Megaprojekt Hambacher See: Hat der ausgetrocknete Rhein überhaupt genug Wasser für die Flutung?

Bezirksregierung: "Wasserentnahme wird geregelt" Die für die Genehmigung zuständige Bezirksregierung Arnsberg sagt, das Konzept sehe "im Grundsatz vor, dass bei niedrigen Rheinwasserständen weniger Wasser und b...

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Megaprojekt Hambacher See: Hat der ausgetrocknete Rhein überhaupt genug Wasser für die Flutung?

Bezirksregierung: "Wasserentnahme wird geregelt"

Die für die Genehmigung zuständige Bezirksregierung Arnsberg sagt, das Konzept sehe "im Grundsatz vor, dass bei niedrigen Rheinwasserständen weniger Wasser und bei hohen Rheinwasserständen mehr Wasser aus dem Rhein entnommen wird". Als Grundlage für die Ermittlung dieser gestaffelten Entnahmemengen diene die "100-jährige Dauerlinie am Pegel Düsseldorf" zwischen dem 1. November 1900 und dem 31. Dezember 2020.

Die Bezirksregierung verweist darauf, dass am geplanten Pumpenwerk in Dormagen, von wo aus das Rheinwasser in die Leitung Richtung Tagebau geführt werden soll, der Rheinpegel immer elektronisch gemessen und die Pumpenmotoren dementsprechend gesteuert würden. "Damit ist sichergestellt, dass nur die jeweilige wasserstandabhängige Entnahmemenge aus dem Rhein dem Pumpbauwerk zufließt."

"Das Befüllszenario beruht auf den dargestellten Langzeitmessungen und Prognosen", sagt ein Sprecher der Bezirksregierung. Es gebe neben extrem trockenen Jahren auch extrem niederschlagsreiche Jahre. Das werde sich "während des langen Befüllzeitraums von mehreren Jahrzehnten ausgleichen".

Landesumweltamt: Prognosen berücksichtigen Abweichungen

Auch das Landesumweltamt (LANUK) schreibt auf Anfrage: "Vorab wurden Prognosen erstellt, ob auch unter Einfluss des Klimawandels ausreichend Rheinwasser vorhanden ist. Je nachdem, wie sich der Klimawandel auf die Rheinwassermenge am Entnahmeort auswirkt, kann sich die jährliche Entnahmemenge um einige Prozentpunkte nach oben oder unten bewegen."

Für den Entnahmezeitraum von 2031 bis 2060 würden dabei Abweichungen von -2 bis +6 Prozent prognostiziert. "Am Ende geht es also nicht um die Frage, ob ausreichend Rheinwasser zur Verfügung steht", heißt es. "Vielmehr geht es um die durchschnittliche Entnahmemenge über den gesamten Zeitraum, die letztlich darüber entscheidet, wie lange es dauern wird, die Seen zu befüllen."

Das heißt: Ob die Seen bis zum Jahr 2040 fertig werden, hängt vom Wetter ab, also den konkreten Trockenheitsphasen in den kommenden Jahren.

Verantwortlich für die Rheinwassertransportleitung ist der Energiekonzern RWE, der über viele Jahrzehnte die Braunkohle im Rheinischen Revier gefördert hat und es noch immer tut. Ebenso ist RWE federführend bei der Planung des Nahrholungsgebiets, das um die Seen herum entstehen soll.