Drohen höhere Preise für Hamburgs Hafenrundfahrten?
Hamburg Hadag und Abicht beklagen Treibstoffkosten – werden die Tickets in Hamburg teurer? Hamburger Fährschiff- und Barkassenbetreiber wie die Hadag und Rainer Abicht haben mit ...
- 3 min read
Hamburg
Hadag und Abicht beklagen Treibstoffkosten – werden die Tickets in Hamburg teurer?
Steigende Treibstoffkosten belasten Hamburgs Barkassenbetreiber. Das könnte Auswirkungen auf die Ticketpreise haben.
Die gestiegenen Preise für Schiffstreibstoffe belasten den öffentlichen Fährlinienbetreiber Hadag in Hamburg. Auch bei der Rainer Abicht Elbreederei ist man sich unsicher, ob man die Ticketpreise halten kann.
Die Hadag teilte mit, die Einnahmen blieben konstant, während die Kosten für Treibstoff stiegen. Es gebe einen höheren Finanzbedarf, für den die Stadt aufkomme. Das Angebot werde trotz höherer Kosten nicht verringert, weil die Hadag Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge sei und Fahrten anbieten müsse.
Hadag über hohe Treibstoffkosten – keine Entlastungen abzusehen
Die 28 Schiffe der Hadag tanken schwefelbefreiten Marinediesel. Zu der Flotte gehören drei Hybrid-Fähren, die auch elektrisch fahren. Ab 2028 soll es zudem komplett elektrische Fähren geben. Die Hadag geht nicht davon aus, dass das Entlastungspaket von Bund und Ländern, das sich an Autofahrer richtet, Auswirkungen auf die Kosten hat.
Die WochenMOPO 39/26
Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
• Wahlkampf in Meck-Pomm: Stoppt Manuela Schwesig die „blaue Welle“?
• Nach den Schanzen-Morden: Die Spur führt in die Niederlande
• 16 Seiten Sport: HSV-Zugang Møller Wolfe & St. Paulis Torjäger Ceesay sprechen Klartext
• 36 Seiten Rätsel und Kultur: Das Reeperbahn-Festival & Harbour Front macht Leseratten glücklich
Die SFK in Kiel betreibt drei vollelektrische Fähren, die auf der Schwentinelinie fahren. Auf der Fördelinie, die Stadtteile auf beiden Seiten der Kieler Förde verbindet, kommen fünf Plug-in-Hybrid-Schiffe zum Einsatz.
Diese fünf Fähren fahren normalerweise mit GTL, das steht für Gas to Liquid. „Dieser synthetische Dieselkraftstoff wird aus Erdgas hergestellt. Dieser Kraftstoff erzeugt kaum Feinstaub und Stickoxide“, sagt der Sprecher. Die Produktionsstelle für GTL im Nahen Osten sei jedoch zerstört worden. Daher fahre die SFK nun mit normalem Marinediesel.
Kraftstoffkosten bei Kieler Fährgesellschaft – Umstieg auf Hybridschlepper
Für die Reederei habe es sogar den Vorteil, dass sie wegen der höheren Energiedichte weniger Kraftstoff im Vergleich zum GTL verbrauche und dieser auch noch günstiger sei, wie ein SFK-Sprecher sagte. „Die etwas geringeren Kosten für den Kraftstoff werden durch die häufigere Reinigung der Abgasfilter wieder kompensiert.“ Das Abgas vom Diesel enthält sehr viel Feinstaub, von dem es gereinigt werde. „Daher ist das Ergebnis also gleich null.“
„Es sollen auch die Fähren entsprechend umgerüstet werden, um Kraftstoff einzusparen. Es stehen also zunächst Investitionen an, um dann final die Kosten zu senken“, sagte der Sprecher. Die höheren Kosten zahle die Landeshauptstadt.
Die Kieler Hafenschlepper fahren dagegen nur mit Marinediesel. „Hier sind kaum Einsparungen umzusetzen“, sagte der Sprecher. Die SFK plane den Umstieg auf Hybridschlepper. „Die Mehrkosten tragen die Reedereien beziehungsweise Schiffsmakler.“
Rainer Abicht – Ticketpreiserhöhung nicht auszuschließen
Die höheren Treibstoffpreise beschäftigen nicht nur öffentliche Unternehmen, sondern auch die privaten Barkassenbetreiber im Hamburger Hafen. Die Fahrten durch den Hafen sind bei Urlaubern beliebt.
Der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Abicht, Hubert Neubacher, sagte, das Unternehmen habe frühzeitig Treibstoff zum Festpreis eingekauft. Die Lieferung halte bis Anfang 2027. Danach, von Februar an, erhöhten sich die Einkaufskosten im Monat im Vergleich zum Istzustand um circa 100.000 Euro.
Sollten die Einkaufspreise wieder auf das vorige Niveau sinken, könne Neubacher davon absehen, Ticketpreise zu erhöhen. „Sollte es jedoch bei den derzeitig hohen Preisen bleiben, werden wir an einer Erhöhung leider nicht vorbeikommen.“ Vorstellbar sei, die Preise um rund fünf Prozent zu steigern. (dpa/esk)