Garching mietet Dixiklos statt Wagen für Vereine – 25 Euro Eigenbeteiligung pro Toilette

Der Haupt- und Finanzausschuss Garching hat einstimmig beschlossen, Vereinen bei Veranstaltungen sanitäre Anlagen zu organisieren. Ein eigener Toilettencontainer wäre mit rund 50.000 Euro Anschaffungskosten deutlich teurer geworden.

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Garching mietet Dixiklos statt Wagen für Vereine – 25 Euro Eigenbeteiligung pro Toilette

Stand: 26.09.2026, 13:28 Uhr

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03.09.2026, xsvx, ,Wirtschaft, emwir, Mercedes Benz Atego mit Anhänger, Dixi Toiletten  auf der Autobahn A5, Richtung Frankfurt. Symbolfoto, Symbolbild

Der Ausschuss hat sich einstimmig für die Lösung mit den Dixiklos statt eines Toilettenwagens entschieden. (Symbolbild) © Sven Severing/Jan Hübner

Der Haupt- und Finanzausschuss Garching hat einstimmig beschlossen, Vereinen bei Veranstaltungen sanitäre Anlagen zu organisieren. Ein eigener Toilettencontainer wäre mit rund 50.000 Euro Anschaffungskosten deutlich teurer geworden.

Garching – Wenn Garchinger Vereine eine Veranstaltung planen, können sie in Zukunft beim Thema sanitäre Anlagen auf die Beratung und Anmietung der Stadt setzen. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss in der jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. „Ein tolles Serviceangebot“, sagte Bürgermeister Thomas Lemke (CSU). Der von der CSU-Fraktion und dem Heimatverein gewünschte Toilettenwagen sei sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt deutlich teurer.

Ende 2025 wurde der Antrag zur Anschaffung eines städtischen Toilettencontainers zur Unterstützung von Vereinsarbeit und öffentlicher Festkultur gestellt. Der Beschluss wurde damals jedoch zurückgezogen. Nun war das Thema erneut auf der Tagesordnung. Der Vorschlag der Verwaltung: die Vereine mit der Anmietung von Dixiklos unterstützen.

Eigenbeteiligung von 25 Euro pro Toilette

Für öffentliche Veranstaltungen gilt als Richtwert: Bei bis zu rund 50 gleichzeitig anwesenden Personen ist mindestens eine Toilette für beide Geschlechter ausreichend. Für jeweils weitere etwa 50 Personen sollte eine zusätzliche, nach Geschlecht getrennte Toilette vorgesehen werden. Bei größeren Besucherzahlen können im Herrenbereich Sitztoiletten teilweise durch Urinale ersetzt werden. Dabei gilt als Richtwert: Drei Sitztoiletten können durch ein Urinal mit vier Einheiten ersetzt werden, so die Empfehlung aus dem Rathaus. Mindestens eine Toilette sollte barrierefrei sein oder eine solche sollte sich in erreichbarer Nähe befinden.

Die Stadt übernimmt die Bereitstellung und Organisation der sanitären Anlagen. Der Verein trägt eine Eigenbeteiligung von 25 Euro pro Toilette. Laut Verwaltung liegen die Kosten für ein Dixiklo pro Tag mit Lieferung, Auf- und Abbau sowie Reinigung bei rund 130 Euro. Ein Behinderten-WC kostet 50 Euro mehr. „Die Eigenbeteiligung sollte unabhängig von der Art der Toilette sein – so ist die finanzielle Beteiligung der Stadt bei barrierefreien Toiletten höher, um hier eine entsprechende Akzeptanz zu erreichen“, so die Verwaltung. Sollten die Veranstaltungen in den städtischen Liegenschaften oder Vereinsheimen anderer Garchinger Vereine stattfinden, sollen vorrangig diese Toiletten genutzt werden. Bei internen, nicht-öffentlichen Vereinsfesten übernimmt die Stadt allerdings keine Kosten. Sie berät jedoch und kann die Anmietung der Toiletten organisieren.

Toilettenwagen in Anschaffung und Unterhalt deutlich teurer

Laut Rathaus liegen die Anschaffungskosten für den von der CSU und dem Heimatverein gewünschten Toilettencontainer bei rund 50.000 Euro für eine barrierefreie und vier Normal-Kabinen. Hinzu kämen Aufbau, Abbau, Reinigung, Verbrauchsmaterialien für rund 300 Euro pro Einsatz sowie 1731 Euro für den Transport.

Joachim Krause (SPD) sagte: „Für mich sind die Kosten nicht überraschend. Mieten kommt letztlich günstiger als kaufen.“ Hans-Peter Adolf (Grüne) fügte hinzu: „Die Kosten sind im Verhältnis, wie oft der Toilettenwagen genutzt werden würde, unangemessen.“ Gar nicht zufrieden mit der Darstellung und Ausarbeitung der Verwaltung zeigte sich Christian Furchtsam (CSU). „Die Anschaffungs- und Transportkosten erscheinen mir sehr hoch. Wenn das so beschlossen wird, dann wäre ich dafür, dass wir uns das Ganze in einem Jahr nochmal anschauen, ob es praktikabel ist.“