Günstig schlägt teuer: Aldi-Lachs punktet bei Stiftung Warentest – Markenprodukt enttäuscht beim Preis
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Günstig schlägt teuer Aldi-Lachs punktet bei Stiftung Warentest – Markenprodukt enttäuscht beim Preis
Service · Räucherlachs gilt als gesund, doch der „sehr gute“ Geschmack des Testsiegers ist teuer. Stiftung Warentest zeigt, welche günstigen Produkte „gut“ abschneiden.
28.08.2026 , 08:19 Uhr
Teurer Genuss? Stiftung Warentest verrät, welcher Räucherlachs besonders gut schmeckt. (Symbolbild)
Foto: IMAGO/imagebroker/IMAGO/imageBROKER/Aleksei Isachenko
- Im Heft 01/2025 hat die Stiftung Warentest 17 Räucherlachs- und Ersatzprodukte in Scheiben untersucht.
- Der Testbericht umfasst zehn Zuchtlachse, drei Wildlachse und vier vegane Alternativen.
- Hinweis: Die angegebenen Preise wurden am 24. März 2026 aktualisiert.
Räucherlachs ist bei vielen Verbrauchern beliebt – unter anderem, weil er als gesund gilt. Doch Lachs ist relativ teuer. Wie die Stiftung Warentest schreibt, sei Lachs vor einem Jahr im Durchschnitt etwa 45 Prozent teurer als noch vor zehn Jahren gewesen. Markenprodukte hatten sich sogar noch drastischer verteuert. Mittlerweile hat sich der Markt etwas entspannt und nach den Angaben von Datenportalen wie Trading Economics sind die Preise seit Mai 2025 relativ stabil geblieben – mit einer Spitze zum Weihnachtsgeschäft.
Für Verbraucher ist die Preisstabilität jedoch nur ein begrenzter Trost – Marken-Räucherlachs bleibt ein teures Genussmittel. Doch lohnt sich der Griff zur Premiumware tatsächlich? Stiftung Warentest hat 17 Produkte untersucht, darunter auch bewährte Discountermarken. Das Ergebnis: Ein Produkt sticht geschmacklich klar heraus – ist aber auch das Teuerste im Test. Wer auf den Preis achtet, findet immerhin „gute“ Alternativen.
Räucherlachs hat klaren Testsieger – Geschmacksnote „sehr gut (1,0)“
Das aktuelle Räucherlachs-Test der Stiftung Warentest setzte vor allem den Geschmack in den Fokus. Ein Produkt konnte hier vollends überzeugen: Der Bio-Verde Nordatlantik-Lachs erreichte als einziger im Test die Traumnote „sehr gut (1,0)“ in der Geschmackswertung.
Insgesamt gab es für das Produkt die Note „gut (1,7)“ – trotz der Traumnote in puncto Geschmack gab es Abzüge – unter anderem wegen mittelmäßiger Ergebnisse bei Schadstoffen und Verpackung.
So reagiert der Hersteller reagiert: „Wir können es absolut nicht nachvollziehen“
Der Hersteller des Testsiegers, Isana Naturfeinkost, zeigt sich angesichts der Abwertungen bei Schadstoffen und Verpackung überrascht: „Bei unserem Lachs waren alle Werte in Ordnung, es wurde absolut nichts gefunden. Der Quecksilberwert lag sogar zehnmal unter dem gesetzlichen Grenzwert. Daher können wir absolut nicht nachvollziehen, weshalb es hier Abzüge gab“, teilte das Unternehmen auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung mit
Auch die Kritik an der Verpackung kann man bei Isana nicht nachvollziehen: Der von Stiftung Warentest monierte zusätzliche Umkarton diene dazu, den hochwertigen Charakter des Produkts zu unterstreichen. Außerdem sei er FSC-zertifiziert und problemlos vom Innenmaterial trennbar.
Trotz der Kritikpunkte fällt die Bilanz aus Unternehmenssicht positiv aus: Die Bewertung durch Stiftung Warentest habe dem Produkt zusätzliche Aufmerksamkeit verschafft. „Die Nachfrage ist gestiegen, wir konnten sogar ein Wachstum von zehn Prozent verzeichnen“. Gerade in Hinblick der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – etwa steigender Preise und Kaufzurückhaltung – wertete der Hersteller dieses Ergebnis als „überragend“.
Räucherlachs – auch deutlich günstigere Produkte haben „gute“ Qualität
Mit einem Preis von 8,49 Euro pro 100 Gramm (Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers) ist der Testsieger Bio-Verde Nordatlantik-Lachs zugleich das teuerste Produkt im gesamten Testfeld. Für preisbewusste Verbraucher dürfte dieser Preis trotz Top-Qualität als zu hoch ausfallen.
