Garten-Influencer verrät: Das würde ich bei Hitze in meinem Garten nie tun
„Plantfluencer“ Robin König alias Robinga Schnögelrögel in seinem Garten in Berlin. Wie seine Pflanzen auch bei Temperaturen jenseits der 35 Grad noch grün und frisch wirken, erklärt er.
- 4 min read
Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad kann ein schattiges Plätzchen im eigenen Garten, umgeben von Pflanzen, ein kleines Refugium sein. Doch die Hitze setzt so mancher grünen Stadtoase ordentlich zu. Der Berliner Garten-Influencer – oder „Plantfluencer“ – Robin König (27) nimmt auf Instagram und Youtube als „Robinga Schnögelrögel“ kein Blatt vor den Mund. Robin kennt sich bestens aus – sicherlich auch aufgrund seines Studiums der Gartenbaulichen Phytotechnologie. Für Gartenbesitzer hat er aus eigener Erfahrung wichtige Ratschläge, um das Kleinod vor Hitze zu schützen. Und das ganz ohne Rasensprenger.
„Rasensprengen ist so eine Wasserverschwendung“, sagt er. Mit Trockenheit habe er im Garten wenig Probleme, in diesem Jahr habe er gerade zweimal wässern müssen – trotz Hitzewelle. Dass Robinga Schnögelrögels Naturgarten im Osten Berlins selbst nach der Hitzephase saftig grün wirkt, hängt auch damit zusammen, wie sein Gras aussieht. Denn das ist nicht etwa gestutzt, sondern sprießt in alle Richtungen.
Wenn sich überwünschtes Grün ausbreitet
- Gartenpflege: Invasive Pflanzen besiegen mit diesen Tricks
Gartenpflege bei Hitze: „Braune Wüste“ vermeiden
Rasenmähen findet der Influencer „dämlich“, erklärt er mit viel Nachdruck. Dass viele Gartenbesitzer aus Gewohnheit auf kurz geschorene Halme bestehen, ärgert ihn merklich. „Das ist reine Beschäftigungstherapie.“ Denn was manche als schön empfinden mögen, ist nicht nur schlecht für die Artenvielfalt im Garten, es macht die Rasenflächen auch viel anfälliger für Hitze. Denn so spenden die Halme dem Boden kaum noch Schatten. Über die Schnittstellen in Halmen und Blättern können die Pflanzen besonders bei Hitze außerdem viel Wasser verlieren.
Das Ergebnis könne aktuell gut auf kommunalen Grünflächen beobachtet werden, sagt Robin: „Wenn du dir mal städtisches Grün anguckst, ist das nur noch eine braune Wüste.“ Ein Blick in seinen großen Garten scheint dem autodidaktisch gelernten Hobbygärtner recht zu geben: So richtig vertrocknete Grasflächen kann man hier lange suchen. Das hat aber auch mit der Art der Pflanzen zu tun.
Die Grassorten, die viele Hobbygärtner sich für ihr Grundstück aussuchen, seien für Hitze nämlich schlecht gewappnet. „Das sind überzüchtete Sorten, die haben kaum noch Wurzelmasse. So ein Rasen wurzelt maximal noch fünf Zentimeter in die Tiefe“, erklärt er. Bei drückender Hitze wird das schnell zum großen Problem: Die oberen Erdschichten trocknen viel schneller aus als die tieferen Bereiche.

In Robinga Schnögelrögels Garten lässt sich heißes Wetter aushalten – besonders im Schatten.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
„Plantfluencer“: Das sollten Gartenbesitzer nicht tun
„Wildgräser, die wurzeln bei mir bis zu zwei Meter tief“, betont Robin. Den hohen Temperaturen können die grünen Pflänzchen so deutlich länger trotzen. Zu bekommen seien die Grasarten am einfachsten im Onlineversand, normale Einzelhändler verkauften oft nur stark gezüchtete Varianten. Er selbst verwende vier verschiedene, von denen er vor allem den sogenannten Schaf-Schwingel empfiehlt. Doch damit sich die Gräser mit ihren tiefen Wurzeln versorgen können, muss Feuchtigkeit im Boden vorhanden sein. „Umgraben ist auch ein No-Go. Weil du die Feuchtigkeit nach oben holst.“ Etwas Trockenheit an der Oberfläche sei im Naturgarten an sich erst mal kein Problem.
Wenn alle Gartenbesitzer einen bestimmten Ratschlag beherzigen würden, wäre allerdings schon viel getan, meint der Influencer: „Was man unbedingt machen sollte, ist, sich ein bisschen mit seiner Natur zu beschäftigen, die einen umgibt und wächst.“ Viele Hobbygärtner hätten schon beim Bestimmen sehr verbreiteter Pflanzenarten im Garten ein Problem. „Dafür gibt es unzählige Apps. Ihr könnt von mir aus auch KI nutzen.“
Lesen Sie auch
Wer einmal ein Verständnis davon habe, welche Pflanzen im eigenen Garten wachsen, fange auch an zu verstehen, was in den Grünflächen vor sich gehe, so Robin. Mit diesem Wissen lasse sich auch besser auswählen, welche Pflanzen wo ideal einzupflanzen sind. Und auch das mache den Garten widerstandsfähiger. Sogar über die Nährstoffe im Boden könnten Gartenprofis an ihren Pflanzen etwas ablesen: „Aber das ist schon fortgeschritten.“

Sein enormes Wissen über Pflanzen präsentiert Robin König nahezu täglich seinen Followern – wissenschaftliche Fachbezeichnungen inklusive. Das erarbeitete er sich Stück für Stück selbst, erklärt er. Seit 2023 bewirtschaftet er seinen großen Naturgarten, in dem er die meisten seiner Videos produziert. In dieser Zeit habe er nie Probleme mit Hitzeschäden gehabt, sagt Robin. Die heißesten Junitage habe sein Garten gut überstanden. Und er ist optimistisch, dass seine Pflänzchen auch im Rest des Sommers der Hitze trotzen werden.