„Geht sehr zu Herzen“: Am Sonntag wird in Geretsried ein besonderer Gottesdienst gefeiert

StartseiteLokalesGeretsried-WolfratshausenGeretsriedStand: 10.10.2026, 12:00 UhrKommentareUns auf Google folgenJeder, der möchte, soll teilnehmen können: Das ist den Initiatoren des Inklusionsgottesdienstes am ...

  • 3 min read
„Geht sehr zu Herzen“: Am Sonntag wird in Geretsried ein besonderer Gottesdienst gefeiert

Stand: 10.10.2026, 12:00 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

heilige familie

Jeder, der möchte, soll teilnehmen können: Das ist den Initiatoren des Inklusionsgottesdienstes am Sonntag in der Heiligen Familie wichtig. © Archiv

Menschen mit und ohne Behinderung gestalten am Sonntag gemeinsam den Inklusionsgottesdienst. Das Evangelium spielen sie als kleine Theateraufführung vor.

Geretsried – Alle sind eingeladen: Das ist die Botschaft, die bei dem ökumenischen Inklusionsgottesdienst am Sonntag im Pfarrzentrum Heilige Familie am Johannisplatz im Mittelpunkt steht. „Jeder darf einfach so sein, wie er ist“, betont Michael Baindl im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Geht sehr zu Herzen“: Am Sonntag wird in Geretsried ein besonderer Gottesdienst gefeiert

Neu ist diese Art von Gottesdienst nicht. In Geretsried gibt es das schon länger, erzählt der Diakon, der sich in dem Bereich auskennt. Er hat mehrere Jahre lang eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung begleitet, engagiert sich im Freizeitclub der evangelischen Kirche, einem offenen Treff für Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung, und hat Aktionen für Menschen mit Behinderung geplant. Die Inklusionsgottesdienste finden als ökumenische Feier gemeinsam mit der evangelischen Kirche statt.

Alle Nachrichten aus Geretsried lesen Sie hier.

„Es wird aber kein echter Inklusionsgottesdienst sein“, räumt der Diakon ein. Dafür müsse etwa ein Gebärdendolmetscher anwesend sein. „Der Aufwand wäre ein anderer.“ Dennoch haben sich Baindl und sein Team viele Gedanken gemacht, damit möglichst alle den Gottesdienst mitfeiern können. „Niemand wird von der Gemeinschaft ausgeschlossen“, unterstreicht er. „Egal ob groß, klein, reich oder arm.“

Alle sollen dem Gottesdienst folgen können

Wichtig ist, dass dem Inklusionsgottesdienst jeder folgen und ihn jeder verstehen kann. So wird etwa das Evangelium in einfacher Sprache vorgetragen. „Die Sprache, die oft sehr kompliziert ist, wird in einfachen Worten wiedergegeben“, erklärt Baindl. Der Diakon verrät, worum es am Sonntag im Evangelium gehen wird: Ein König richtet für seinen Sohn ein Fest aus, aber niemand der geladenen Gäste kommt. Also schickt er seine Diener raus. Sie sollen alle Menschen mitbringen, die sie draußen treffen.

Doch die Texte werden nicht nur in einfacher Sprache vorgetragen, das Evangelium wird den Gottesdienstbesuchern auch vorgespielt. Das kann man sich wie eine kleine Theateraufführung vorstellen, die Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam einstudiert haben. Sie sind es auch, die den Gottesdienst am Sonntag miteinander gestalten. In dem Theater lädt einer von ihnen Gäste zu seinem Geburtstag ein – aber es geht ihm, wie dem König: Niemand kommt. „Also laden sie Leute aus der Gemeinde ein, sich mit zu ihnen zu setzen.“

Auch an andere Dinge haben die Organisatoren des Gottesdienstes gedacht. In der Kirche wird auf die Beleuchtung geachtet, sodass alle gut sehen können. Außerdem werden die Liedtexte per Beamer auf eine Leinwand projiziert und für Rollstuhlfahrer ist ausreichend Platz vorhanden. „Alles soll so barrierefrei wie möglich sein“, sagt Baindl. „Jeder, der möchte, soll auch am Gottesdienst teilnehmen können. Das ist uns ein großes Anliegen.“

+++ Uns gibt's auch auf Instagram! Unter „MerkurWolfratshausenGeretsried“ finden Sie immer die spannendsten Geschichten aus unserer Region +++

Gemeindemitglieder schwärmen von der Atmosphäre

Im Ordinariat, erklärt der Diakon, gebe es eine eigene Stelle für Menschen mit Behinderung. Ziel der Abteilung Pastoral Menschen mit Behinderung ist laut Internetseite des Erzbistums München und Freising, „Teilhabe zu fördern, Glauben erfahrbar zu machen und Menschen in ihrer persönlichen Lebenssituation zu stärken“.

An diesem Sonntag werden der evangelische Pfarrer Christian Moosauer und Baindl den Gottesdienst gemeinsam feiern. Ein Besuch lohnt sich. „Alle unsere Gottesdienstbesucher nehmen den Inklusionsgottesdienst als etwas ganz Besonderes wahr“, verrät Baindl. „Sie finden, er strahlt eine ganz besondere Atmosphäre aus und geht sehr zu Herzen.“

Info: Der ökumenische Inklusionsgottesdienst findet am Sonntag, 11. Oktober, um 11 Uhr im Pfarrzentrum Heilige Familie am Johannisplatz statt.