Germanwings-Absturz 2015: Gericht kündigt Entscheidung über Schadensersatz für Oktober an

BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenAbspielenPauseAbspielenWiederholen Ein psychisch kranker Co-Pilot brachte 2...

  • 2 min read
Germanwings-Absturz 2015: Gericht kündigt Entscheidung über Schadensersatz für Oktober an

BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenAbspielenPauseAbspielenWiederholen

Ein psychisch kranker Co-Pilot brachte 2015 ein Flugzeug zum Absturz, 150 Menschen starben. Betroffene fordern Entschädigung vom Staat. Der Prozess hat heute begonnen.

Quelle: DIE ZEIT, epd,

liw

Aktualisiert am 28. August 2026, 15:24 Uhr

Germanwings Absturz 2015 Prozess Schadensersatz Klage Braunschweig
Auf dem Massif des Trois Évêchés in den französischen Alpen erinnert eine goldene Kugelskulptur an die Opfer des Flugzeugabsturzes. © Dennis Thaus/​imago images

Elf Jahre nach dem Absturz eines Germanwings-Flugzeugs in den Alpen hat vor dem Landgericht Braunschweig ein Prozess begonnen. 30 Kläger fordern die Bundesrepublik auf, sie finanziell zu entschädigen. Sie werfen den Behörden vor, die psychische Krankheit des Co-Piloten nicht erkannt zu haben, der den Unfall verursacht hatte.

Die Richter kündigten für den 6. Oktober eine Entscheidung an, wie eine Gerichtssprecherin nach dem Prozessauftakt mitteilte. Dies könne entweder bereits das Urteil sein oder ein Beschluss, um etwa Beweise aufzunehmen. Die Kläger fordern Schadensersatz in Höhe von bis zu 110.000 Euro. Das in Braunschweig ansässige Luftfahrt-Bundesamt vertritt die beklagte Bundesrepublik Deutschland in dem Prozess.

Landgericht sah vorab eher Germanwings in der Verantwortung

Bereits vor Prozessauftakt hatte das Landgericht den Erwartungen der Kläger einen Dämpfer verpasst. Die Richter hielten es für unschlüssig, dass der Staat für die Forderungen zuständig sei. Sie argumentieren, die Kläger könnten ihre Forderungen auch bei der Fluggesellschaft geltend machen. Germanwings stellte vor mehreren Jahren den Betrieb ein, betroffen wäre der frühere Mutterkonzern Lufthansa.

Angehörige aus den USA waren im US-Bundesstaat Virginia zuvor mit einer Klage gegen Germanwings und Lufthansa gescheitert. Auch eine Flugschule der Lufthansa im Bundesstaat Arizona verklagten Angehörige bereits auf Schadensersatz.

Ermittlern zufolge war der Co-Pilot des Passagierflugs von Barcelona nach Düsseldorf schwer depressiv und wollte sich das Leben nehmen. Er schloss sich im Cockpit ein und reagierte nicht auf Klopfen und Schreie. An den Ermittlungsergebnissen wurden mehrfach Zweifel laut.