Hacker machen Drohung wahr: 1,4 Millionen Berliner Daten im Netz – zahlreiche private Unterlagen
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Stand: 04.09.2026, 22:36 Uhr
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Das Ultimatum an den Berliner Senat ist abgelaufen: Hacker, die sich Zugang zum Berliner Landesnetz verschafft hatten, veröffentlichten heute 1,4 Millionen Daten.
Berlin – Handynummern, Unterlagen zu Gesundheitsdaten, Personalakten: Nach Ablauf eines Ultimatums haben Hacker, die sich im August Zugang zum Berliner Landesnetz verschafft hatten, rund 1,4 Millionen Daten veröffentlicht. Das Ultimatum der kriminellen Hackergruppe Rhysida und ihre Lösegeldforderung an den Senat sind am Freitag (4. September) abgelaufen.

Wie der Tagesspiegel berichtet, hatten die Hacker nach eigenen Angaben im August sechs Tage lang unbemerkt Zugriff auf die Netze der beiden Senatsverwaltungen für Bauen und Verkehr. Eine anschließende Lösegeldforderung in Höhe von 30 Bitcoin – umgerechnet rund zwei Millionen Euro – wies der Senat zurück. Die Folgen wurden am Freitagnachmittag um 15.35 Uhr sichtbar: Nach dem Verstreichen der Frist wurde auf der Webseite der Erpresser im Darknet die „Auktion“ beendet, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. „Alle Dateien wurden im öffentlich zugänglichen Bereich hochgeladen – viel Spaß beim Stöbern, Datenjäger!“, hieß es dort.
Hacker-Angriff auf Berliner Verwaltung: Interne Daten veröffentlicht
Der Sprecher des Chaos Computer Clubs, Joachim Selzer, sagte gegenüber der dpa: „Das ist für die Berliner Verwaltung schon unangenehm. Das sind natürlich sehr viele interne Daten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Ich sehe hier zum Beispiel Personalangelegenheiten, auch Arbeitszeugnisse. Mit solchen Daten können Kriminelle immer irgendetwas anfangen.“ In den Daten fänden sich unter anderem Bauangelegenheiten, Notfallpläne, Dokumente zu Bewerbungsverfahren, Stundenzettel, Wiedereingliederungsmaßnahmen von Mitarbeitern oder Betriebsratsunterlagen.
Der Tagesspiegel schrieb zudem von Unterlagen zu Gesundheitsdaten wie Reha-Unterlagen, dem Scan von einem Schwerbehindertenausweis, Unfallanzeigen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Attesten. Unter den veröffentlichten Daten seien außerdem private und familiäre Daten wie Geburtsurkunden der Kinder von Angestellten, Scans von Personalausweisen sowie Notfalllisten mit privaten Telefonnummern zahlreicher Mitarbeiter.
Ultimatum abgelaufen: Fachwelt lobt Berliner Senat – Staat dürfe per Gesetz bei Erpressungen nicht zahlen
Die Weigerung des Senats, auf Erpressungsversuche der kriminellen Hacker einzugehen, stieß in der Fachwelt auf Zustimmung. Der renommierte IT-Sicherheitsexperte Christof Fischer verwies darauf, dass der Staat per Gesetz keine Zahlungen bei Erpressungen vornehmen dürfe. Die Situation bei Vorfällen wie in Berlin sei aber sehr schwierig: „Die Daten sind in den Händen von Kriminellen, und eine Veröffentlichung hat in vielen Fällen sehr schädliche Auswirkungen. Bislang ist mir kein Fall bekanntgeworden, bei dem gezahlt wurde und trotzdem eine Veröffentlichung erfolgte.“
Die Daten würden derzeit von IT-Experten geprüft, wie die Senatskanzlei am Freitagabend mitteilte. Betroffene sollten demnach kontaktiert werden. „Sofern im Rahmen der Analyse einzelne betroffene Personen identifiziert werden, werden diese risikobasiert und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben von den zuständigen Senatsverwaltungen informiert“, hieß es in dem Schreiben der Senatskanzlei. (Quellen: dpa, Tagesspiegel, rbb) (pav)