Doch „guter“ Lachs geht auch günstiger: Der Almare Seafood Norwegische Räucherlachs von Aldi („gut (2,2)“) und der K-Classic Norwegischer Räucherlachs von Kaufland („gut (2,4)“) werden beide in einer 200-Gramm-Packung verkauft. Die verhältnismäßig günstigen Räucherlachs-Produkte überzeugen bei Stiftung Warentest mit „gutem“ Geschmack. Aldi hebt auf Anfrage zudem hervor, dass sein Lachs „GlobalG.A.P.-zertifiziert“ ist – ein Siegel, das sichere, umweltschonende und tierfreundliche Produktion garantiert.
Aldi reduzierte 2025 zum Start der Adventszeit ab dem 28. November nach eigenen Angaben dauerhaft die Preise für mehrere Lachsprodukte um bis zu 1,50 Euro. Hintergrund der Werbeaktion damals war, dass Lachs zu den beliebtesten Gerichten an Weihnachten gehört und Verbraucher in der Festtagssaison entlastet werden sollen, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung von Aldi Süd und Aldi Nord hieß. Zu Ostern 2026 – einem weiteren Feiertag, an dem Fischgerichte nicht zuletzt wegen des Fastentags Karfreitag besonders beliebt sind – wurde bislang kein weiterer Preisrückgang angekündigt.
Die Preissenkung im November betraft demnach insgesamt 21 Lachsprodukte. Darunter ist das von Stiftung Warentest als „Preistipp“ empfohlene Almare Seafood Norwegischer Räucherlachs von Aldi das in der Folge für 4,29 Euro statt 4,79 Euro angeboten wurde. Dieser Preis ist auch im März 2026 noch aktuell.
K-Classic Norwegischer Räucherlachs von Kaufland wurde demgegenüber weiterhin lange für 4,79 Euro in den Filialen verkauft. Mittlerweile ist der reguläre Preis bei Kaufland sogar auf 5,49 Euro gestiegen.
Stiftung Warentest nennt auch Testverlierer
Trotz einiger guter Bewertungen äußert Stiftung Warentest in mehreren Fällen deutliche Kritik. So zeigten einzelne Produkte geschmackliche Mängel wie einen bitteren Nachgeschmack oder optische Auffälligkeiten. In einem Fall war der Fisch zum Verbrauchsdatum bereits verdorben und mit Keimen belastet. Auch der Salzgehalt fiel negativ auf: Einige Produkte enthalten bis zu 4,2 Gramm Salz pro 100 Gramm – wer regelmäßig zugreift, überschreitet damit schnell die empfohlene Tagesmenge.
Kritik gibt es zudem bei der Verpackung: Häufig täuscht die optische Größe über die tatsächliche Füllmenge hinweg, die oft nur schwer erkennbar ist. Zudem wird bei vielen Produkten mehr Verpackungsmaterial verwendet als notwendig – ressourcenschonendere Lösungen wären möglich, bleiben aber die Ausnahme.
Nach diesen Kriterien hat Stiftung Warentest getestet und die Gesamtnote ermittelt
Der Schwerpunkt des Tests lag auf dem Geschmack – doch auch Gesundheitsaspekte, Inhaltsstoffe und Verpackung spielten eine Rolle. Die einzelnen Bewertungskriterien im Überblick:
- Geschmack (45 Prozent): Beurteilt wurden Aussehen, Geruch, Konsistenz und vor allem der Geschmack des Räucherlachses.
- Schadstoffe (20 Prozent): Untersucht wurde auf Schwermetalle (zum Beispiel Quecksilber), PFAS (umwelt- und gesundheitsbedenkliche Chemikalien) sowie PAK (krebserregende Stoffe aus dem Räucherprozess).
- Mikrobiologische Qualität (10 Prozent): Erfasst wurden krankheitserregende Keime wie etwa Listerien.
- Nährstoffgehalt und Rückstände (nicht separat gewichtet): Analysiert wurden Fett- und Proteingehalte, Omega-3-Fettsäuren sowie mögliche Rückstände von Farbstoffen oder Medikamenten (nicht separat gewichtet).
- Deklaration (10 Prozent): Geprüft wurde, ob Angaben wie Füllmenge, Herkunft und Nährwerte korrekt und verständlich sind.
- Verpackung (15 Prozent): Bewertet wurden Materialeinsatz, Handhabung und Informationsgehalt der Verpackung.
Wichtig: Bei festgestellten Mängeln konnten sogenannte Abwertungen greifen – sie verhinderten, dass einzelne gute Ergebnisse die Gesamtnote übermäßig aufwerten.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde seit seiner Erstveröffentlichung am 12. Mai 2025 aktualisiert und überarbeitet und mit Künstlicher Intelligenz optimiert. Der Inhalt wurde von der Redaktion überprüft.