von Ihnen zu sehen sein wird?
Wir sehen das Ergebnis auch erst am Wochenende, ich bin schon sehr gespannt, was schlussendlich herauskommt.
Wo werden Sie sich die Ausstrahlung am Sonntag anschauen? Daheim oder beim DAV im Seilerbrückl?
Ich glaube, wir bleiben auf dem Sofa. Wenn’s peinlich wird, höre ich das dann von meinen Freunden etwas zeitversetzt.
Aber, Spaß beiseite: Für uns war es eine tolle Erfahrung einmal über einen längeren Zeitraum hinter die Arbeit eines professionellen Filmteams schauen zu dürfen. Ich sehe jetzt manches mit anderen Augen. Nicht jeder Kommentar im Sport ist wohldurchdacht.