Geopolitik in der Arktis: Arktisgipfel fordert größeres Engagement der EU in der Region

Beim EU-Arktis-Gipfel in Finnland haben europäische Länder über die Strategie in der Region beraten. In der Abschlusserklärung fordern sie eine stärkere Präsenz der EU. Quel...

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Geopolitik in der Arktis: Arktisgipfel fordert größeres Engagement der EU in der Region

Beim EU-Arktis-Gipfel in Finnland haben europäische Länder über die Strategie in der Region beraten. In der Abschlusserklärung fordern sie eine stärkere Präsenz der EU.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, Reuters,

kr

  1. September 2026, 22:20 Uhr

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Geopolitik in der Arktis: Bundeskanzler Friedrich Merz weist auf dem Arktisgipfel auf die wichtige geopolitische Rolle der Region hin.
Bundeskanzler Friedrich Merz weist auf dem Arktisgipfel auf die wichtige geopolitische Rolle der Region hin. © Michael Kappeler/​dpa

Zwölf europäische Länder haben zum Abschluss des zweitägigen Arktisgipfels ein größeres Engagement der EU in der Region gefordert. Begründet wurde das durch die »erhebliche und langfristige Bedrohung, die von Russland ausgeht«, schrieben die Teilnehmer des Gipfels in einer gemeinsamen Erklärung. Die zwölf Gipfelteilnehmer forderten die Länder der EU auf, »in der europäischen Arktis eine strategischere und proaktivere Rolle einzunehmen«. Unterzeichnet wurde das Dokument unter anderem von Deutschland, Frankreich, Dänemark und Schweden.

Bundeskanzler Friedrich Merz sagte, die Region sei für Europas Sicherheit und Stabilität von entscheidender Bedeutung. Russland baue seine militärischen Kapazitäten aus und nutze seine Präsenz täglich für hybride Aktivitäten. Zudem berge die Region »riesige wirtschaftliche Chancen«, etwa mit Blick auf wichtige Rohstoffe, Energie und Schifffahrt. Er bezeichnete die Region als »geopolitischen Hotspot«.

Gipfelteilnehmer wollen sich gegen USA und China durchsetzen

Durch neue Seewege, die aufgrund des Klimawandels eröffnet wurden, ist das geostrategische Interesse an der Arktis deutlich gewachsen. Die Gipfelteilnehmer nannten Russland als größte Bedrohung in der Region, wollen sich aber auch gegen die USA und China durchsetzen. Der litauische Präsident Gitanas Nausėda sagte, dass die Präsenz Chinas in der Arktis zunehme und es sich bislang eher um einen »forschungsbezogenen oder wissenschaftlichen Fußabdruck« handele, militärische Aktivitäten allerdings in Zukunft folgen könnten. Die Spannungen in der Region nahmen seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und durch die Drohungen der US-Regierung zur Annektion von Grönland zu.

Die Gipfelländer forderten Investitionen in militärische Mobilität, Verkehrswege und digitale Netze. Mehrere Regierungschefs erwähnten außerdem Investitionen in den Abbau kritischer Rohstoffe. Die Teilnehmerstaaten begrüßten ein Anfang September von der EU-Kommission angekündigtes Investitionspaket in Höhe von 200 Millionen Euro, das unter anderem für den Rohstoffabbau genutzt werden soll. Unter dem Eis lagern Gold, Kupfer und Seltene Erden.