Handball: TV Hersfeld gewinnt Regionalliga-Auftakt gegen Hüttenberg II

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Handball: TV Hersfeld gewinnt Regionalliga-Auftakt gegen Hüttenberg II

Stand: 13.09.2026, 18:05 Uhr

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Handball, TV Hersfeld, Fynn Reinhardt (links in Blau) und Felix Rehberg im Spiel gegen Hüttenberg II.

Voller Körpereinsatz vor vollen Rängen: Fynn Reinhardt (links in Blau) und Felix Rehberg ackern im Spiel gegen Hüttenberg II im Angriff für einen Treffer. © Friedhelm Eyert

Der Aufsteiger TV Hersfeld bezwingt Hüttenberg II vor mehr als 500 Fans mit 28:27. Lasse Reinhardt trifft 35 Sekunden vor Schluss zum Sieg.

Bad Hersfeld – Dieser Auftakt macht Lust auf mehr: Die Handballer des TV Hersfeld haben direkt ihre ersten Punkte in der Regionalliga eingefahren. Der Aufsteiger besiegte am Samstagabend vor mehr als 500 begeisterten Zuschauern die zweite Mannschaft des TV Hüttenberg denkbar knapp mit 28:27 (13:10). Lasse Reinhardt gelang 35 Sekunden vor Schluss mit seinem siebten Tor der Siegtreffer. Die Geistalhalle hatte sich da längst in einen Hexenkessel verwandelt.

Julian Ley, junger Neuzugang des TV Hersfeld, Handball-Regionalliga

Nicht zu stoppen: Der 17-Jährige Julian Ley, blutjunger Neuzugang des TV Hersfeld, lief direkt zu großer Form auf. © Friedhelm Eyert

Mit stehenden Ovationen, rhythmischem Klatschen und „Hersfeld“-Sprechchören feiern die Handballfans ihre Mannschaft, die komplett alles auf der Platte gelassen hat. Man muss lange – sehr, sehr lange – zurückdenken, um sich an eine ähnliche Atmosphäre in der Geistalhalle zu erinnern. Vor dem letzten Angriff, 17 Sekunden vor Schluss, nimmt Hüttenberg noch einmal eine Auszeit. Es knistert, es brodelt jetzt in der Halle. Doch es brennt nichts mehr an. Den letzten Angriff der Mittelhessen unterbinden die Schiedsrichter: Stürmerfoul. Dann ist Schluss. Heimsieg. Der Rest ist Jubel.

Umso erstaunlicher, dass Hersfelds neuer Coach Michael Stock, der ein Duo mit Kai Hüter bildet, in seiner ersten Analyse recht entspannt daherkommt. „Wir haben unsere ersten beiden Punkte und können zufrieden sein“, sagt der 42-Jährige nach dem Sieger-Selfie mit seinen Töchtern.

Drei Neuzugänge stehen am Samstagabend in der Anfangsformation des TVH: Kreisläufer Noah Hüter, Theo Sauerbier im rechten Rückraum und auf Linksaußen Julian Ley. Im Tor beginnt Yannik Voß, der dieses Mal den Vorzug vor Niklas Kürten erhalten hat. Mit einer offensiven 3:2:1-Deckung – ebenso wie Hüttenberg – geht der Aufsteiger ins Spiel.

Bis zum 4:5 nach zehn Minuten legen die Gäste jeweils ein Tor vor. Hüttenberg beginnt aggressiv in der Abwehr und zielstrebig im Angriff, will den Neuling gleich einmal einnorden. Doch der TVH lässt sich kaum beeindrucken, ist plötzlich so richtig drin im Spiel. Und zieht mit fünf Treffern in Folge auf 9:5 davon. Dreimal Julian Ley, Fynn Reinhardt und Sven Wiegel per Siebenmeter sind erfolgreich. Und was sind das für Treffer, die dem TVH da gelingen? Leys rotzfrecher Dreher durch die Beine von Hüttenbergs Keeper zum 7:5, dann Leys Anspiel von links auf Fynn Reinhardt – ein Kempa-Trick zum 8:5. Im Gegenzug hält der starke TVH-Keeper Voß aus Nahdistanz. Bis auf 13:7 setzt sich Hersfeld ab, dann kommt Hüttenberg, das zu viele Chancen liegen lässt, zurück und verkürzt bis zur Pause auf 10:13. „Ich denke, wir sind gut ins Spiel reingekommen und haben das in der ersten Halbzeit sehr diszipliniert gemacht“, fasst Trainer Stock später zufrieden zusammen.

Und auch in der zweiten Halbzeit hat der TVH zunächst alles im Griff. Als dem überragenden Linksaußen Ley vier Treffer in Folge gelingen, Hersfeld nach 43 Minuten mit 21:17 führt, scheint alles auf den ersten Sieg in der Regionalliga hinauszulaufen. Doch dann wird der TVH im Angriff fahrig. Hüttenberg nutzt das, gleicht zum 21:21 aus. Nach 51 Minuten bringt Jannis Wrackmeyer, mit sieben Treffern bester Torschütze seiner Mannschaft, die Gäste mit 24:23 in Führung. „Wir haben in dieser Phase einige leichte Fehler gemacht und waren etwas zu grün. Aber wir haben das Spiel am Ende wieder in unsere Richtung gedreht“, meint TVH-Coach Stock.

Crunchtime. Jannik Bachus und Lasse Reinhardt treffen zum 25:24. Wrackmeyer gleicht per Siebenmeter aus – und scheitert dann per Strafwurf an Voß. Die Halle tobt. Sauerbier gelingt sein erster Treffer für den TVH, Hüttenberg gleicht aus. Sauerbier scheitert, den Nachwurf schnappt sich Ley wieselflink und dreht ihn irgendwie ins Tor. Überragend! 27:26. Hüttenberg scheitert erneut per Siebenmeter an Voß, gleicht aber in Überzahl durch Stankewitz aus. Noch zwei Minuten. Auszeit TVH. Dann sucht Fynn Reinhardt seinen Bruder Lasse – und findet ihn. Wuchtig setzt der sich am Kreis durch und donnert den Ball ins Netz. Die Geistalhalle bebt. Kurz darauf ist der erste Sieg in der Regionalliga perfekt.

TV Hersfeld: Voß, Kürten - Sauerbier (1), Bachus (1), Lüder (2), Ley (10), Noah Hüter (2), Becker, Wiegel (3/3), F.Reinhardt (1), Kümmel, L.Reinhardt (7), Rehberg (1), Mudrak, Dellmuth.

TV Hüttenberg U23: Knop, Wehrum - Stankekwitz (5), Nandzik, Moritz Schäfer (1), Theiß, Franz, Kraft (5), Knop, Wrackmeyer (7/3), Misch (5), Wagner, Landenfeld (2), Eichhorn, Strödter (2), Manfraß, Michael Schäfer, Wehrum.

SR: David Hoffelner/Andre Sussmann - Z: 550
Zeitstrafen: 12:8 Minuten
Siebenmeter: 3/3 - 6/3