Grünen-Büro in Wabern erneut beschädigt: Eingangsschild zerstört
StartseiteLokalesFritzlar-HombergWabernStand: 20.08.2026, 08:27 UhrKommentareUns auf Google folgenDer Bahnhof Wabern: Dort haben die Grünen Schwalm-Eder ihre Geschäftsstelle. © Kerstin DiehlDie Kreisgeschäftsst...
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Stand: 20.08.2026, 08:27 Uhr
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Die Kreisgeschäftsstelle der Grünen in Wabern ist zum wiederholten Mal beschädigt worden. Das erst vor Kurzem neu angebrachte Eingangsschild wurde zerstört.
Schwalm-Eder – Zum wiederholten Mal ist die Kreisgeschäftsstelle der Grünen in Wabern beschädigt worden. Das Eingangsschild, das erst am 25. Juli neu angebracht worden war, wurde nach Angaben des Kreisverbands erneut zerstört. An der Hauswand seien zuletzt nur noch die abgebrochenen Reste gefunden worden. Es ist nicht der erste Vorfall. Bereits Ende Mai war das zuvor angebrachte Schild beschädigt worden. Auch 2025 gab es nach Angaben der Grünen mehrere Fälle: Schilder wurden zerstört, ein Gehwegaufsteller gestohlen und ein Roll-up im Eingangsbereich niedergetreten.
Der Grünen-Kreisvorsitzende Christoph Sippel spricht von einer zunehmenden Belastung. „Es ist besorgniserregend, dass politische Unterschiede zunehmend mit Gewalt oder Zerstörung beantwortet werden“, sagt er auf Anfrage. Wer hinter den Beschädigungen steckt und welches Motiv dahintersteht, ist bislang unklar. Hinweise auf Täter oder ein Motiv lägen derzeit nicht vor.
Alle Vorfälle wurden von den Grünen angezeigt
Die Grünen sehen die Vorfälle im Zusammenhang mit einer aus ihrer Sicht zunehmenden Verrohung der politischen Debatte. Besonders seit 2023 habe es an der Geschäftsstelle und bei Veranstaltungen der Partei wiederholt Aktionen „am Rande der Legalität“ gegeben. Sippel nennt unter anderem einen Misthaufen, der während der Bauernproteste vor der Geschäftsstelle abgeladen worden sei. Alle Vorfälle seien angezeigt worden, teilt der Kreisverband mit. Zudem habe es eine Beratung durch das Landeskriminalamt gegeben. Mit der Gemeinde als Vermieterin werde über einen besseren Schutz der Geschäftsstelle gesprochen.
Polizei beobachtet Entwicklung
Die Polizei betont, die Entwicklung der politisch motivierten Kriminalität aufmerksam zu beobachten und bei Straftaten gegen Kommunalpolitiker sowie Amts- und Mandatsträger Gefährdungslagen zu prüfen. Erforderlichenfalls würden Schutzmaßnahmen getroffen. Die Grünen betonen: „Wir stehen für sachliche Gespräche mit allen bereit, auch mit Kritikern.“ Gewalt und Sachbeschädigung hätten in einer Demokratie keinen Platz.
Die Polizei bestätigt einzelne Sachbeschädigungen im Umfeld der Grünen, sieht derzeit aber keine besondere Häufung gegen die Partei oder politische Organisationen im Kreis, so Polizeisprecherin Yvonne Winter. Insgesamt seien in diesem Jahr bislang etwa ein Dutzend solcher Straftaten registriert worden. Fast ausschließlich habe es sich um Sachbeschädigungen und Diebstähle gehandelt, vor allem an Wahlplakaten. Verschiedene Parteien seien betroffen.

Politisch motivierte Kriminalität im Landkreis hat zugenommen
Was die Sachbeschädigungen an Einrichtungen der Grünen angeht, seien die Täter noch unbekannt. Eine politische Motivation sei grundsätzlich möglich. Solche Fälle würden deshalb vom Staatsschutz bearbeitet und als politisch motivierte Kriminalität erfasst. Ebenso könne es sich im Einzelfall um Vandalismus handeln.
Fest steht aber: Die politisch motivierte Kriminalität hat im Landkreis zugenommen. 2023 registrierte die Polizei 61 Fälle, 2024 waren es 82, 2025 dann 108. Der Anstieg 2025 ist auch vor dem Hintergrund der Bundestagswahl zu sehen. Viele Fälle betrafen, wie bereits erwähnt, Wahlplakate. Politisch motivierte Gewaltkriminalität wurde im Kreis 2025 nicht registriert.